Für Norbert Haug ist Gary Paffett noch lange nicht aus dem DTM-Titelrennen

DTM 2009

— 03.09.2009

Haug vor Brands Hatch: Titelkampf völlig offen

Mercedes-Sportchef Norbert Haug will sich nicht auf Spekulationen über eine Vorentscheidung im Titelrennen, die in Brands Hatch fallen könnte, einlassen

Vier Rennen vor Schluss könnte die Ausgangslage in der DTM spannender kaum sein: Nach zwei Audi-Dreifachsiegen führen Timo Scheider (35 Punkte) und Mattias Ekström (34) knapp vor dem Mercedes-Duo Gary Paffett (29) und Bruno Spengler (26). Doch klar ist auch, dass jede Nullrunde von Paffett oder Spengler eine Vorentscheidung bedeuten könnte.

Angenommen, Scheider sollte am kommenden Sonntag in Brands Hatch bei gleichzeitigem Ausfall eines der beiden Mercedes-Piloten voll punkten, dann hätte derjenige bei drei noch zu fahrenden Rennen 19 (Paffett) oder 22 Punkte (Spengler) Rückstand. Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat aber völlig recht, wenn er sich vor dem Hintergrund, dass Prognosen im Motorsport meist ohnehin nicht eintreffen, nicht auf solche Spekulationen einlässt.

Ein Vergleich mit der Formel 1

Vor allem wundert er sich angesichts des Vergleichs zur Formel 1, in der der WM-Kampf fünf Rennen vor Schluss von vielen Experten ganz anders beurteilt wird: "Die Zeitungen sind voll damit, dass es Vettel mit 19 Punkten Rückstand auf Button noch leicht packen kann. Paffett mit sechs Punkten Rückstand soll es nicht mehr packen können? Das passt irgendwie nicht zusammen", analysiert der 56-jährige Deutsche.

Für das kommende Wochenende wünscht sich Haug auf der traditionsreichen Rennstrecke in Großbritannien vor allem ein sportlich faires Kräftemessen. Dass Paffett und Spengler am Nürburgring unter fragwürdigen Umständen mit zwei Audi-Konkurrenten kollidiert sind, sorgte dort für einen fahlen Beigeschmack, zumal die bisher noch punktelose Katherine Legge, die Paffetts Mercedes umdrehte, mit der Meisterschaftsentscheidung direkt überhaupt nichts zu tun hat.

Haug will dieses ewige Thema in der DTM nicht neuerlich aufwärmen, hält aber für das Protokoll fest: "Mir gefällt diese Art ganz und gar nicht - vor allen Dingen dann nicht, wenn es sich wiederholt und wenn es unterschiedliche Reaktionen darauf gibt. Wenn in Barcelona 2007 etwas passiert, was alle noch in guter Erinnerung haben, und wenn am Nürburgring rein gar nichts passiert, dann ist das sicherlich nicht im Sinne des Erfinders."

Kürzeste DTM-Strecke im Kalender

In Brands Hatch erwartet er auf der kürzesten DTM-Strecke - die Runde ist nicht einmal zwei Kilometer lang - ein "sehr schnelles Rennen", für das man eine "gute Balance" braucht. Und er sagt: "Neben dem Norisring ist Brands Hatch sicher die untypischste DTM-Strecke. Es ist nicht die klassische Fahrerstrecke, aber gerade die von außen betrachtet einfachen Übungen sind manchmal ganz schön schwierig. Brands Hatch ist eine große Herausforderung."

Und weiter: "Brands Hatch ist sehr schön für die Zuschauer, weil die Autos 93 Mal vorbeikommen. Dadurch, dass die Runden so kurz sind, werden die Zeiten noch enger sein als ohnehin schon üblich. Man darf sich da überhaupt keine Fehler erlauben - wie auf den meisten Strecken, aber wenn die Rundenzeit kürzer ist, schlägt natürlich jeder Fehler gleich zu Buche. Der kleinste Quersteher wird sicher sofort bestraft."

Dass es dieses Jahr noch keine Mercedes-Pole-Position gab ("Wir hatten durch das Gewicht ein gewisses Handicap"), stört den Sportchef nur bedingt: "Die Pole-Position ist schön, wenn sie eine Hilfestellung zum Sieg ist, aber wenn sie nicht dazu führt, dass ich das Rennen gewinne, ist sie nicht sonderlich hilfreich." Grundsätzlich erwartet er in Brands Hatch bei gleichem Gewicht ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis: "Ich glaube nicht, dass es da großartige Unterschiede gibt."

Fotoquelle: xpb.cc

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