Für Hans-Jürgen Abts Team war das Ergebnis von Brands Hatch perfekt

DTM 2009

— 10.09.2009

Abt: "Jetzt müssen wir so weitermachen"

Für das Abt-Team ist Brands Hatch perfekt gelaufen: Führung ausgebaut, Gewicht abgeladen - Schnelle Reaktion in Sachen Strategie war gefragt

Für das Audi-Team Abt war der Rennausgang in Brands Hatch perfekt. Zwar durfte Mercedes den Sieg feiern, doch damit einhergehend haben die Stuttgarter in Barcelona auch wieder zehn Kilo mehr an Bord als Audi. Und während mit Paul Di Resta ein Mercedes-Pilot gewann, der in der Gesamtwertung bisher eher ungefährlich war, konnte Spitzenreiter Timo Scheider als Tageszweiter seinen Vorsprung weiter ausbauen.

Der in der Gesamtwertung bestplatzierte Mercedes-Fahrer Gary Paffett hat im Titelkampf an Boden verloren. Sein Rückstand auf Scheider beträgt nun neun Punkte. Neben Scheider liegt noch ein anderer Audi-Pilot vor Paffett: Mattias Ekström, mit fünf Punkten Rückstand auf Scheider und vier Punkten Vorsprung auf Paffett Gesamtzweiter. Aus Sicht des Abt-Teams sieht es also derzeit im Titelkampf recht gut aus.

"Wenn man es so sieht, ist es eigentlich sehr gut für uns gelaufen", pflichtet Teamchef Hans-Jürgen Abt gegenüber 'Motorsport-Total.com' bei. "Wir haben mit Platz zwei so viele Punkte wie möglich geholt und jetzt eine gewisse Gewichtsreduzierung."

Abt betont jedoch auch, dass Sieger Di Resta in Brands Hatch "wirklich ein tolles Rennen gefahren ist. Ich glaube, dass wir ihn diesmal nicht hätten schlagen können, außer wir hätten ihn am Start überholt. Das ist uns nicht gelungen." Zu versuchen, ihn im weiteren Rennverlauf zu überholen, wäre mit Risiko verbunden gewesen, so Abt: "Und das wäre in der Endphase der Meisterschaft nicht richtig gewesen." Gewonnen ist der Titel aber noch nicht, und deshalb lautet die Zielsetzung für die letzten drei Rennen: "Jetzt müssen wir schauen, dass wir so weitermachen."

Auch wenn das Rennergebnis für die Äbte perfekt war, der Rennverlauf selbst war es nicht. Vor allem für Scheider war es ein steiniger Weg, bis er nach 90 Runden als Zweiter ins Ziel kam. Bei der Ausfahrt vom ersten Boxenstopp wäre er beinahe mit Kolles-Pilot Christian Bakkerud zusammengerauscht, was laut Abt drei oder vier Sekunden gekostet hat. Dadurch viel Scheider zurück auf Rang vier hinter Bruno Spengler.

"Dann war natürlich schon wieder Attacke angesagt. Man musste wieder höheres Risiko gehen", sagt Abt rückblickend. Er vermutet auch, dass Spitzenreiter Di Resta in dieser Rennphase "die Pace ein bisschen herausgenommen hatte, um auf Paffett zu warten, damit er wieder Anschluss bekommt. Es war schon ein spannendes Rennen für uns, auch strategisch. Wir mussten dann auch wieder reagieren, um nicht noch mehr Plätze zu verlieren."

Denn wenn Paffett herangekommen wäre, hätte er versuchen können, die vor ihm liegenden Audi-Piloten Scheider und Martin Tomczyk zu überholen. "Mercedes war in diesem Moment wirklich sehr gut aufgestellt, man hat alles versucht, um Paffett nach vorn zu bringen", mutmaßt Abt. "Wir haben aber super darauf reagiert, haben wieder einem frühen Boxenstopp gemacht und Timo im Prinzip wieder nach vorn gebracht." Da gleichzeitig der bis dahin an P2 gelegene Bruno Spengler einen Reifenschaden hatte und Teamkollege Tomczyk auch bereitwillig Platz machte, fand sich Scheider nach den zweiten Stopps auf Rang zwei wieder. Den musste er nur noch sicher nach Hause fahren.

Mit einer besonderen Strategie wurde Mattias Ekström von Startplatz sieben aus nach vorn gebracht. Der Schwede kam ganz früh zum ersten Stopp und fuhr dann einen extrem langen Mittelstint. "Mattias hatte ein super Rennen, aber er konnte viel frei fahren, ohne großen Verkehr zu haben", erklärt der Teamchef. Zudem habe Ekström davon profitiert, "dass Paul in dem Moment recht langsam war und auch Spengler versucht hat, irgendwie die Pace herauszunehmen."

Denn dadurch konnte Ekström mit freier Bahn so gute Zeiten fahren, dass er sich nach seinem späten zweiten Stopp auf Rang fünf verbessert hatte. Der Plan, dass der Schwede im kurzen letzten Stint mit frischen Reifen und dank wenig Benzin im Tank leichtem Auto auf der Berg- und Talbahn von Brands Hatch noch weiter nach vorn kommt, ging aber nicht auf. Diese Strategie wurde durch die beiden Safetycarphasen vereitelt.

"Er hätte in den letzten neun Runden mit frischen Reifen noch einmal angreifen können, aber gut, es war halt Safetycar. Aber ich glaube, er kann mit Platz fünf auch zufrieden sein", so Abt.

Fotoquelle: xpb.cc

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