Ralf Schumacher hofft, dass Mercedes in Zandvoort überraschen kann

DTM 2009

— 17.07.2009

Ralf Schumacher: "Wir wachsen mit der Aufgabe"

Mercedes ist in Zandvoort zwar von der Papierform her unterlegen, aber Ralf Schumacher hofft auf Longruns und Petrus: "Alles ist möglich"

In der dreiwöchigen Pause seit dem letzten Rennen am Norisring konnte Ralf Schumacher einmal ausspannen. Für seinen Arbeitgeber Mercedes absolvierte er einen PR-Termin beim CHIO-Reitturnier in Aachen, ansonsten urlaubte er mit Frau Cora und Sohn David in Saint Tropez. Auch um das Formel-1-Rennen am Nürburgring machte er einen großen Bogen.

"Wenn ich mich in der Formel 1 blicken lasse, dann nur wenn ich dort etwas zu tun habe, sonst lasse ich das", begründete er, warum er seiner früheren Rennheimat beim Heimrennen keinen Besuch abstattete. "Da gibt es schon genug Leute die rumlaufen wie Falschgeld, da muss ich mich nicht auch noch mit einreihen."

Die meisten Piloten schwärmen von der Rennstrecke in Zandvoort, die nach den eher sehr speziellen Kursen EuroSpeedway Lausitz und Norisring wieder eine "richtige Fahrerstrecke" ist. Schumacher will sich dieser Meinung noch nicht ganz anschließen: "Ich sehe das immer noch mit gemischten Gefühlen, denn im vergangenen Jahr habe ich mich hier ja zumindest zu Anfang nicht mit Ruhm bekleckert. Das war ja absolut meine Bestleistung. Da war ich letzter der Frauenwertung UND der anderen Wertung - und das mit Bravour", blickte er lachend zurück. "Aber im Rennen ging es ja dann besser. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich mir das halbwegs gemerkt habe, dann schauen wir mal."

Zudem sei die Strecke auch zum Überholen nicht gerade geeignet. Zwar wird die letzte Kurve nach einer schnellen Geraden extrem angebremst, überholen ist dort mit DTM-Autos dennoch schwer: "Dort ist man zu schnell zum Überholen", so Schumacher. "Wir waren in den ersten Rennen auf der Geraden nicht unbedingt die Schnellsten, das hilft beim Überholen auch nicht. Aber das Hauptproblem ist, dass du einem anderen Auto vor dir in so schnellen Kurven nicht dicht folgen kannst. Da fehlt dir vorn der Abtrieb."

Schumacher weiß: Von der Papierform her ist Mercedes Audi in Zandvoort unterlegen. Dazu kommen die zehn Kilo Mehrgewicht, die die C-Klassen im Vergleich zu den A4 haben. Doch er ist deshalb nicht demotiviert: "Wir wachsen mit der Aufgabe. Da mache ich mir keine Gedanken. Wir haben ja nun auch nicht geschlafen. Und oft ist es ja so: Wenn alle davon ausgehen, dass es nicht so gut läuft, läuft es besser. Mit dem Motto gehen wir da mal ran und lassen uns überraschen. Wir werden unser Bestes geben. Die Bedingungen können uns entgegenkommen - also ist hier alles möglich."

Regen- und Reifenpoker?

So hätte Schumacher zum Beispiel gar nichts dagegen, wenn Petrus mit dem einen oder anderen Regenschauer ins Renngeschehen eingreifen würde: "Wir rechnen grundsätzlich mit Regen, aber am Meer kann sich das ja stündlich bis minütlich ändern. Im Moment ist laut Vorhersage Sonntag der schlechteste Tag, so weit ich weiß. Wie auch immer: Es gibt ständig wechselnde Bedingungen. Von daher wird das Motto des Wochenendes sein, zur richtigen Zeit mit dem richtigen Reifen draußen zu sein - und nicht den Kürzeren zu ziehen."

Zum Regen kommt in Zandvoort aber auch der Wind. Direkt an der Nordsee weht eine steife Brise. "Das ist sicherlich auch ein Faktor, der sich aerodynamisch bemerkbar machen wird", pflichtete Schumacher bei. "Teilweise sind wir in den Dünen zwar geschützt, aber ich bin mal mit dem Roller drüber gefahren, das war ganz schön starker Wind. Gerade wenn du Wind von hinten hast, wird das Auto aerodynamisch so gestört, dass es noch unruhiger wird." Und dadurch werden auch die Reifen noch mehr beansprucht, "vor allem auf der Hinterachse, speziell beim Bremsen."

Und das auf einer Strecke, auf der der Reifenverschleiß ohnehin höher ist als zum Beispiel zuletzt am Norisring: "Dann rutscht das Auto schon mal vorn und hinten, mehr hinten als vorn - und dann wird das Ganze hier sehr interessant. Und wenn das Wetter noch so bleibt, dann sowieso." Als weniger problematisch erachtet Schumacher allerdings den Sand, der immer wieder auf die Strecke geweht wird. Seiner Meinung nach war das Mitte der 1990er-Jahre, als er in den Formelklassen in Zandvoort gefahren ist, schlimmer.

Unabhängig vom Wetterbericht stimmt Schumacher außerdem optimistisch, dass Mercedes in Sachen Longruns stärker zu sein scheint als Audi. "Das ist ja selbsterklärend, das ist ein Mercedes, der ist eh besser", begründeter er witzelnd. Und fügte ernsthaft hinzu: "Es war im vergangenen Jahr bei Audi eigentlich auch schon so, speziell bei den Jahreswagen. Da haben sie es im Qualifying mit allen auf den Punkt gebracht, aber im Rennen war es anders. Scheinbar gehen wir einfach besser mit den Reifen um. Das könnte natürlich hier ein Vorteil werden. Auf der anderen Seite sind wir etwas schwerer, also müssen wir abwarten."

Sprachs und erkundigte sich nach der Adresse seines Lieblingsfischrestaurant in Zandvoort. Seine Antwort auf die Frage, welche Erinnerungen er an Zandvoort hat, ist nämlich mittlerweile zu Running Gag geworden: "Da gab es früher so ein hervorragendes Fischrestaurant..." - so antwortete er schon 2008 auf diese Frage.

Fotoquelle: xpb.cc

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