Timo Scheider hat den Titel nach seinem Sieg in greifbarer Nähe

DTM 2009

— 20.09.2009

Scheider: Mit Raketenstart in Richtung Titelverteidigung

Timo Scheiders emotionale Achterbahnfahrt: Nach einem enttäuschenden Qualifying holte er sich im Barcelona-Rennen den Matchball im Titelkampf

Timo Scheider erlebte in Barcelona eine emotionale Achterbahnfahrt. Nach einem guten Start ins Wochenende erlebte er in der Qualifikation einen Rückschlag. Da war er nur Sechster, kam aber durch die Strafe für Bruno Spengler noch vor auf Startplatz sieben. Dazu mussten an seinem Auto auch noch Kupplung und Getriebe gewechselt werden. 24 Stunden später war Scheider wieder obenauf.

Mit seinem Sieg in Barcelona hat er sich die Möglichkeit geschaffen, bereits in drei Wochen in Dijon seinen Meistertitel vorzeitig zu verteidigen. In der Gesamtwertung hat er mit 53 Punkten nun zwölf Zähler mehr als sein zweitplatzierter Audi-Teamkollege Mattias Ekström und 14 Punkte mehr als Gary Paffett, der als bester Mercedes-Pilot auf dem dritten Platz liegt. Auch Bruno Spengler und Martin Tomczyk haben noch Titelchancen, sie haben jedoch schon jeweils 20 Punkte Rückstand auf Scheider.

Die Entscheidung fiel innerhalb weniger Sekunden. Scheider katapultierte sich von Platz fünf bis ganz an die Spitze. In den ersten Runden verschaffte er sich ein Polster auf seinen zweitplatzierten Teamkollegen Tom Kristensen, von da an konnte nichts mehr anbrennen.

"Gestern Abend habe ich noch mit meinem Ingenieur darüber gesprochen, dass wir die Kupplung und das Getriebe wechseln müssen. Alle meinten nur: 'Oh nein, das ist eine lange Arbeit'. Aber am Ende hat es gut funktioniert - alles ist zurückgezahlt", berichtet Scheider, dessen erster Dank seinem Team galt.

"Es war ein unglaubliches Rennen und wir haben zehn Punkte geholt. Das war mein Ziel", so der Audi-Pilot weiter. Doch dass er es von Platz fünf aus geschafft habe, gleich in der ersten Kurve um die Führung zu kämpfen, sei schon etwas Besonderes: "Danach war es recht einfach. Wir hatten gute Boxenstopps. Danach war es eine Sache der Reifen und der Auto-Performance."

Bei diesem Start stellt sich die Frage, wo Scheider in seinem A4 die Rakete versteckt hatte. "Um ehrlich zu sein, habe ich keine Idee", antwortet er lachend. "Anscheinend habe ich alles richtig gemacht. Ich hatte einen fantastischen Start. Ich muss noch nachschauen, wie schnell ich von null auf 100 war. Ich hoffe, es war unter drei Sekunden."

Nachdem er als Führender aus der ersten Kurve kam, pushte Scheider zunächst, um sich einen Vorsprung auf Kristensen zu verschaffen. Nach den Boxenstopps sah er dann, dass die Abstände gleich blieben. Sein Ingenieur sagte ihm: "Schone die Reifen. Relax, du stehst nicht unter Druck. Take it easy und bring es sicher nach Hause."

Genau das tat Scheider auch, obwohl er sich nicht immer auf der sicheren Seite fühlte: "Danke an meinen Ingenieur, denn manchmal, wenn Tom zu nah kam, dachte ich: 'Naja, vielleicht pusht er auch härter.' Ich versuchte dann wieder, ein paar Zehntel aufzuholen, aber er war schon am Funk und meinte: 'Bleib cool.'"

Bei Audi herrschte nach dem Rennen ausgelassene Partystimmung. Kein Wunder: Der Titel scheint für die Ingolstädter so gut wie eingefahren. Mercedes-Pilot Gary Paffett muss in drei Wochen in Dijon vier Punkte mehr holen als Scheider oder sein Kollege Bruno Spengler müsste bei einer gleichzeitigen Nullnummer von Scheider gewinnen, damit Mercedes überhaupt noch eine Chance auf den Titel hat.

Ansonsten wird aus der Fahrermeisterschaft ein reines Audi-Duell, Scheider gegen Ekström. Und der Titelverteidiger selbst kann denn Sack schon in Frankreich zumachen. Scheider muss nur entweder vor Ekström und Paffett ins Ziel kommen. Gelingt ihm das nicht, wäre er auch dann schon vorzeitig Meister, wenn Ekström nur einen Punkt mehr holt, Paffet nur höchstens drei Punkte mehr holt und Tomczyk nicht gewinnt.

Es sieht also recht gut aus für den Titelverteidiger, doch der 30-Jährige selbst will nicht zu früh feiern: "Es sind noch zwei Rennen. Natürlich werde ich mir ein Bier gönnen, aber wir wissen auch, dass wir noch harte Arbeit vor uns haben. Wir werden, wenn wir können, in Hockenheim feiern", sagt er mit eher zurückhaltender Euphorie.

Fotoquelle: xpb.cc

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