Pedro de la Rosa ist überzeugt, dass ein Umstieg auf die DTM nicht einfach ist

DTM 2009

— 30.09.2009

De la Rosa: "Ein Umstieg wäre nicht einfach"

Pedro de la Rosa war in der DTM schon mehrfach "Taxifahrer" und weiß, warum Ex-Formel-1-Piloten wie Ralf Schumacher gewisse Probleme haben

Pedro de la Rosas Heimat ist zwar die Formel 1, doch der McLaren-Mercedes-Testfahrer verfolgt auch die Geschehnisse in der DTM mit großem Interesse. Mit McLaren-Kollege Gary Paffett spricht er oft über die DTM und hin und wieder schaut er auch selbst an der Strecke vorbei. "Das Beste ist, dass es so eng zugeht. In der DTM entscheiden Hundertstelsekunden und nicht Zehntelsekunden", sagt der Spanier über die Faszination der Tourenwagenserie.

Bei seinen Besuchen bei der DTM-Mannschaft von Mercedes nimmt de la Rosa jedoch nicht nur die Zuschauerrolle ein. Bei mehreren Gelegenheiten hat er im Renntaxi Gäste über den Kurs chauffiert, wie zuletzt in Barcelona. Das sei "ein richtiges DTM", betont der Spanier, "vielleicht ist es das Vorjahresmodell, aber es hat den gleichen Motor und die gleichen Reifen."

Aufgrund seiner Erfahrungen kann de la Rosa auch die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen einem Formel-1-Boliden und einem DTM-Auto gut erklären. "Es ist kein Sportwagen, sondern fühlt sich eher an wie ein Formelwagen, mit sehr nervösen Reaktionen. Es hat eine sehr steife Aufhängung. Es hat auch gute Bremsen - Karbobremsen", sagt er über den DTM-Mercedes.

Den größten Unterschied zur Formel 1 macht der Spanier beim Thema Downforce aus: "Ein Formel-1-Auto hat viel mehr Downforce. Aber das Bremsen, das Verhalten des Autos und die Reaktionen sind recht ähnlich." Deshalb sei es für ihn eigentlich einfach, das Auto zu fahren: "Denn genau das bin ich gewöhnt."

Es ist allerdings ein großer Unterschied, ob man "nur" ein DTM-Taxi um einen Kurs bewegen muss, oder ob man im Wettbewerb steht und gegen harte Gegner um Hunderstelsekunden und damit um Platzierungen kämpft. Da sei es dann sicher nicht mehr so einfach, kann sich de la Rosa vorstellen. "Im Formel-1-Auto ist es so: Je schneller man in die Kurve hineinfährt, umso mehr Downforce hat man. Es ist also ein bisschen ein Duell zwischen Gehirn und Gefühl." Ein Duell zwischen dem Gehirn, das einem sagt, dass man noch nicht bremsen sollte und dem Gefühl, das einem sagt, dass man unmöglich so schnell in eine Kurve gehen kann.

In der DTM müsse man geduldiger sein, hat de la Rosa festgestellt: "Man kann nicht so aggressiv fahren, denn man hat mehr Gewicht und weniger Downforce. Es ist fantastisch, einen DTM zu fahren. Aber ich bin mir sicher, dass es sehr schwierig ist, sich daran zu gewöhnen. Es ist nicht so leicht, denn jedes Auto hat seine Eigenheiten."

Das haben auch Piloten wie Mika Häkkinen, Heinz-Harald Frentzen, Jean Alesi und zuletzt Ralf Schumacher feststellen müssen. De la Rosa wundert sich nicht darüber, dass frühere Formel-1-Piloten in der DTM gewisse Anlaufschwierigkeiten haben. "Heutzutage ist das Niveau in jeder Serie sehr hoch und man hat es überall mit Spezialisten zu tun. Wir leben in einer Welt von Spezialisten. In jeder Serie gibt es immer Fahrer, die genau das besser können als du, weil sie mehr Erfahrung haben", weiß er.

Man muss sich nach einem Wechsel in einer neuen Serie erst einfinden und sich anpassen, fährt der Spanier fort und räumt ein: "Ich bin mir sicher, dass ich an meinem Fahrstil 100.000 Dinge verbessern müsste, wenn ich DTM fahren würde. Denn ich bin in den vergangenen zehn Jahren nur Formel-1-Autos gefahren." Da sei es sehr schwierig, plötzlich in ein anderes Auto umzusteigen.

Einfacher sei es für junge Piloten, die noch in der Lernphase sind: "Da kann man sich noch wesentlich schneller auf etwas Neues einstellen. Aber wenn man schon sehr lange das Gleiche gemacht hat, ist es sehr schwierig, etwas zu ändern. Ich bin sicher, dass ich meine Probleme hätte, wenn ich in die DTM umsteigen würde."

Fotoquelle: xpb.cc

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