Am Nürburgring gerieten Bruno Spengler und Mattias Ekström aneinander

DTM 2009

— 17.09.2009

Titelkampf: Härte und Teamgeist

In den letzten Rennen der Saison dürfte die Gangart härter werden, gleichzeitig werden nun teilweise auch die Teamplayer aktiv

Drei Rennen sind in dieser Saison noch zu fahren, der Titelkampf geht in die entscheidende Phase. Entsprechend wird nun auch die Gangart härter. Schon am Nürburgring und in Brands Hatch ging man nicht gerade zimperlich miteinander um. Und im Endspurt dürften die Samthandschuhe auch in der Schublade bleiben.

"Wir wissen, dass die letzten drei Rennen in der DTM meistens die härtesten sind, wo man sich wirklich nichts schenkt", erklärt Audi-Pilot Martin Tomczyk. "Es wird sicherlich nicht braver gefahren, wenn es wirklich um die Meisterschaft geht und Spitz auf Knopf kommt in den letzten Rennen. Man merkt schon, dass die Härte etwas zunimmt. Ich hoffe allerdings schon, dass sie im fairen Rahmen bleibt."

Nicht nur auf der Strecke, auch verbal kann sich der Ton verschärfen. Das merkte Tomzcyk in Brands Hatch selbst. Da warf ihm Mercedes vor, eine rüde Überholattacke gegen Bruno Spengler gefahren zu sein, durch die sich der Kanadier einen Reifenschaden zugezogen habe, ohne den er auf das Podium gekommen wäre. Spengler selbst hatte berichtet, er habe schon vorher einen schleichenden Plattfuß gehabt.

Tomczyk nimmt es gelassen: "Es gibt ja zwei verschiedene Aussagen: Die Führungsspitze von Mercedes hat gesagt, dass ich ihm den Plattfuß eingefahren hätte, Bruno Spengler sagt, ich wäre es nicht gewesen. Wenn sich die nicht mal einig sind, dann bewerte ich solche Aussagen eigentlich auch gar nicht."

Nun geht es nach Barcelona, wo die DTM 2007 schon einmal ein Rennen mit harten Bandagen erlebt hat. Es krachte gewaltig auf der Strecke, Audi zog daraufhin alle Autos zurück. Noch heute haben die beiden Hersteller recht unterschiedliche Auffassungen davon, was damals vor sich ging und wer wen gerammt hat. Die Rennleitung kam damals zu einem eigenen Urteil und bestrafte die Mercedes-Piloten Mika Häkkinen und Daniel la Rosa.

"Ich erinnere mich ungern an ein Barcelona-Rennen, das wir dort schon einmal hatten, so etwas will natürlich keiner sehen", sagt Tomczyk, der damals in Führung liegend durch eine Kollision mit Mika Häkkinen von der Strecke flog. "Das mögen wir Fahrer natürlich auch nicht. Im Endeffekt hoffe ich schon, dass es ein harter, aber trotzdem fairer Kampf wird." Diese Hoffnung teilt man bei der Konkurrenz. "An uns soll es nicht liegen", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

In der entscheidenden Phase der Saison nimmt aber nicht nur die Härte zu, nun schlägt auch die Stunde der Teamplayer. Tomczyk ist ein solcher. Er steht dazu, dass er sich in Brands Hatch mit Platz drei statt Platz zwei begnügte, seinen Kollegen Timo Scheider vorbeiließ und ihm damit zu zwei zusätzlichen Punkten verhalf. Mit verbotener Stallorder habe das nichts zu tun gehabt, betont der Bayer, sondern er habe selbst so entschieden.

"Ich fahre jetzt seit neun Jahren in der DTM. Ich weiß genau, um was es geht", erklärt Tomczyk. "Ich bin aus der Boxengasse rausgekommen, Timo war sehr dicht hinter mir. Er hat seine Reifen, die neu waren, seit zwei Runden gefahren und war auch auf einer sehr schnellen Runde. Es war meine Entscheidung, ich habe ihn vorbeigelassen. Ich kann ja auch rechnen, ich kann ja auch 1 und 1 zusammenzählen. Und ich weiß, dass Timo derjenige ist, der momentan die besten Chancen auf die Meisterschaft hat und ich eher etwas abgeschlagen bin."

Bei Mercedes betont man, von solchen Geschenken unter Teamkollege wenig zu halten. Es wäre naheliegend, dass Paul Di Resta und Bruno Spengler nun für Gary Paffett fahren, der derzeit der bestplatzierte Mercedes-Fahrer in der Meisterschaft ist. Motorsportchef Haug bekräftigt, dass ist wichtiger sei, dass ein Mercedes-Fahrer gewinnt, egal welcher.

"Wir haben es in der Vergangenheit nicht gemacht und wir wollen es auch in der Zukunft nicht machen", sagt der Schwabe. "Ich glaube, das ist auch nicht das, was der Zuschauer will. Ich halte es auch nach unserer Interpretation nach dem, was das Sportgesetz sagt, nicht für richtig."

Fotoquelle: xpb.cc

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