Der Dreikampf zwischen Paffett, Ekström und Spengler war aller Ehren wert

DTM 2009

— 21.09.2009

Dreikampf Paffett, Ekström, Spengler mit Unterhaltungswert

An der Spitze herrschte Langeweile, doch dahinter ging es richtig ab - Gary Paffett, Mattias Ekström und Bruno Spengler sorgten für das "Salz in der Suppe"

Zugegeben: Das Geschehen an der Spitze des Barcelona-Rennens war ab der dritten Kurve recht eintönig. Timo Scheider zog davon, Tom Kristensen und Martin Tomczyk drehten dahinter meist einsam ihre Runden. Doch langweilig war es auf dem Circuit de Catalunya dennoch nicht. Dafür sorgten Gary Paffett, Mattias Ekström und Bruno Spengler.

Sie boten den Zuschauern im letzten Stint einen packenden Dreikampf mit hohem Unterhaltungswert. Ihre beiden Sportchefs, Wolfgang Ullrich (Audi) und Norbert Haug (Mercedes) bezeichneten das Treiben danach als "Salz in der Suppe" des ansonsten recht ereignislosen Rennens. 16 Runden lang fighteten die Protagonisten um jeden Zentimeter - und am Ende gab es noch einen eher überraschenden Ausgang.

Los ging es, als Audi-Pilot Ekström nach seinem späten zweiten Stopp in Runde 43 dicht hinter Mercedes-Mann Paffett zurück auf die Strecke kam. Der Schwede blies mit frischen Reifen zur Jagd auf Paffett, dessen Pneus schon 19 Runden mehr auf dem Buckel hatten. Sein Plan war, den in Barcelona überlegenen Speed seines A4 und seine neuen Reifen zu nutzen, um an dem Mercedes-Piloten noch vorbeizugehen, Platz vier zu holen und damit für Audi den Vierfachsieg perfekt zu machen.

Doch dieser Plan ging nicht ganz auf, denn Paffett verstand, sich zu verteidigen. Dieser wusste, "sofort als der Funkspruch kam, dass Mattias aus der Box kommt und hinter mir ist", was Sache ist: "Sofort als ich ihn sah, wusste ich, dass er neue Reifen hat und schneller sein wird. Also dachte ich mir: 'Halte in einfach hinter dir. Sorge dich nicht um den Speed, halte ihn hinter dir. Egal wie schnell du in der Mitte der Kurve bist, du musst schnell am Ausgang sein'."

"Ich war deutlich schneller, aber er ist sehr defensiv gefahren", schildert Ekström seine Erlebnisse gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Nach ein paar Runden startete der Schwede einen Versuch: "In der ersten Kurve hat er nach innen gezogen und ich bin nach außen gegangen. Im Ausgang der Kurve wollte ich an ihm vorbeifahren, aber ich glaube, er hat mehr in den Rückspiegel geschaut als nach vorn. Er hat ein bisschen gelenkt, dabei habe ich ihn ganz leicht berührt." Die Rennleitung sah darin jedoch mehr als eine "ganz leichte Berührung" und verwarnte den Schweden: "Ehrlich gesagt kann ich da nur drüber lächeln."

Und schließlich wurde aus dem schon sehr unterhaltsamen Duell der alten Rivalen ein noch munterer Dreikampf. "Gary war dann irgendwann so langsam, er hat in den Spitzkehren so früh gebremst, dass von hinten Bruno kam. Er war auch viel, viel schneller." Fortan zogen sie zu dritt dicht an dicht ihre Bahnen im den Circuit de Catalunya - bis Ekström in der vorletzten Runde noch einmal einen Versuch startete, aus dem allerdings Spengler als lachender Dritter hervorging.

Ekström war davon ausgegangen, dass Paffett wieder die Innenseite wählt, früher bremst und dicht macht. Schließlich hatte der Brite das zuvor schon rundenlang praktiziert. "Deshalb habe ich beschlossen, außenrum zu fahren, wenn er so langsam ist", erzählt Ekström. "Das hat er auch gesehen, er hat nur die Lenkung mehr geöffnet und hat mich auf den Teppich fahren lassen. Dann habe ich halt noch einen Platz verloren. Aber es war einen Versuch wert. Man muss es versuchen."

Spengler nutzte die offene Tür, schlüpfte an dem Audi des Schweden vorbei und holte sich noch Platz fünf, während für Ekström der Kampf um Rang vier auf Platz sechs endete. Mercedes-Pilot Spengler hatte lange auf diese Chance gehofft: "Klar war es nicht, denn da waren zwei sehr schlaue Fahrer vor mir und es war nicht klar, dass es irgendwann knallt. Von daher musste ich schon nah dran sein, um bei der ersten Möglichkeit, die sich bietet, auch bereit zu sein. Das habe ich gemacht."

Der Kanadier betont, dass es bei diesem würzigen Dreikampf "sehr fair" zwischen allen Beteiligten abgelaufen ist. Und deshalb hatte er in den letzten Rennrunden auch riesigen Spaß: "Es war wie ein Go-Kart-Rennen. Ich hatte die ganze Zeit ein Grinsen in meinem Gesicht. Ich habe alles gegeben, um Mattias zu überholen. Auf einmal hat es geklappt und es hat sehr viel Spaß gemacht."

Paffett kann dem nur zustimmen: "Ich hatte viel Spaß! Mattias hat mich auch ziemlich unter Druck gesetzt." Noch mehr Spaß hätte er jedoch gehabt, wenn beide von den Reifen her gleiche Bedingungen gehabt hätten: "Er hatte neuere und das machte es hart. Ich habe die ganze Zeit nur verteidigt, verteidigt, und verteidigt, da ich das langsamere Auto war. Es ist schwierig, keine Fehler zu machen und sicherzustellen, dass du schneller am Kurvenausgang bist, damit er dich nicht auf der Geraden überholen kann. Da ist viel Strategie dabei, man muss viel nachdenken, damit alles passt."

Kurz gesagt: So etwas ist Rennsport pur. Audi-Sportchef Ullrich bezeichnete den Dreikampf als "Tourenwagensport, bei dem man drei Piloten gesehen hat, die es können." Und genau das wollen die Zuschauer sehen. Dieser Meinung ist auch Spengler als direkt Beteiligter: "Das tut der Serie auch gut - das war so ein bisschen wie am Norisring."

Fotoquelle: xpb.cc

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