Am 17. August fällt die Klappe: Audi und Mercedes stoppen ihre Entwicklung

DTM 2009

— 09.08.2009

Entwicklung: Rien ne va plus!

Nichts geht mehr in der DTM: Nach dem nächsten Rennen wird eingefroren, große Neuerungen wird es bis dahin nicht mehr geben - Kräfteverhältnis verspricht Spannung

Der 17. August 2009 ist der Stichtag in der DTM: Ab diesen Tag gilt der Entwicklungsstopp. Insbesondere Aerodynamikbauteile, Sicherheitszelle und -käfig, Radträger, Lenkungssystem und Motor dürfen danach nicht weiter modifiziert werden. Unmittelbar nach dem DTM-Lauf auf dem Nürburgring (16. August) werden dazu von den beteiligten Herstellern Referenzteile an den DMSB übergeben, im Detail fotografiert und dokumentiert, um dann bei den technischen Überprüfungen die richtige Basis zu bilden.

Gut eine Woche haben die beiden Hersteller Mercedes und Audi also noch Zeit, ihre Boliden zu optimieren - dann geht nichts mehr. Mit dem Entwicklungsstand, den die Autos am 17. August haben, müssen sie nicht nur die restliche Saison 2009 bestreiten, sondern auch das gesamte Jahr 2010. Wer nun allerdings denkt, dass in Stuttgart und Ingolstadt hinter den Kulissen jetzt noch einmal hektische Arbeit und ein letztes Entwicklungsrennen stattfindet, der täuscht sich.

Denn jetzt macht es für die Hersteller keinen Sinn mehr, noch große Neuerungen aus dem Hut zu zaubern. "Jetzt ist eigentlich Schluss", sagt Hans-Jürgen Abt gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wenn wir es jetzt nicht haben, dann haben wir es nie mehr. Ich glaube nicht, dass noch jemand bis zum Nürburgring irgendwelche großen Aktionen startet." Denn es gilt, sich auf die Vorbereitung auf das Rennen in der Eifel zu konzentrieren: "Und es geht ja auch noch um die Meisterschaft in diesem Jahr. Da haben wir genug zu tun. Das andere haben wir schon alles abgearbeitet."

Laut Mercedes-Pilot Bruno Spengler können die Ingenieure nun höchstens noch das vergangene Rennen in Oschersleben analysieren "und noch ein paar Tricks finden. Dann kann man nichts mehr machen." Nervös ist Spengler vor dem Tag X nicht, "aber man weiß, dass es sehr wichtig ist, jetzt in die richtige Richtung zu gehen. Ich habe dieses Jahr ein gutes Gefühl mit meinem Auto. Wir als Fahrer müssen die richtigen Kommentare geben."

Auch sein Mercedes-Kollege Gary Paffett sieht dem Entwicklungsstopp gelassen entgegen: "Wir haben bewiesen, dass unser Auto gut ist. Die Arbeit am Setup bestimmt, ob du gewinnst oder verlierst. Aber unser Paket ist sehr gut", sagt der aktuelle DTM-Spitzenreiter. "In Oschersleben waren wir vielleicht nicht so gut wie die Audis, aber in Zandvoort waren wir besser. Ich denke, die Autos sind sehr eng zusammen und es ist der beste Zeitpunkt, die Autos einzufrieren."

Für Ralf Schumacher sieht es im Moment sogar so aus, "als ob wir die Nase ein bisschen vorn hätten". Es käme jedoch darauf an, dass man in Sachen Abstimmung "das Auto optimal trifft. Ich glaube, dass es am Ende sehr ausgewogen ist". Für Schumacher ist der 17. August ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um die Technik einzufrieren. Er geht davon aus, "dass es im nächsten Jahr sicherlich spannende Rennen gibt."

Der "Turnaround" im Kräfteverhältnis

Tatsächlich verspricht das Kräfteverhältnis derzeit - und damit wohl auch in der Saison 2010 - recht ausgeglichen zu sein. Audi ist in der Qualifikation stark, Mercedes scheint in Sachen Rennperformance vorn zu liegen. "Das war ganz umgekehrt, wir waren die absoluten 'Pole-Könige'", erinnert sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Überrascht ist er von diesem "Turnaround" aber nicht: "Du arbeitest an deinen Schwächen. Wenn du keine Starts kannst, dann arbeitest du an deinen Starts. Wenn du Zandvoort nicht kannst, dann arbeitest du an Zandvoort. Bei Lowgrip war der Audi gut und wir schlechter. Jetzt ist es gerade umgekehrt."

Und Mercedes hat eben auch am Umgang mit den Reifen über die Renndistanz gearbeitet. "Es mag sein, dass einem das im Qualifying ein kleines Gebrechen ist. Der Reifenflüsterer im Rennen ist nicht der, der im Qualifying das Letzte aus dem Reifen herausholt", erklärt Haug. Das sei ähnlich wie in der Formel 1: "Wenn du im Rennen schonend mit dem Reifen umgehst, dann kriegst du den Peak auf der einen schnellen Runde eher nicht so hin."

Die Kombination aus "Stärken" und "Schwächen" der beiden Hersteller hat jedenfalls dazu geführt, dass es derzeit in der DTM so eng zugeht, wie schon lange nicht mehr. Deshalb kommt auch für Audi-Teamchef Abt die Einfrierung zum richtigen Zeitpunkt: "Wenn die Autos wieder eingesetzt werden, dann werden wir den gleich spannenden Sport sehen und das wollten wir ja. Die ITR hat auch hart daran gearbeitet, kosteneffektiv zu sein. Das ist für alle Beteiligten in der heutigen Zeit der richtige Weg, tollen Motorsport zu zeigen, aber mit finanzieller Ersparnis. Das ist ein gutes Zeichen."

Erst Enfrieren, dann Test in der Lausitz

Getestet wird bis zum Stichtag nicht mehr. Allerdings treffen sich Audi und Mercedes in den Tagen nach dem Einfrieren auf dem EuroSpeedway Lausitz, wo beide Hersteller einen Test eingeplant haben. Neue Teile werden dort nun nicht mehr ausprobiert - was also wird dann dort gemacht?

Abt gibt gleich einmal zu bedenken, dass der Lausitz-Test bereits seit Anfang des Jahres geplant ist: "Da war noch nicht vorgesehen, dass man am Nürburgring einfriert." Doch völlig nutzlos ist der Test nun nicht geworden. Zum einen will Audi daran konzentriert arbeiten, die Schwächen, die man bisher auf dem EuroSpeedway hatte, zu verbessern. Und zum anderen sind für Abt "Tests immer gut. Die Fahrer halten sich damit warm. Nach dem Nürburgring steht eine Pause an und da ist es für die Piloten ganz gut, wenn sie noch einmal so zum Fahren kommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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