Falsch getimt: Ralf Schumacher mit HWA-Technikchef Gerhard ungar

DTM 2009

— 18.07.2009

Ralf Schumacher: Um Sekunden im Timing daneben

Ralf Schumacher erlebt ein Déjà Vu: In Zandvoort schon wieder hinten - Seine Crew schickte ihn zu spät auf die schnelle Runde, Qualifikation früh beendet

Bei Mercedes übte man sich bei der Qualifikation in Zandvoort in Selbstironie: Nach dem Runden-Malheur des Qualifyings am Norisring zierte ein großer spezieller Rechenschieber den Kommandostand an der Boxenmauer. Der Schieber hatte acht Kugeln - damit es wirklich nicht wieder passieren kann, dass in Q3 zu viele Runden gefahren werden.

Doch böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass man vielleicht am besten auch noch eine Stoppuhr dazu gelegt hätte. Dann wäre vielleicht auch nicht passiert, dass Ralf Schumacher in Q1 um Sekunden zu spät herausgeschickt wurde. Als er zu seinem letzten Schuss ausrückte, war die Zeit zu knapp, um nach der Outlap noch eine fliegende Runde drehen zu können. Schumacher wurde abgewinkt, er hatte keine Chance mehr, sich noch zu verbessern. Die Folge: der 19. und letzte Startplatz. Immerhin rückte er später noch um einen Platz nach vorn, weil Mathias Lauda nach hinten versetzt wurde, nachdem er Schumacher gerammt hatte.

"Wir sind halt zu spät rausgegangen", resümmierte Schumacher die verkorkste Qualifikation. Das Team habe ihn aus der Box auf die Strecke geschickt, "und nachher haben wir dann festgestellt, dass wir zu spät draußen waren. Das Timing hat nicht geklappt. Ich bin abgewinkt worden und bin wieder rein gefahren." Um viel hat sich das Team allerdings nicht vertan: "Mir haben vielleicht vier oder fünf Sekunden gefehlt. So was kann im Eifer des Gefechts passieren. Das ist halt so." Und er fügte ironisch hinzu: "Auf jeden Fall war ich im Vergleich zum vergangenen Jahr konstant." 2008 war er in Zandvoort im Qualifying ebenfalls Letzter.

Erst am Norisring zu viele Runden in Q3, dann in Zandvoort zu spät in Q1 rausgefahren: Zum zweiten Mal in Folge hat das Team in Schumachers Qualifikation einen Wurm hereingebracht. Doch auf die vorsichtigen Fragen der Journalisten, was hinter stecken könnte, dass es ausgerechnet schon wieder ihn erwischt hat, wiegelt Schumacher gleich ab: "Stopp, halt, 180-Grad-Wende!"

"In diesem Fall war es ein reines Missverständnis in der Kommunikation zwischen dem Kommandostand und meinem Ingenieur", betonte er. "Es war nichts, was sich wiederholen würde. Der Funk war blockiert, lassen wir es uns auf den Funkverkehr schieben. Wir wollten es exakt timen, sind dann aber um die paar Sekunden zu spät raus. Es hat nicht ganz geklappt. Natürlich ist es schade, aber was will man machen. Wichtig ist, dass meine Teamkollegen vorn sind."

Seine Kollegen Gary Paffett, Bruno Spengler und Paul Di Resta holten die Startplätze zwei, drei und fünf. Ganz so weit vorn hätte er sich nicht eingereiht, räumte Schumacher ein: "Ich bin sicher mit der Strecke hier noch nicht so ganz eins. Aber ich wäre nicht Letzter geworden. Ich traue mir schon zu, dass ich irgendwo etwas weiter vorn gestanden wäre. Aber in die Top 4 wäre ich heute sicherlich auch nicht gekommen, das steht fest. Realistisch hätte ich irgendwo zwischen acht und zwölf fahren können."

Dann kam Lauda...

Zu allem Überfluss geriet sich Schumacher dann auch noch mit seinem Markenkollegen Lauda im Mücke-Mercedes ins Gehege. Der Österreicher war auf seiner letzten schnellen Runde, als er auf Schumacher auflief, der gerade aus der Box kam. Lauda wollte ausweichen und zog nach außen. Dabei verlor er das Heck und geriet in die Wiese. "Es war ein Missverständnis unter Teamkollegen, beschreiben wir es mal so", sagte Schumacher dazu. "Ich habe ihn sehr spät gesehen. Aber dann war er auch schon vorbei und war auch etwas zu zügig. Er ist ja nicht umsonst nach außen geraten. Es war sicherlich für seine Runde nicht hilfreich, aber verbremst hätte er sich wahrscheinlich trotzdem. Doch man mag einräumen, dass ihn das irritiert hat, dass ich da war."

Danach versuchte Lauda, Schumacher doch noch zu überholen, um eventuell noch eine weitere schnelle Runde anzuhängen. Das Manöver missland: Lauda krachte Schumacher in die Seite. "Ich glaube, das war Misskommunikation. Er wollte einfach vorbei und dachte, ich gehe vom Gas", so Schumacher. Die beiden trafen sich danach bei der Rennleitung, Lauda wurde bestraft.

Es wird rund gehen

Schumacher geht damit vom 18. und vorletzten Startplatz ins Rennen. "Dann fahre ich eben morgen nach vorn. Von hinten aus habe ich das ja im Griff", sagte er lachend. Und da weiß er, dass er sich zunächst einmal aus allen Nicklichkeiten in Tarzanbucht und Co. heraushalten sollte. Auch im Mittelfeld dürfte es am Start hoch hergehen, prophezeit Schumacher mit dem Blick auf die 2009er-Audi-Piloten, die auf den Plätzen acht bis elf stehen: "Die sind sicherlich auch hoch motiviert..."

"Ich glaube, dass da einiges passiert. Es ist ein sehr langes Rennen". erklärte er. Und hat er selbst spezielle Wünsche an die Renngötter? "Grundsätzlich - ohne dass sich jemand verletzt - wäre es schön, wenn sich ein paar in die Haare geraten würden. Das wäre mal der erste Wunsch. Regen wäre vielleicht auch nicht schlecht. Wer weiß, was passiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Fotoquelle: xpb.cc

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