Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich erlebte ein Traumresultat für seine Mannschaft

DTM 2009

— 20.09.2009

Ullrich darf vom Titel-Hattrick träumen

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich über den unerwarteten Scheider-Sieg in Barcelona, die Meisterschaft und sein neues Geheimrezept für den Erfolg

Nach dem Rennen in Barcelona darf Sportchef Wolfgang Ullrich vom Titel-Hattrick für Audi träumen. Es müsste für die Ingolstädter in drei Wochen in Dijon schon ganz dumm laufen, damit Mercedes danach noch die Chance auf die Fahrermeisterschaft hätte. Diese gute Ausgangslage im Endspurt hat Audi sich mit Sieg von Timo Scheider verschafft. Tom Kristensen und Martin Tomczyk komplettierten den Audi-Dreifachsieg - und die Freude beim Sportchef.

"Es war eine tolle Mannschaftsleitung. Gestern nach dem Qualifying haben wir uns das wirklich nicht erwartet", räumt Ullrich ein und schwärmt von Scheiders "Megastart": "Den sollte er sich aufzeichnen, der wird ihm kein zweites Mal auf gleichem Niveau gelingen. Ich glaube, so einen gibt es nur ein Mal im Leben. Der war absolut perfekt."

Wie es Scheider gelungen ist, gleich auf den ersten Metern von Platz fünf an die Spitze zu rasen, kann Ullrich auch nicht genau erklären: "Es ist nicht so leicht, mit diesen Autos perfekt zu starten. Wir sehen oft Starts, die nicht so perfekt sind. Dieser war wirklich perfekt." Ein Start, aus dem man lernen kann: "Wir werden uns die Daten anschauen. Wir probieren oft Starts und wissen, wie sie aussehen müssen. Aber dieser wird der beste sein, den wir je gesehen haben."

Der Start habe Scheider in eine "sehr komfortable Situation gebracht", fährt Ullrich fort. Er betont jedoch auch, dass er dem "dementsprechenden Speed" gehabt habe: "Er ist auch die schnellste Rennrunde gefahren und ist vorne schnell weggefahren." Auch Kristensen und Tomczyk hätten dahinter ein gutes Tempo an den Tag gelegt.

Nur bei Mattias Ekström lief es nicht so perfekt. "Er hat zu Beginn vorn einen Flick verloren und bekam dadurch ein bisschen Untersteuern." Also versuchte man, Ekström mit zwei späten Boxenstopps nach vorn zu bringen. "Das ist auch einigermaßen gut aufgegangen, er war dann an Gary Paffett dran, kam aber an ihm nicht vorbei", so Ullrich.

Die beiden hätten "ordentlich gefightet", fährt der Sportchef fort. Schließlich kam noch Bruno Spengler dazu und Ekström unternahm einen "sehr optimistischen Versuch" gegen Paffett, "der zur Folge hatte, dass er noch einen Platz verloren hat. Okay, das ist Racing. Und ich glaube, dass die Zuschauer diesen Dreikampf auch sehr genossen haben. Das war Tourenwagensport, bei dem man drei gesehen hat, die es können."

Das Rennwochenende ist - abgesehen von kleineren Rückschlägen im Qualifying - für Audi bestens gelaufen. Und Ullrich hat dabei selbst ein neues "Geheimrezept" für den Erfolg entdeckt: "Gestern vor dem Qualifying habe ich zu meinen Fahrern gesprochen und habe allen viel Glück gewünscht. Tom fragte mich: 'Was denkst du, soll ich tun?' Ich sagte: 'Fahr einfach auf Pole'. Das tat er. So habe ich heute das Gleiche mit Timo getan. Vor dem Rennen sagte ich: 'Frag mich, was du tun sollst'. Er fragte mich: 'Was soll ich tun?' Ich sagte: 'Mach einen guten Start und dann zieh ab'. Er tat es." Offenbar ist es also gar nicht so schwer...

Trotz der denkbar guten Ausgangslage will sich Ullrich aber nicht zu früh freuen. Denn wer weiß: Es könnte in Dijon und Hockenheim auch ganz dumm für die Ingolstädter laufen. Und deshalb mahnt er zur Zurückhaltung: "Für die Meisterschaft ist es natürlich ein Schritt nach vorne und viele sagen, dass die Meisterschaft eingefahren ist. Da kann ich nur sagen: ganz sicher nicht. Bei der Performance, die unsere Konkurrenten haben, bei der Stärke an Fahrern und Teams, die uns gegenüberstehen, weiß ich, dass das noch lange nicht der Fall ist. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und wir schauen nach vorne."

Fotoquelle: xpb.cc

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