Timo Scheider kann wieder lachen: Mit sieben Punkten Vorsprung zum Finale

DTM 2009

— 11.10.2009

Scheider: "Die Sonne scheint wieder"

Timo Scheider hatte in Dijon gleich mehrfach Glück im Unglück: Trotz Startplatz 16 und einem Reifenschaden stehen seine Titelchancen nun bestens

Dijon drohte schon zu einer Wiederholung von Le Mans 2008 zu werden, dem Rennen, in dem Timo Scheiders komfortabler Vorsprung zu zwei Pünktchen zusammenschmolz. Doch diesmal hatte der Audi-Pilot gleich mehrfach Glück im Unglück - er kam gleich mit zwei blauen Augen davon. Obwohl er nur auf Startplatz 16 stand und obwohl er einen Reifenschaden hatte, kam er als Sechster ins Ziel und holte drei wertvolle Punkte.

Im Titelkampf hat er nun nur noch einen Rivalen: Mattias Ekström die Meisterträume begraben, nachdem er heute zum zweiten Mal in dieser Saison in Führung liegend durch einen Reifenschaden weit zurückgeworfen wurde. Somit ist außer Scheider nur noch Mercedes-Pilot und Dijon-Sieger Gary Paffett im Titelrennen. Scheider hat jedoch sieben Punkte Vorsprung auf den Briten und beim Saisonfinale in zwei Wochen in Hockenheim zehn Kilo weniger an Bord. Seine Titelchancen stehen damit nun bestens - zumindest wesentlich besser, als er vor dem Start des Rennens wohl gedacht hatte.

"Ich muss sagen: Von Platz 16 auf Platz sechs zu fahren ist ein Ergebnis, von dem ich heute Morgen ein Stück weit geträumt habe", so Scheider. Der Audi-Pilot weiß aber auch, dass die Launen der Renngötter heute eine wichtige Rolle gespielt haben. "Auf der einen Seite hatte ich Pech, auf der anderen Seite hat heute aber auch ein Stück weit das Glück mitgespielt."

Sein Mitgefühl galt seinen Teamkollegen Ekström und Tom Kristensen, die beide ihre Topplatzierungen durch Reifenschäden verloren hatten: "Sie haben heute eine sehr gute Performance gezeigt. Sie haben gezeigt, wie schnell unser Auto heute war. Auch nur deshalb konnte ich von P16 nach vorn fahren. Aber das mit den beiden ist Racing. Es zeigt, wie es laufen kann."

Auch Scheider blieb von einem Reifenschaden nicht verschont. Er war der Erste, der mit einem platten Reifen zur Box humpelte. Nach einem guten Start hatte er schon auf Rang elf gelegen, danach nutzte er den Umstand, dass er noch drei Satz komplett neue Reifen hatte, und arbeitete sich weiter vor bis auf Rang neun. Mit einem ganz späten ersten Stopp wollte er noch weiter nach vorn kommen. Seine Crew stand schon mehrfach bereit, doch er fuhr weiter. Bis schließlich sein linker Hinterreifen schlapp machte.

Doch auch da hatte Scheider Glück im Unglück - nach seinem Reifenschaden hatte er nur noch zwei Kurven bis zur rettenden Boxengasseneinfahrt. Und seine Crew stand ohnehin bereit. Allerdings hatte der Plattfuß "den Verlust einiger Aeroteile an meinem Heck" zur Folge: "Das hat es natürlich nicht einfacher gemacht. Und natürlich ist nach der Info von Mattias und Tom die ganze Zeit die Angst mitgefahren, dass es uns auch passieren kann."

Von daher befand sich Scheider in einem Zwiespalt: "Am Ende hat das gesamte Feld so viel Speed herausnehmen müssen, weil das Risiko einfach zu groß wurde. Dann denkst du für dich: 'Es ist doch eigentlich alles okay, warum soll ich nicht einfach noch attackieren und die Jungs überholen?' Denn der Speed wäre in dem Moment da gewesen und es sind alle sehr, sehr langsam gefahren sind." Doch dann "musste die Vernunft siegen", erklärt er weiter: "Ich musste mir sagen: 'Timo nimm die Punkte mit, denn die sind sehr, sehr wichtig'. Jetzt sind wir in Hockenheim zehn Kilo leichter. Von daher ist alles offen und die Sonne scheint wieder."

Scheider, Ekström, Kristensen, Oliver Jarvis und auch Martin Tomczyk - warum es bei Audi so viele Reifenschäden gegeben hatte, kann sich Scheider auch nicht erklären. Nach den Longruns im morgendlichen Warmup hatte Audi die Reifen zu Dunlop gebracht: "Die haben alle Reifen analysiert und wir hatten keinerlei Probleme. Sie haben gesagt, dass wir alles so lassen sollen wie es ist, Setup und Reifendrücke seien okay. Vielleicht war der Reifendruck im Rennen etwas höher, weil wir mehr gepusht haben oder weil im Windschatten gefahren wurde. Ich weiß es nicht, aber irgendetwas war anders. Wir hatten bei fünf Audis fünf Reifenschäden, das ist etwas sehr Seltsames. Aber ich bin letzten Endes zum Glück durchgekommen."

Rein vom Papier her kann sich Scheider nun in Hockenheim eine gemütliche Spazierfahrt in Richtung Titel gönnen. Platz fünf würde ihm bei Finale in zwei Wochen reichen. Doch er will das Glück nicht überstrapazieren: "Es hat sich gezeigt, dass Spazierenfahren in der DTM gar nicht einfach ist. Wenn man einmal nachlässt, dann steht man plötzlich auf Platz 16, so wie mir das gestern passiert ist. Ich werde definitiv versuchen, dort wieder mein Bestes zu geben."

Fotoquelle: xpb.cc

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