2008 durften Scheider und Abt kräftig jubeln - Wiederholung nicht ausgeschlossen...

DTM 2009

— 26.09.2009

Abt: "Werden das Gas nicht rausnehmen"

Hans-Jürgen Abt über das Traumergebnis von Barcelona, Scheiders "Jahrhundertstart", den Weg zum möglichen Titel und einen großartigen Tag für die Familie

Dass die Äbte Meister im Feiern sind, ist allseits bekannt. Und in Barcelona hatten Audi, Hans-Jürgen Abt und sein Team jeden Grund zum Feiern. Die Ingolstädter holten einen Dreifachtriumph und mit seinem Sieg sicherte sich Timo Scheider den Matchball für das nächste Rennen in Dijon. Der beste Mercedes-Fahrer in der Gesamtwertung, Gary Paffett, hat als Dritter schon 14 Punkte Rückstand.

Paffett ist der einzige Mercedes-Pilot, der noch rechnerische Chancen auf den Titel hat, ansonsten sind nur noch die Abt-Audi-Piloten Scheider, Mattias Ekström und Martin Tomczyk im Rennen. Paffett muss aber in Dijon mindestens vier Punkte mehr holen als Scheider, wenn er sich und Mercedes im Titelkampf halten will. Gelingt ihm das nicht, dürfen Audi und Abt auf alle Fälle schon den Titelgewinn feiern - je nach Konstellation des Zieleinlaufs machen es dann Scheider, Ekström und Tomczyk unter sich aus oder Scheider hat alles schon für sich entschieden.

Teamchef Hans-Jürgen Abt hält sich aber ganz an das Allgäuer Sprichwort: "Z'obed weared d'Henna zählt - Am Abend werden die Hennen gezählt", was so viel heißt wie: Abgerechnet wird erst am Schluss. "Wer den Motorsport kennt, der weiß: Es zählt immer erst das, was auf dem Papier steht", betont er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Aber sagen wir es so: Die Voraussetzungen sind ganz gut."

Seine Truppe müsse nun einfach Ruhe bewahren und weiter so arbeiten wie am Rennsonntag in Barcelona: "Denn da haben wir glaube ich gezeigt, dass wir unter Druck immer am besten arbeiten. Es ist kein Fehler passiert, keiner der Fahrer hat einen Fehler gemacht und jeder wollte den Erfolg für Audi holen. Und das ist sehr gut gelungen."

Als er Scheider am Start nach vorne schießen sah, traute der Teamchef seinen Augen fast nicht: "Ich war mir nicht ganz sicher, ob das alles so hundertprozentig war. Es war für mich ein Jahrhundertstart, aber wir mussten abwarten, ob es vielleicht doch ein Frühstart war. Aber es hat alles gepasst. Es ist schon beachtlich, dass man so starten kann, denn ich persönlich habe noch nie erlebt, dass man so an den vier Vorderen vorbeigehen kann. Hut ab vor Timo."

Hätte Mattias Ekström nicht schon am Start einen Flic verloren und wäre er am Ende doch noch an Paffett vorbeigekommen, hätten Abt und Audi sogar einen Vierfachsieg feiern können. Die Ingolstädter waren am Sonntag klar überlegen, das musste auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug einräumen. Abt betont, dass man "das Gewichtsthema" dabei nicht unterschätzen dürfe: "Zehn Kilogramm, das macht nach einem Rechenbeispiel eine bis eineinhalb Zehntel pro Runde aus. Wenn man das auf die Distanz hochrechnet..."

Audi habe sich aber bereits im Test am Samstagvormittag mit guten Longruns auf das Rennen vorbereitet. "Wir waren aber auch im Qualifying nicht schlecht. Aber Mercedes war im Qualifying sehr, sehr stark, was uns bei der Gewichtszuladung wirklich überrascht hat", räumt der Teamchef ein. "Doch vielleicht waren sie im Longrun nicht so gut." Das zeige, dass man "optimal aussortiert sein muss", wenn man Rennen gewinnen will. Und wenn in einem Team alle Autos und Fahrer gleich stark sind, habe man auch die Chance, wie Audi in Barcelona mehrere Piloten nach vorn zu bringen.

Sohn Meister, Bruder und Team auf Titelkurs

Abt hatte am Rennsonntag jedoch nicht nur den Audi-Erfolg in der DTM als Anlass zum Feiern. Sein Sohn Daniel hatte am Vormittag am Sachsenring bereits den Fahrertitel in der Formel-ADAC geholt. "Für einen Vater ist das immer eine ganz tolle Geschichte. Ich war auch sehr nervös. Sein Rennen war um 10:25 Uhr und er muss ein super Rennen gefahren sein", schildert Abt. Die gute Nachricht kam per SMS: "Daniel Meister!"

"Das ist für mich als Vater ein tolles Gefühl", so der Allgäuer. Doch dann galt es, schnell wieder umzuschalten. "Man sagt sich: 'Okay, das eine haben wir geschafft, aber jetzt sind wir in der DTM unter Druck.' Und das hat auch so toll funktioniert." Dazu kam, dass sein Bruder Christian am Sonntag auch noch seine Gesamtführung im ADAC GT Masters behaupten konnte und dort auf Titelkurs ist. "Ja, es sind große Dinge möglich bei der Familie Abt", sagt Hans-Jürgen Abt lachend. Der Traum ist, in allen drei Serien den Titel zu holen: "Wenn das klappen könnte, dann wäre es ein ganz, ganz großer Tag."

In der DTM stehen die Chancen gut. Eigentlich könnte man bei Audi aufgrund des Vorsprungs nun auch einen Gang zurückschalten. Doch das wird laut Abt nicht geschehen: "Man sollte das Gas nicht rausnehmen. Wir sollten versuchen, da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben. Ich glaube, Timo ist Rennsportler genug. Er weiß, dass er nicht nachlassen kann. Wenn er siegen kann, wird er siegen."

Auf der anderen Seite werde der Titelverteidiger jedoch auch versuchen, das Risiko so gering wie möglich zu halten: "Aber er soll einfach seinen Weg gehen, wie er es immer schon macht. Dann wird er auch vorn mitfahren."

In Dijon kann die Entscheidung bereits fallen. Teamchef Abt blickt optimistisch nach vorn. Der Test auf der französischen Strecke sei positiv verlaufen. Das Rennen dort sei sehr lang und man müsse auch abwarten, wie sich die Reifen dort verhalten. Beim Test im Frühjahr gab es dort mehrere Reifenschäden, inzwischen wurden aber die Randsteine verändert, um dies zu vermeiden. Alles in allem bereite man sich vor wie auf jedes andere Rennen auch, so Abt: "Und darum glaube ich: Unser Auto wird auch in Dijon funktionieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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