Norbert Haug konnte mit dem Qualifying in Zandvoort mehr als zufrieden sein

DTM 2009

— 18.07.2009

Haug: "Eine kleine Sensation"

Mercedes-Boss Norbert Haug freut sich über das überraschend gute Abschneiden, aber: "Im Rennen kann wieder alles anders aussehen"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte in der Qualifikation in Zandvoort mehr Grund zur Freude, als er selbst vorher erwartet hatte. Gary Paffett stellte seine neue C-Klasse als Zweiter in Startreihe eins, Bruno Spengler landete als Dritter in Reihe zwei. Paul Di Resta und Jamie Green komplettierten das gute Teamergebnis mit den Plätzen fünf und sieben.

"Ich muss mich bei unseren Jungs bedanken, es war wirklich ein toller Job", bilanzierte Haug. "Wir haben hier das Gewichtshandicap von zehn Kilo, das mehr als zwei Zehntelsekunden ausmacht. Deshalb hätten wir nicht damit rechnen können, in der ersten Reihe zu stehen. Aber es war eine tolle Teamleistung, dass wir vier Autos in die Top 7 gestellt haben." Für Haug ist es " schon eine kleine Sensation, dass unsere Ausgangsbasis besser ist als zuletzt am Norisring. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen."

"Das bedeutet für den Rennausgang natürlich noch gar nichts", hütete sich der Schwabe jedoch vor verfrühter Euphorie. "Wer weiß, vielleicht ist es morgen wieder andersrum. Wir haben das Rennen noch nicht gewonnen, aber für heute haben wir einen tollen sportlichen Kampf geliefert und wir haben eine gute Ausgangsbasis für morgen."

Natürlich habe Mercedes geholfen, dass "die neuen Audis ihren Speed nicht so auf den Punkt gebracht haben", räumte Haug ein: "Um ehrlich zu sein, war es eine ziemliche Überraschung. Niemand hätte erwartet, dass der schnellste neue Audi - und Mattias Ekström hat gezeigt, wie schnell die Audis hier sein können - am Ende auf Startplatz acht steht. Das zeigt, wie schwer es ist, bei wechselnden Bedingungen alles zusammenzukommen. Aber sie können mit einer guten Strategie im Rennen immer noch stark sein."

Gratulation an Jarvis

Haug verpasste es auch nicht, Polesetter Oliver Jarvis zu gratulieren: "Das hat er gut gemacht. Ich glaube, er hatte einen Satz frische Reifen, so hat es zumindest ausgesehen. Er ist beeindruckend. Er hatte am Norisring ein schlechtes Rennen, aber er hat seinen Speed schon ein paar Mal gezeigt. Und ich glaube, dass er wirklich einer von den jungen Herausforderern ist. Es ist eine gute Leistung, einen Jahreswagen zum ersten Mal auf die Pole Position zu stellen." Es sei für Jarvis natürlich hilfreich gewesen, dass sein 2008er-Audi 30 Kilogramm leichter ist, "aber er hat es sehr gut gemacht und ihm gebührt die Pole Position."

Wie immer wagt Haug noch keine Prognose für das Rennen - vor allem nicht auf einer Strecke wie dem Dünenkurs in Zandvoort bei der derzeitigen Wetterlage. "Wir haben eine recht gute Ausgangslage, aber das Rennen findet erst morgen statt. Wir haben wechselnde Wetterbedingungen, aber bisher lief es gut. Und ich glaube, es war auch wieder eine spannende Angelegenheit für die Zuschauer. Und es kam etwas heraus, was vielleicht niemand erwartet hätte. So sollte es sein."

Der Mercedes-Motorsportchef erwartet sich wieder ein "Strategierennen", denn die Audi-Neuwagenpiloten werden alles versuchen, um von hinten nach vorn zu kommen. Bei trockener Strecke spielen für Haug auch die Reifen eine entscheidende Rolle, deren Verschleiß in Zandvoort besonders groß ist. Und: "Wenn es nass ist, spielen ein paar andere Gesetze eine Rolle." Wichtig sei zunächst, einen guten Start zu haben.

Sogar Jahreswagensieg möglich?

Haug hat aber auch die Jahreswagen mit auf der Rechnung. Jarvis steht auf der Pole, sein Audi-Kollege Mike Rockenfeller auf P4. Und Norisring-Sieger Green ist Siebter. "Ich glaube, dass wir die Autos jetzt mal richtig eingestuft haben. Wir haben ein kompaktes Feld", so Haug. "Die guten Jahreswagenfahrer mischen vorne mit, auch in der Punktevergabe bisher. Und die können morgen ein Rennen gewinnen, das ist keine Frage."

"Aber ich kenne auch die Jungs von Audi, Mattias Ekström und Timo Scheider", betonte der Schwabe. "Mit einem guten Start von hinten sind gleich mal drei oder vier Plätze gut gemacht, wenn es gut geht. Allerdings ist es in der Tarzankurve auch relativ riskant, wenn man außenrum fährt. Es kann sein, dass man da in den Kies gerät. Es ist alles möglich, wir haben das Rennen noch nicht gewonnen. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Es wäre nicht schlecht, wenn wir den Start gewinnen könnten. Wichtig wäre schon mal, mehr Punkte als die unmittelbaren Rivalen zu machen, die weiter hinten los fahren."

Und dann gibt es doch noch ein paar Gründe, die Haug optimistische stimmen: "Wenn man das Gewichtshandicap von zwei Zehntel mit einberechnet, dann sehen wir so schlecht nicht aus. Wir waren nie die Zandvoort-Spezialisten. Wir haben hier zwar schon gewonnen, aber das war zum letzten Mal 2005. Aber wir waren im Renntrimm meistens schneller im Konkurrenzvergleich als im Qualifying. Audi war hier stark, ist hier stark. Und deshalb kann das Rennen morgen wieder anders aussehen als das Qualifying. Wir werden sehen. Aber ich denke: Schwach sollten wir nicht sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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