Paul Di Resta ist in dieser Saison bisher hinter seinen Erwartungen zurückblieben

DTM 2009

— 04.09.2009

Haug: "Di Resta kann den Turnaround schaffen"

Paul Di Resta ist als Titelanwärter in die Saison gestartet, doch es lief nicht perfekt - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verweist auf das enge Feld in der DTM

Im vergangenen Jahr hat Paul Di Resta den Titelgewinn in der DTM nur knapp verpasst. Entsprechend galt er vor dieser Saison als klarer Titelkandidat im Feld der Mercedes-Piloten. Doch andere haben sich zu Speerspitzen der Stuttgarter entwickelt: Gary Paffett und Bruno Spengler. Di Resta hat nach sechs Rennen 19 Punkte auf seinem Konto, ist nur Gesamtsechster und hat 16 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Timo Scheider (Audi).

"Natürlich ist er bei weitem nicht bei seinen Erwartungen und bei den Erwartungen des Publikums", räumt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein. Er betont jedoch: "Aber das ist sicherlich nicht in erster Linie sein Fehler. Wir können da insgesamt sicherlich noch einen besseren Job machen. Wir haben ihm sicherlich auch nicht immer die Möglichkeiten gegeben."

Haug nennt als Beispiel das letzte Rennen am Nürburgring, in dem Di Resta in der 15. Runde aus heiterem Himmel seinen Heckflügel verlor und im Kiesbett ausschied. "Das letzte Mal war Paul ganz ordentlich unterwegs, aber er hatte ein technisches Problem, das so nicht passieren sollte und das Gott sei Dank normalerweise bei uns nicht passiert, denn die Zuverlässigkeitsrate ist eigentlich hoch", erklärt der Motorsportchef. "Umso mehr fällt es auf, wenn was daneben geht, und da ging etwas daneben. Das müssen wir uns ankreiden, das sollte überhaupt nicht sein."

Haug räumt ein, dass Di Resta in den vergangenen beiden Jahren "mehr aus den ersten sechs Rennen herausholen konnte", aber: "Das heißt nicht, dass er den Turnaround nicht schaffen kann. Er gehört zu den sehr Guten." Solche Schwankungen seien in der DTM an der Tagesordnung: "Manche punkten am Anfang mehr, manche punkten am Ende mehr, manche haben am Anfang gar nicht gepunktet und jetzt dreimal hintereinander." So wie Audi-Pilot Martin Tomczyk, der mit seinem Sieg am Nürburgring in der Gesamtwertung an Di Resta vorbeiziehen konnte.

Doch Haug verweist auch darauf, dass man sich auch gute Fahrer in einem so dichten Feld wie der DTM schnell auf einem Gesamtrang weiter hinten wiederfinden können. "Der Siebtplatzierte am Norisring war nach über einer Stunde Fahrzeit und 80 Runden 3,8 Sekunden hinter dem Sieger. Das ist einfach enorm eng", verdeutlicht der Schwabe. "Da kommt es auf den Startplatz an, da darf kein einziger Fehler passieren. Daher glaube ich, dass sich viele, die das von außen angucken, am Niveau der DTM verschätzen würden."

Nächste Chance Brands Hatch

Di Resta könnte sich an diesem Wochenende mit einem Sieg beim Heimrennen in Brands Hatch weit nach vorn katapultieren. Im vergangenen Jahr lieferte er sich über 80 Runden lang eine Verfolgungsjagd mit Scheider, kam aber trotz aller Bemühungen nicht an dem Audi-Piloten vorbei und wurde Zweiter. In diesem Jahr will er auf dem Treppchen eine Stufe weiter nach oben.

Dass Di Resta oder seine britischen Landsleute in Brands Hatch einen Heimvorteil haben, glaubt Haug aber nicht: "Die sind in Brands Hatch eher zu Hause als in Oschersleben, aber die Motivation ist sicher überall gleich. Nur die Kenntnis der Umgebung und die Tatsache, dass man um die Ecke wohnt und eine kürzere Anreise hat, mag eine Verschiedenheit sein."

Und: "Der Profi hat zu jedem Rennen sicherlich die gleiche Grundeinstellung, auch wenn er kein Roboter ist und nicht immer die absolut gleiche Leistung bringen kann. Das kann kein Mensch von sich behaupten. Aber es ist sicher nicht so, dass gesagt wird: 'Jetzt fahren wir zu Hause, jetzt können wir richtig Gas geben'. Dafür ist das Niveau viel zu hoch."

Fotoquelle: xpb.cc

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