Die Zwei aus Q4: Polesetter Oliver Jarvis und Kollege Mike Rockenfeller

DTM 2009

— 18.07.2009

Die Audi-Stimmen zur Qualifikation

Jahreswagenpilot Oliver Jarvis konnte mit seiner Pole in Zandvoort Geschichte schreiben, doch für die Titelkandidaten verlief das Qualifying enttäuschend

Audi Pilot Oliver Jarvis hat in Zandvoort ein Stück DTM-Geschichte geschrieben: Der mit 25 Jahren jüngste Audi-Werksfahrer holte als erster Pilot in der "neuen" DTM die Pole Position mit einem Jahreswagen. Mit Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat auf den Startplätzen vier und sechs gehen zwei weitere Audi-Jahreswagen aus den ersten drei Reihen ins Rennen. Für die Neuwagenfahrer und Titelkandidaten der Ingolstädter verlief das Qualifying allerdings enttäuschend.

Mit Mattias Ekström, Tom Kristensen und Timo Scheider auf den Positionen neun, zehn und elf scheiterten die drei in der Gesamtwertung punktbesten Audi-Piloten bei wechselhaften Verhältnissen mit immer wieder einsetzendem Nieselregen überraschend schon im zweiten Qualifying-Abschnitt (Q2). Einzig Martin Tomczyk konnte sich mit einem aktuellen Audi A4 DTM in die Top 8 nach vorne arbeiten. Markus Winkelhock geht von Position zwölf ins Rennen, Katherine Legge von Rang 14.

Stimmen zur Qualifikation:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Die Leistung von Oliver Jarvis in einem Vorjahresauto kann man gar nicht weit genug hervorheben: Er hat das Zeittraining in seiner Hand gehabt und sich die Pole in der entscheidenden Runde mit allen Sektorbestzeiten geholt. Dass dieses Potenzial in ihm steckt, wussten wir schon immer - heute hat er es eindrucksvoll bewiesen. Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und analysieren, warum unsere aktuellen Fahrzeuge nicht dort stehen, wo sie hingehören. Für das Rennen werden wir eine Strategie erarbeiten, wie wir sie so weit wie möglich nach vorn bringen können. Dass das auch von diesen Startpositionen funktionieren kann, haben wir in der DTM schon mehr als einmal gesehen."

Oliver Jarvis: "Wow, was für ein toller Moment! Und das nicht nur für mich, sondern auch für meine Mannschaft vom Audi Sport Team Phoenix. Wir haben zwei unglückliche Wochenenden miteinander erlebt, umso erleichterter sind wir mit diesem Ergebnis heute. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Doch so toll das Gefühl jetzt auch ist: Wir wissen, dass das Rennen morgen hart wird und werden uns ab jetzt nur noch darauf konzentrieren."

Mike Rockenfeller: "Platz vier ist nicht schlecht, aber Oliver Jarvis steht auf Platz eins. Gratulation an ihn und seine Mannschaft, die toll gearbeitet haben. Er hat es auf den Punkt gebracht. Mein Auto war gut. Aber mit dem letzten Reifensatz in Qualifying 3 hatte ich unheimliche Schwierigkeiten. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte überhaupt keine Traktion. Diesen Satz musste ich auch in Q4 fahren. Der hatte also schon zwei Zeitrunden in Q3 absolviert. Damit war leider nicht mehr als Platz vier möglich."

Alexandre Prémat: "Ich bin zufrieden und enttäuscht zugleich. Zufrieden bin ich mit Platz sechs, denn im Freien Training blieben mir nach einem Ausrutscher nur 20 Minuten zum Fahren. Platz sechs war also ganz okay. Unzufrieden bin ich, weil ich einen kleinen Fehler gemacht habe. Ich habe zwei Zehntel verloren, sonst wäre ich ins vierte Qualifying gekommen. Aber ich bin glücklich, dass mein Teamkollege gezeigt hat, dass man mit diesem Auto auch auf Startplatz eins fahren kann. Das ist schön für das Team Phoenix, das heute Morgen mein Auto so gut und schnell repariert hat."

Martin Tomczyk: "In den ersten beiden Qualifyings lief alles nach Plan. In Q3 war meine erste gezeitete Runde bis zur vorletzten Kurve gut - dort habe ich mich leider leicht verbremst und kam von der Ideallinie ab. Damit war mein Qualifying gelaufen, denn ich hatte keine neuen Reifen mehr, sondern habe es mit diesem Satz noch einmal probiert. Das funktioniert hier in Zandvoort natürlich nicht. Grundsätzlich war das Auto gut genug für Platz eins, wie die vorherigen Sitzungen gezeigt haben. Ich ärgere mich über meinen Fehler."

Mattias Ekström: "Mein Auto war gut und richtig schnell. Ich bin in Qualifying 1 sogar die absolut schnellste Runde gefahren. In Qualifying 2 bin ich zunächst mit gebrauchten Reifen auf die Strecke gegangen, um einen Satz für das Rennen zu sparen. Im zweiten Anlauf, auf den es ankam, war ich hinter Katherine Legge, die gerade aus der Box kam. Hinter ihr habe ich nur minimal Zeit verloren. Sie hat mir korrekt Platz gemacht. Schlimmer war, dass es im letzten Drittel der Runde genieselt hat. Das hat die entscheidende Zeit gekostet."

Tom Kristensen: "Das war nicht das, was wir uns gewünscht hatten. Wir hatten grundsätzlich ein sehr schnelles Auto. Das haben wir am Morgen gesehen. Die Zehntel, die zu Qualifying 3 gefehlt haben, sind darin zu suchen, das wir zur falschen Zeit auf der Strecke waren. Im letzten Sektor haben uns einige Zehntel gefehlt. Man kann weinen oder lachen. Ich entscheide mich trotzdem für ein Lachen, denn ich beglückwünsche Oliver Jarvis zu einer tollen Runde, mit der er dem Team Phoenix die Pole Position eingebracht hat."

Timo Scheider: "Das Wort Katastrophe beschreibt mein Qualifying ziemlich genau. Ich kann nicht genau sagen, warum es so kam. Es kamen wohl einige Nuancen nicht richtig zusammen. Das gesamte Gripniveau war nicht das, das wir kennen. Vielleicht wirkten dieser spezielle Belag, die Temperatur und der Nieselregen ungünstig zusammen."

Markus Winkelhock: "Mit Platz zwölf kann ich nicht zufrieden sein. Das Auto konnte mehr. Ich hatte bloß am Schluss kein Glück. In Qualifying 2 hat der erste Reifensatz nicht perfekt funktioniert. Mit dem zweiten Satz lief es deutlich besser. Die ersten beiden Sektoren waren gut, aber ich kam zum Schluss leicht in den Verkehr und stand einmal quer. Da wurde die Zeit sofort schlechter und ich kam direkt an die Box."

Katherine Legge: "Das erste Qualifying war okay. Ich bin es locker angegangen und auf dem ersten Reifensatz lief es wie erwartet. Im zweiten Qualifying stimmte der Speed, doch es gab einige unerfreuliche Zwischenfälle. Daran können wir nichts mehr ändern. Ich bin aber zuversichtlich für morgen."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wir haben in Zandvoort in den vergangenen Jahren schon viele tolle Momente erlebt. Deshalb lassen wir uns von diesem verrückten Qualifying, das wir uns natürlich überhaupt nicht so vorgestellt haben, auch nicht aus der Bahn werfen. Wir werden unseren Fans an der Strecke und daheim morgen im Rennen eine Aufholjagd vom Allerfeinsten bieten. Jeder in unserer Mannschaft, egal ob Mechaniker oder Rennfahrer, wird alles geben, um nach vorn zu kommen."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Wir freuen uns riesig, dass wir es mit einem ein Jahr alten Auto erreicht haben, auf die Pole zu fahren. Schon am Morgen haben wir gesehen, dass es gehen kann. In den vergangenen beiden Qualifyings haben wir immer mit schlechtem Wetter gekämpft und es fiel uns schwer, denn wir hatten im falschen Moment die falschen Räder auf den Autos. Diesmal hat alles gepasst. Oliver war ab dem ersten Moment schnell. Gratulation an ihn und an das Team. Alex kam am Morgen auf nur acht Runden. Nun wurde er Sechster und es fehlte nicht viel zu Qualifying vier. Da muss man den Hut ziehen. Diese Leistung hätte ich nicht erwartet. Das rundet das Teamergebnis noch ab. Jetzt hoffe ich, dass wir im Rennen auch ganz vorn bleiben."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Glückwunsch an Ernst Moser und Oliver Jarvis. Es ist schön, dass ein Audi Jahreswagen auf der Pole steht. Bei 'Rocky' war auch einiges möglich, aber er hatte relativ unterschiedliche Reifensätze. Schade war es auch im Fall von Markus. Er hätte ins letzte Qualifying kommen müssen. Leider kam er in den Verkehr. Danke an die Mannschaft, die gut gearbeitet hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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