Ralf Schumacher konnte das Potenzial der C-Klasse in Zandvoort nicht nutzen

DTM 2009

— 20.07.2009

Schumacher: "Ich war einfach zu langsam"

Ralf Schumacher wird nun Daten analysieren, um herauszufinden, warum er mit dem Auto, das in Zandvoort gewonnen hat, selbst nicht zurechtkam

Zugegeben: Die Ausgangslage war für Ralf Schumacher nach dem Timingfehler im Qualifying nicht die beste. Der Mercedes-Pilot musste vom vorletzten Startplatz ins Rennen gehen. Doch andere Fahrer haben gezeigt, dass man auch von hinten nach vorn fahren konnte, wenn man schnelle Rundenzeiten hinlegen konnte und die passende Strategie hatte. Schumacher allerdings war dies nicht gelungen. Er blieb hinten und kam als 13. ins Ziel. Da drei vor ihm liegende Audi-Piloten aus der Wertung genommen wurden, belegt er im derzeitigen Klassement Rang zehn.

"Ich war einfach zu langsam, da brauchen wir nicht drumherum zu reden", analysierte Schumacher. "Ich hatte ein paar Probleme, das Auto war für mich sehr schwer zu fahren, was sicherlich nicht am Auto lag, sondern wahrscheinlich an mir. Das Handling war sehr schwierig, ich hatte viel Übersteuern." Doch schließlich habe die neue C-Klasse das Rennen gewonnen: "Also muss ich mich auf das Auto einstellen. Das ist mir heute nicht gelungen."

Es sei "sicherlich ein bisschen schade für die Jungs, die sehr viel arbeiten und lange Nächte haben, wenn dann nicht einmal ein Punkt dabei herausspringt, obwohl es bei diesem Rennen heute sicherlich möglich gewesen wäre." Auch eine mutige Strategie hätte bei ihm heute nichts geholfen, gab sich Schumacher weiter selbstkritisch: "Weil ich einfach von der Rundenpace her zu langsam war. Von daher hätte man glaube ich auch mit der Strategie nichts retten können. Da muss man schon auch die entsprechenden Rundenzeiten fahren können. Das war heute bei mir nicht möglich."

Und so macht sich Schumacher auf die Suche nach den Ursachen. Dass es einfach an der Streckencharakteristik von Zandvoort liegt, glaubt er nicht. Schließlich sei er hier im vergangenen Jahr im Rennen schnell unterwegs gewesen. Woran lag es dann? "Wenn ich es wüsste, hätte ich es im Rennen geändert. Ich habe es versucht, aber bei dem Auto gibt es eben gewisse Dinge, die man beachten muss. Und da bin ich scheinbar noch nicht so ganz dahinter gekommen. Wenn ich es wüsste, wäre ich nicht so langsam gewesen."

Er sei jetzt "natürlich nicht gerade happy mit mir selbst". Deshalb werde er jetzt genau analysieren, wo das Problem lag. "Es hilft ja nichts, wenn ich sinnlos sauer bin. Ich muss einfach durch die Daten gehen, schauen, was die Teamkollegen wo wie anders gemacht haben und daraus lernen."

Dabei sollte er sich vor allem die Daten von Gary Paffett vornehmen, der trotz Gewichtsnachteil und ungünstiger Streckencharakteristik den Sieg geholt hat. "Auf der historisch gesehenen 'Audi-Strecke' war das natürlich toll. Nach dem etwas schwierigen Anfang dieses Jahres hätte ja keiner damit gerechnet. Und da kann man nur den Hut ziehen vor der Leistung, die HWA da gebracht hat", so Schumacher.

Paffetts Sieg hat aber auch für Schumacher Folgen: In Oschersleben ist damit auch seine C-Klasse wegen des Erfolgsballasts 20 Kilo schwerer als die neuen Audis. Zumindest scheint ihm der Kurs in der Börde zu liegen: "Im vergangenen Jahr war ich dort ganz fix, da bin ich Neunter oder Zehnter geworden, das war okay." Doch Konkurrenz wittert er dort nicht nur bei den 2009er-Audis, sondern auch im Jahreswagenlager: "Die werden ja dort noch ein Stück leichter werden. Mit den Jahreswagen wird es wieder sehr spannend."

Fotoquelle: xpb.cc

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