Oliver Jarvis darf jubeln: Er ist der erste Jahreswagenfahrer auf der Pole Position

DTM 2009

— 18.07.2009

Sensationsmann Jarvis: "Einfach fantastisch!"

Oliver Jarvis hatte zwar erwartet, mit seinem 2008er-Audi in Zandvoort schnell zu sein, von der Pole Position hätte er aber nie zu träumen gewagt

Dass Oliver Jarvis verdammt schnell ist, hat er schon des Öfteren unter Beweis gestellt. Aber im heutigen Qualifying in Zandvoort hat der junge Brite Geschichte geschrieben: Der Audi-Pilot ist der erste Jahreswagenfahrer überhaupt, der sich in der DTM die Pole Position sichern konnte. In einem turbulenten und durch Nieselregen durcheinandergewürfelten Qualifying blieb Jarvis cool und schaffte den Einzug in Q4.

Dort ging er als Letzter auf die abtrockende Strecke und verwies die Mercedes-Neuwagen-Piloten Gary Paffett und Bruno Spengler auf die Plätze. Jarvis meldete sich mit seiner Pole zurück wie "Phönix aus der Asche" - denn beim Saisonauftakt in Hockenheim konnte er zwar aufs Podium fahren, aber am EuroSpeedway Lausitz und am Norisring erlebte der Phoenix-Pilot Wochenenden zum Abhaken.

"Es war einfach fantastisch", bejubelte Jarvis seine Pole gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wie du gesagt hast: Wir hatten zwei schlechte Wochenenden. Am Lausitzring war es nicht unbedingt unser Fehler, da hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wir waren immer noch recht schnell. Der Norisring war einfach ein Desaster. Doch ich bin hier recht zuversichtlich hergekommen. Ich mag Zandvoort und ich wusste, dass das Auto schnell sein wird. Das haben wir im vergangenen Jahr gesehen. Aber dass ich die Pole holen konnte, ist schon ein kleine Überraschung - aber eine schöne Überraschung."

Überraschend war für Jarvis aber auch, dass mit Rosberg-Pilot Mike Rockenfeller einem weiteren Audi-Jahreswagenfahrer der Sprung ins Shoot-Out der letzten Vier gelungen ist. Rockenfeller steht auf Startplatz vier. Die hochfavorisierten Audi-Neuwagen dagegen erlebten eine Schlappe. Bester war Martin Tomczyk auf Startplatz acht, für Spitzenreiter Timo Scheider, Mattias Ekström und Tom Kristensen war bereits nach Q2 Schluss.

"Das ist schon ein bisschen überraschend", pflichtete Jarvsi bei. "Ich habe ganz klar erwartet, dass die neuen Audis sehr schnell sein werden. Aber wir haben gesehen, dass die Zeiten so dicht beieinander gelegen sind, dass der kleinste Fehler oder ein bisschen Verkehr auf der Strecke am Ende den Unterschied ausmachen konnten. Ich dachte schon, dass die neuen Audis schnell genug sind, um es in die Top 4 zu schaffen. Leider hat es heute nicht für sie geklappt, aber ich denke, dass sie sich morgen nach vorn an die Spitze kämpfen können."

An der Spitze will sich aber auch der junge Brite behaupten. Er weiß jedoch, dass die zwei C-Klassen hinter ihm schon am Start versuchen werden, nach vorn zu ziehen. Denn sowohl Paffett als auch Spengler könnten morgen die Gesamtführung übernehmen. "Gary und Bruno werden sicher beide versuchen, zu gewinnen. An der Spitze der Meisterschaft geht es sehr eng zu. Ich weiß, dass sie beide sehr schnell sind. Wer weiß, was im Rennen alles möglich ist", blickte Jarvis voraus.

Viel werde auch vom Wetter abhängen: "Wir haben ja gesehen, dass in Zandvoort sehr wechselhafte Bedingungen herrschen. Es kann in der einen Minute sonnig sein und in der nächsten Minute regnen. Ich gebe einfach mein Bestes und versuche, einen guten Start hinzulegen, konzentriert zu bleiben und gute Rundenzeiten zu fahren."

Der Brite, der sich an den letzten Rennwochenenden sogar Schnee gewünscht hatte, um irgendwie eine Chance zu haben, von hinten nach vorn zu kommen, hat diesmal keine speziellen Bitten an Petrus. Jarvis ist für jedes Wetter gerüstet: "Wir sind im Qualifying mit dem Trockensetup gefahren, aber heute Morgen haben wir auch das Regensetup ausprobiert, sowohl im Trockenen als auch im Nassen. Und ich muss sagen, dass das Auto bei allen Bedingungen und mit beiden Setups gut ist." Am liebsten wäre ihm aber "ein schönes, trockenes Rennen, vielleicht ein kühles Rennen, zu heiß muss es wegen mir nicht werden. Warten wir es ab. Was auch immer passieren wird, wird passieren."

Jarvis selbst könnte sich mit einem Topergebnis morgen übrigens in der Gesamtwertung auch weit nach vorn katapultieren. Doch er gibt ehrlich zu: An die Tabelle denkt er nicht: "Es ist immer schön, wenn man in der Meisterschaft recht weit vorn ist, aber im Jahreswagen ist es wichtiger, dass man sein Potenzial zeigt und versucht, die anderen Jahreswagen zu schlagen. Ich denke, dass am Ende des Jahres die Neuwagen um den Titel kämpfen. Ich konzentriere mich einfach auf jedes einzelne Rennen und gebe mein Bestes."

Fotoquelle: xpb.cc

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