Timo Scheider hat in Oschersleben den 50. Sieg für Audi geholt

DTM 2009

— 02.08.2009

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Audi holte mit Timo Scheider an der Spitze einen Dreifachsieg in Oschersleben, doch es gab für die Ingolstädter auch Anlässe, frustriert zu sein

Das Jubiläum ist perfekt: Vor 64.000 Zuschauern (am Wochenende) hat Titelverteidiger Timo Scheider in der Motorsport Arena Oschersleben den 50. Sieg für Audi in der DTM geholt. Mattias Ekström und Martin Tomczyk komplettierten einen souveränen Audi-Dreifachsieg. Polesetter Tom Kristensen konnte nach einer Durchfahrtsstrafe als Achter noch einen Punkt holen.

Enttäuschend verlief das Rennen für die Fahrer der Audi-Vorjahresfahrzeuge. Oliver Jarvis verlor zwei sicher geglaubte Punkte drei Runden vor dem Ziel durch einen Reifenschaden - ein Schicksal, das er mit Markus Winkelhock teilte. Mike Rockenfeller schubste in der drittletzten Runde Alexandre Prémat ins Kiesbett und erhielt dafür nachträglich eine Zeitstrafe von 30 Sekunden. Auch das Rennen von Katherine Legge endete nach einem Ausrutscher vorzeitig.

Mit seinem zweiten Platz holte Mattias Ekström in der Gesamtwertung Tabellenführer Gary Paffett ein. Beide haben bei Saisonhalbzeit 28 Punkte. Timo Scheider liegt nur einen Punkt dahinter auf Rang drei.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Ein fast perfekter Tag für Audi, denn leider hat Tom Kristensen es nicht geschafft, von der Pole-Position aus das mögliche Top-Resultat einzufahren. Die Performance hätte er heute sicher gehabt, denn er ist trotz seiner Durchfahrtsstrafe noch in die Punkte gekommen. Ansonsten war das heute eine ganz starke Teamleistung. Leider galt das nicht für die Vorjahresautos, die alle mit dem Handling zu kämpfen hatte. Es sind Dinge passiert, die unter Teamkollegen eigentlich nicht vorkommen sollten. Aber alles in allem haben wir gemeinsam mit allen Audi-Fans ein tolles Wochenende erlebt."

Timo Scheider: "Ich bin stolz darauf, für Audi den 50. Sieg in der DTM geholt zu haben. So ein Erfolg fühlt sich gleich doppelt so gut an. Der Schlüssel heute war ganz klar der Start, um in den ersten Kurven vorn zu sein. Danach hat es eine gute Strategie und zwei perfekte Stopps gebraucht, die meine Jungs vom Team wieder hervorragend hinbekommen haben - vielen Dank dafür. Danach konnte ich mir das Rennen gut einteilen und musste nur auf das reagieren, was meine Verfolger gemacht haben."

Mattias Ekström: "Tolle Sache, zur Halbzeit der DTM gemeinsam mit Gary Paffett an der Spitze der Tabelle zu stehen. Wir kennen uns gut aus dem Titelkampf 2005, so dass sich die Fans bestimmt auf eine spannende zweite Saisonhälfte freuen können. Eines habe ich mir für die nächsten Rennen aber fest vorgenommen: endlich meinen ersten Lauf in diesem Jahr zu gewinnen."

Martin Tomczyk: "Ein schönes Gefühl, nach so einer langen Durststrecke endlich einmal wieder auf dem Podium zu stehen. Die Positionen in Zandvoort oder hier in Oschersleben - da fühle ich mich wohl und da gehöre ich eigentlich auch hin, wie ich glaube. Von mir aus könnte es gern so weiter gehen: Mit dem Nürburgring und Brands Hatch kommen jetzt zwei Strecken, die mir gut liegen."

Tom Kristensen: "Meine Audi-Kollegen haben ein sehr gutes Ergebnis abgeliefert und standen alle auf dem Podium. Da wäre ich auch gerne gewesen. In der Startaufstellung stand ich jedoch ein paar Zentimeter zu weit vorn, was ich leider nicht sehen konnte. Ich verlor wohl die Konzentration während des Funkkontakts. Dann erhielt ich eine Strafe, die nach meiner Meinung nicht ganz zum Vergehen passt. Ich musste durch die längste Boxengasse der DTM fahren. Danach war ich Letzter. Das war zu hart, wenn man sich die Geschichte der Strafen ansieht im Fall von Fahrzeugen, die nicht exakt in der Markierung gestanden haben. Das Auto war brillant, und zwar bereits im Qualifying und im Warm-up. Auch im Rennen war es sehr gut. Es war schön, einen Punkt zu erkämpfen und Jamie Green zu überholen. Ein Punkt bedeutet, dass ich noch ein wenig lächeln kann, was ich aber während des gesamten Rennens nicht konnte."

Mike Rockenfeller: "Der Start war super, ich konnte Plätze gutmachen. In Turn 3 fuhr ein Mercedes neben mir und mir zwei, drei Mal in die Seite. Ich musste auf die Wiese und war nur noch 14. Zunächst lag ich hinter meinem Teamkollegen. Dann hatten wir gute Stopps und eine gute Strategie. Am Ende wäre fast noch ein Punkt möglich gewesen. Ich fuhr direkt hinter Alex Prémat, der mit Maro Engel gekämpft hat. Ich wollte vorbeikommen und war schon einmal neben ihm. Als er einlenkte, hatte er stehende Räder. Ich habe versucht, noch zu bremsen. Es war ein klassischer Rennunfall. Er hat eingelenkt, ich hatte keinen Platz mehr. Es hat leider gekracht. Es tut mir Leid für Alex und das Team Phoenix. Wir haben beide hart gekämpft. Das ist am Ende nicht belohnt worden."

Oliver Jarvis: "Ich hatte einen guten Start und eine gute erste Runde, doch bald hatte ich etwas mit Übersteuern zu kämpfen. Wir hatten zwei schnelle Boxenstopps. Gegen Ende des Rennens brach das Heck extrem stark aus. Zum Schluss musste ich mit einem Reifenschaden aufgeben."

Alexandre Prémat: "Grundsätzlich war es ein ganz gutes Rennen. Zum Schluss war es schade, dass zwei Markenkollegen in einen Unfall verwickelt waren, als wir auf Platz acht und neun lagen. 'Rocky' bekam als 13. schließlich auch keine Punkte mehr. Das ist schlecht fürs Team und auch für mich, denn ich wollte Punkte sammeln. Glückwunsch an Audi Sport zum Gesamtergebnis."

Katherine Legge: "Mein Start war eigentlich sehr gut, doch im Tumult der ersten Kurven verlor ich wieder den Anschluss. Nach vier oder fünf Runden begannen Bremsprobleme. Die Bremskraftverteilung änderte sich permanent. Am Ende blockierten meine Räder und ich rutschte ins Gras. Das war leider kein gutes Rennen."

Markus Winkelhock: "Mein Start war mittelmäßig. Ich verlor eine Position an Ralf Schumacher, gewann aber wieder einen Platz, weil 'Rocky' ausgangs der zweiten Kurve ins Gras musste. So konnte ich ihn überholen. Die Balance war schlechter als im Warm-up, das Auto übersteuerte stark. Leider hatte ich dann hinten rechts einen Reifenschaden, was gegen Rennende auch Oliver Jarvis passierte. Da ich kein Risko eingehen wollte, habe ich das Auto abgestellt."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Ich glaube, das war eine tolle Antwort auf das Rennen in Zandvoort. Das Team hat hervorragend gearbeitet. Gratulation an alle. Es ist alles perfekt gelaufen. Man kann nur stolz sein, wenn man so zurückkehrt und mit dieser Dominanz gezeigt hat, dass mit uns wieder zu rechnen ist. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Oliver Jarvis ist optimal weggekommen und hat seine Position gehalten, Alex Prémat hat nur einen Platz verloren, konnte sich aber in den ersten beiden Kurven wieder einiges zurückerobern. Wir haben versucht, durch frühe Stopps Mercedes in Schach zu halten. Das ist uns nicht gelungen, weil das Tempo von Di Resta und Paffett zu hoch war. Das ist schade, denn wir wollten für Audi viele Punkte holen. Einzig mit Spengler konnten wir mithalten, doch er trieb Oliver in einen Fehler und überholte ihn. Drei Runden vor Schluss beide Autos zu verlieren, ist natürlich schade. Wenigstens diese beiden Punkte hätte ich gern mitgenommen. Jetzt werden unsere Autos zum Nürburgring wieder fünf Kilogramm leichter und wir sind weiter hoch motiviert."

Arno Zensen: "Schade, dass 'Rocky' zu Beginn etwas abgedrängt worden ist und sehr viele Plätze verloren hat. Das Tempo war da, was man später sehen konnte. Er fuhr ein gutes Rennen. Schade, dass sich dann der Vorfall mit Alex Prémat ereignete, der zuvor schon mehrfach quer stand. Ein halber Meter mehr Platz, und es hätte funktionieren können und wir hätten noch einen Punkt gemacht. Markus Winkelhock hatte einen Reifenschaden."

Fotoquelle: xpb.cc

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