Timo Scheider geht dieses Jahr befreiter und lockerer in den Titelkampf

DTM 2009

— 18.10.2009

Scheider: Diesmal nicht einsam in die Berge

2008 verkroch sich Timo Scheider im Titelendspurt in die Einsamkeit der Berge, doch in diesem Jahr will er einfach alles so machen wie immer

Rund ein Jahr ist es her, seit Timo Scheider vor dem dramatischen Saisonfinale in Hockenheim pltzlich von der Bildflche verschwunden war. Er kapselte sich von allem ab und suchte die Einsamkeit der Berge in seiner Wahlheimat Vorarlberg. Dort holte sich beim Mountainbiken und Klettern die ntige Ruhe und mentale Strke fr den Showdown beim letzten Rennen.

"Es war fr mich damals eine groe Aufgabe und ein groer Traum, der vor der Tr stand. Ich habe damals einfach versucht, fr mich den richtigen Weg zu finden, mich darauf vorzubereiten", erinnert sich der Audi-Pilot. Nach dem Titelgewinn war fr Scheider "der grte Druck weg, denn das erste groe Ziel war erreicht."

Das ist vielleicht ein Grund, warum Scheider in diesem Jahr den Titelendspurt "ein Stck befreiter" angeht, "was die mentale Belastung und die Belastung des Umfelds auf meine Person betrifft." Deshalb plant der Audi-Pilot in diesem Jahr keine einsamen Bergtouren: "Ich werde nichts Auergewhnliches machen. Ich glaube, ich habe einen guten Weg gefunden, um mich vorzubereiten. Ich denke auch, dass ich da momentan nicht so viel falsch mache und ich hoffe, das bleibt auch so."

Und so setzt Scheider setzt in diesem Jahr bei der Vorbereitung mehr auf routinierte Ablufe als auf die Einsamkeit der Berge: "Ich mache mein Programm so wie gewohnt. Denn man sollte funktionierende Systeme nicht stren und versuchen, etwas besonders Tolles und Auergewhnliches zu machen."

Das habe er auch dem Team so weitergegeben: "Wir mssen einfach nur das laufende System am Laufen halten. Denn unsere Performance ist gut, wir wissen was wir knnen, wir haben ein konkurrenzfhiges Auto in einer tollen Mannschaft und von daher braucht es keine Besonderheiten. Natrlich sagt man, dass jetzt die wichtige Phase kommt und jeder sensibilisiert sich auf diese Phase. Aber unterm Strich muss man nichts Auergewhnliches machen, auer den normalen Job zu 100 Prozent zu erledigen."

In diesem Jahr sieht es vom Tabellenstand her fr ihn auch besser aus als 2008. Zwar erlebte er in Dijon ein hnlich dramatisches Frankreich-Wochenende wie vor einem Jahr in Le Mans. Doch diesmal kam er mit zwei blauen Augen davon und hat immer noch sieben Punkte Vorsprung auf Gary Paffett (Mercedes), der inzwischen sein einziger Rivale ist. Im Vorjahr hatte er nur zwei Punkte Vorsprung auf Mercedes-Pilot Paul Di Resta.

Der Titelgewinn wre fr Scheider aber auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes. Denn er wre der erste Audi-Pilot, der den Titel erfolgreich verteidigen knnte. Bisher ist das nur Mercedes-Star Bernd Schneider gelungen. Darber hat er sich aber auch noch keine groartigen Gedanken gemacht: "Das hat mich bis dato auch nicht so richtig interessiert, weil ich einfach versucht habe, meine Ablufe weiter zu beizubehalten und mich mit dem Thema Titel so wenig wie mglich zu beschftigen."

"Natrlich wird man zurzeit tagtglich, ob es von Nachbarn, von Freunden, Team oder Sponsoren ist, auf den eventuellen Titel angesprochen", rumt er ein. Die Titelverteidung sei schon "bemerkenswert - wenn es funktioniert": "Dass ich nach Bernd Schneider der Einzige wre, der das geschafft hat, das wrde mich natrlich stolz machen. Es wrde ein Stck Firmengeschichte bei Audi bedeuten. Und es wre etwas, was mir viel wert wre."

Und es wre ein weiterer Schritt dahin, dass man sich auch den "Schneider ohne N" nachhaltig merkt: "Nach der vergangenen Saison habe ich irgendwann einmal aus Spa gesagt, dass ich hoffe, dass ich noch so lange DTM fahren kann, dass man Scheider nur noch ohne N kennt und den Schneider mit N vergessen hat. Das wre schon mein Ziel", grinst Scheider - ohne N.

Noch ist ihm das aber nicht gelungen: Beim Barcelona-Rennen war in einer groen spanischen Sportzeitung zu lesen, dass in der Tabelle "Schneider vor Ekstrm" fhrt - mit N.

Fotoquelle: xpb.cc

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