Norbert Haug hofft mit dem Einfrieren auf einen "maximalen Spareffekt"

DTM 2009

— 14.08.2009

Haug zum Entwicklungsstopp: Das Gebot der Stunde

Norbert Haug wagt keine Prognose, wer am Tag X besser da steht - Maximales Sparen nur möglich, wenn 2010 keine neuen Autos gebaut werden

Der Tag X ist so gut wie gekommen: Nach diesem Rennwochenende auf dem Nürburgring gilt in der DTM der Entwicklungsstopp. Was jetzt nicht an Neuerungen umgesetzt ist, kann in diesem sowie im nächsten Jahr auch nicht mehr umgesetzt werden. Die spannende Frage, die sich die Beobachter an diesem Wochenende also stellen ist: Wer steht im Kräftemessen der Hersteller am Tag X besser da?

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug will dazu keine Prognose abgeben: "Wir schauen, wir fahren und wir gucken, was dabei raus kommt", sagte er in einer Telefonkonferenz auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Er halte nicht viel davon, Vorankündigungen zu machen: "Sie sind häufig dann nicht so gekommen, wie sie angekündigt worden sind. Sie wissen, wie wir bisher stehen und das hoffen wir, am Nürburgring fortsetzen zu können."

In Oschersleben konnte Mercedes trotz der 20 Kilogramm Mehrgewicht "noch etwas Gutes daraus machen", so Haug. Zudem verwies er darauf, dass die Stuttgarter in dieser Saison drei der bisher fünf Rennen gewonnen haben. Er glaubt auch nicht, dass sich durch den Entwicklungsstopp an der Herangehensweise der Teams etwas ändert, "wenn Sie Ihren Job am Limit machen." Außerdem kenne man Entwicklungsstopps aus vielen Bereichen, zum Beispiel bei den Motoren in der Formel 1 - "es ist also keine absolute Neuigkeit."

Was den Entwicklungsstand angeht, sei nun wichtig, "dass das Gesamtpaket stimmt", so Haug. Oft wird je nach Streckencharakteristik von "Mercedes-" oder "Audi-Strecken" gesprochen, die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte werden immer wieder thematisiert. Doch Haug widerspricht dem. Man könne die Fahrzeuge nicht nach dem Motto "der eine kann das, der andere kann das" in Kategorien einteilen.

Die DTM-Autos seien idealerweise "Alleskönner", erklärt er: "Es gibt nicht das 'Geradeausfahr'- und das 'Kurvenauto'. Es gibt sicherlich einige Spezifika, ob der mechanische Grip oder das Herausbeschleunigen aus engeren Ecken ist, wo es kleinere Vorteile gibt. Aber Sie können die Autos nicht in Kategorie Schwarz und Kategorie Weiß einteilen. Dafür sind die Zeitenabstände auch zu gering."

Der maximale Spareffekt

Das Wichtigste am Entwicklungsstopp seien aber ohnehin die Hintergründe, die dazu geführt haben, betont Haug. In Zeiten des Sparens sei er "ein Gebot der Stunde." Mercedes und Audi hätten nach Möglichkeiten gesucht, noch effizienter zu werden und noch mehr Geld einzusparen: "Und zu einem Zeitpunkt X wurde gesagt: Bis dahin wird entwickelt und danach nicht."

Haug möchte dabei auch mit Missverständnissen aufräumen: 2010 soll mit den "identischen", also mit denselben Autos gefahren werden wie 2009 - und nicht mit neuen Autos, die nach dem jetzigen Entwicklungsstand gebaut werden. "Es ist ja klar, dass eben nicht das Gewünschte gespart wird, wenn man noch einmal vier, fünf oder sechs neue Autos aufbaut."

Der Mercedes-Boss verdeutlicht das an einem anschaulichen Beispiel: "Wenn eine Familie sagt, wir behalten unsere beiden Fahrzeuge, aber eines davon kaufen wir neu - dann weiß ich nicht, ob der Spareffekt so durchgreifend ist, wie ihn sich der Familienvater vorstellt." Und so könne auch in der DTM der "maximale Spareffekt" nur erzielt werden, wenn man mit den visherigen Autos weiterfährt: "Es würde ja keinen Sinn machen, wenn ich noch einmal sechs Autos baue und dafür fünf Millionen ausgebe."

Fotoquelle: xpb.cc

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