Oliver Jarvis und Mattias Ekström beschäftigen derzeit noch den DMSB

DTM 2009

— 19.07.2009

Ekström/Jarvis: Strategie oder Stallregie?

Lag es am Alter der Reifen, dass Mattias Ekström am Ende noch vor auf Platz zwei kam - oder wurde da vom Team nachgeholfen?

Mattias Ekström Zweiter, Oliver Jarvis Dritter - so lauten die derzeitigen Positionen der beiden Audi-Piloten in der Ergebnisliste des Zandvoort-Rennens. Aber endgültig ist das noch nicht. Der DMSB prüft noch einmal genau nach, was da in den letzten Rennrunden passiert ist. Ekström hatte durch Probleme beim zweiten Boxenstopp Zeit verloren und lag auf Rang vier. Doch erst konnte er sich Alexandre Prémat im Audi-Jahreswagen von Phoenix schnappen, dann dessen Teamkollege Jarvis. Und so wurde der Schwede am Ende noch Zweiter, was ihm acht wichtige Punkte für den Titelkampf einbrachte.

Der DMSB prüft nun genau, ob dabei alles mit rechten Dingen zugegangen ist - oder ob Audi mit Stallregie nachgeholfen hat. Das ist seit der Saison 2008 verboten - unter anderem wegen des Rennverlaufs 2007 in Zandvoort, als Alexandre Prémat seinen sicheren Sieg wenige Meter vor dem Ziel an Martin Tomczyk abgeben und Timo Scheider seinen dritten Platz Ekström überlassen musste.

Doch bei Audi wird betont: Es war keine Stallregie, sondern Ekström hatte schlichtweg die bessere Strategie. Der Schwede war der Letzte, der seinen zweiten Boxenstopp absolvierte. Dadurch war sein dritter Stint wesentlich kürzer als der von Jarvis, der recht früh schon zum zweiten Mal Reifen geholt hatte. Zudem hätten Susie Stoddart und Katherine Legge mit Ausritten Dreck auf die Strecke gebracht. Diesen Dreck hätten Jarvis und Prémat mit ihren Reifen aufgenommen, was sie zudem ausgebremst habe.

"Mein Auto war sehr gut und die Jungs vor mir hatten mehr Probleme als ich", schilderte Ekström die letzten Runden aus seiner Sicht. Er war auf einer ganz anderen Strategie unterwegs als alle anderen. Zwar bekam er wegen des hohen Reifenverschleißes in Zandvoort am Ende seines sehr langen ersten Stints Probleme, "doch die Zeit, die ich da verloren habe, konnte ich im letzten Stint wieder aufholen."

"Ich hatte am Ende viel bessere Reifen als die meisten anderen. Ich glaube, ich war der Letzte, der zum Boxenstopp kam und das macht hier einen großen Unterschied aus", so Ekström. Im letzten Stint hatte ich gute Reifen, während die der anderen schon abgefahren waren." Er räumte aber auch ein: "Sie haben sich nicht besonders hart gegen mich gewehrt. So wurde ich am Ende Zweiter."

Jarvis pflichtete den Ausführungen Ekströms bei. Schon nach der Zieldurchfahrt dementierte er, vom Team dazu aufgefordert worden zu sein, Ekström passieren zu lassen. Die Dinge nahmen dem Briten zu Folge ihren Lauf, als er in seinem Mittelstint kurz von der Strecke abkam und der von hinten Druck machende Gary Paffett an ihm vorbeiziehen konnte. "Wegen meines Fehlers bin ich sehr früh zum zweiten Boxenstopp gekommen", schilderte der Phoenix-Pilot. "Der Plan war eigentlich, so wieder an Gary vorbeizukommen." Doch er wusste, dass er wegen seines langen letzten Stints am Ende des Rennens Probleme mit den Reifen bekommen würde.

"Ich habe meine Pace an die von Alex hinter mir angepasst, denn er war für mich dann noch der Einzige, der mir gefährlich werden konnte", berichtete Jarvis. "Dann hat auch er Probleme bekommen. Dazu hatte ich auch noch Dreck auf den Reifen, ich musste also wirklich kämpfen. Ich war sehr erleichtert, als sich die Zielflagge gesehen habe. Mattias tauchte so schnell hinter mir auf, dass ich wirklich überrascht war."

Ohne große Gegenwehr ließ er Ekström passieren: "Wie man weiß, hatten wir bei Audi in der Vergangenheit hin und wieder Probleme mit gegenseitigen Berührungen", erläuterte Jarvis. "Und als ich gesehen habe, wie viel schneller er war als ich, wäre es verrückt gewesen, gegen ihn anzukämpfen. Er konnte in der zweiten Haarnadel an mir vorbeischlüpfen. Danach habe ich pro Runde rund eine Sekunde auf ihn verloren."

Der eine happy, der andere weniger

Und so kann sich Ekström - zumindest vorläufig - über seinen zweiten Platz freuen. "Nach dem gestrigen Tag war das heute ein großartiger Tag", sagte der Schwede, der sein Rennen als "actionreich" bezeichnete: "Schon am Start ging es recht eng zu. Ich konnte Jamie Green überholen." In seinem langen ersten Stint musste er kämpfen: "Die Reifen waren nach einer Weile ganz schön abgefahren. Wenn man dann auch noch für sich allein fährt, dann braucht man viel Konzentration." Nach dem ersten Stopp kam er hinter Paul Di Resta auf die Strecke, den er noch in der Outlap überholte. Somit hatte er im Mittelstint freie Fahrt und konnte schnelle Rundenzeiten hinlegen. Bei Ekströms zweitem Boxenstopp gab es zwar Probleme mit dem rechten Hinterrad, doch das hatte dann ja keine schwerwiegenden Folgen für ihn.

Jarvis wirkte weniger glücklich. "Ich würde nicht sagen, dass ich mit Platz drei leben kann", sagte er. Dass er nicht weiter vorn gelandet ist, habe aber allein an seiner Pace gelegen: "Ich glaube nicht, dass wir heute die Pace gehabt hätten, um das Rennen zu gewinnen. Das hat sich am Ende des Rennens gezeigt. Mattias konnte mich ganz easy überholen und Gary hat am Ende nicht wirklich gepusht. Ich kann mir vorstellen, dass er heute wesentlich schneller war als ich. Ich muss zufrieden sein. Natürlich ist es ein bisschen enttäuschend, wenn man von der Pole startet und große Erwartungen hat."

Doch zumindest hatte der Brite im ersten Stint seinen Spaß, als er seine Führungsposition vom Start weg gegen Paffett verteidigen konnte: "Gary hat ziemlich Druck gemacht und ich hatte Probleme mit meinem Auto. Ich denke, dass man im Fernsehen ein paar interessante Momente gesehen hat. Ich hatte massives Übersteuern, vor allem in der letzten Kurve. Gary war schnell, aber ich wusste, dass es schwierig für ihn sein wird, mich zu überholen, solange ich mein eigenes Rennen fahre und mich ein bisschen verteidige. Ich hatte das nötige Selbstvertrauen und wusste was zu tun ist."

"Es ist immer schön, wenn man in Kämpfe involviert ist, vor allem, wenn das Ganze an der Spitze stattfindet", so Jarvis. "Ich hatte ein paar schlechte Wochenenden. Dass ich hier von der Pole starten und im ersten Stint führen konnte, war ein Traum." Doch im Mittelstint "habe ich einen Sekundenbruchteil zu spät eingelenkt, ich habe einen kleinen Fehler gemacht, den ich teuer bezahlen musste. Gary konnte mich überholen und leider hatte er die Pace, um davon zu ziehen. Da konnte ich nicht mehr mithalten." Ob er auch wirklich nicht die Pace hatte, Ekström hinter sich zu halten, muss nun vom DMSB beantwortet werden.

Fotoquelle: xpb.cc

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