Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich konnte das Schicksal nicht abwenden

DTM 2009

— 11.10.2009

Ullrich: "Fünf Reifenschäden sind massiv"

Für Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich bestätigten sich in den letzten Runden die schlimmsten Befürchtungen - Vorsprung von Timo Scheider das einzig Positive

Die Lippen von Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich am Kommandostand sprachen eine deutliche Sprache, als dem Führenden Mattias Ekström sieben Runden vor Schluss der Reifen platzte: Das "Sch..." war klar zu erkennen. Das war der traurige Höhepunkt der Serie von Reifenschäden, die Audi im dramatischen Rennen von Dijon hinnehmen musste. Timo Scheider, Oliver Jarvis, Tom Kristensen, Martin Tomczyk und Ekström hatten Plattfüße, bei Ekström platzte mit dem Reifen nicht nur die Hoffnung auf den Sieg, sondern auch der Traum vom Titel.

Es sein ihm in den letzten Runden "nicht gut" gegangen, räumt Ullrich gegenüber 'Motorsport-Total.com' ein: "Aber wir hatten es schlicht und ergreifend nicht mehr in der Hand. Nachdem wir den ersten Reifenschaden von Timo gesehen hatten, haben wir uns natürlich Sorgen gemacht. Dann ist es bei Oliver passiert und dann haben wir natürlich versucht, den anderen die 'einfache' Aufgabe zu geben, schnell zu fahren, aber nur so schnell, dass nichts passiert. Das ist erstens natürlich sehr schwierig, wenn hinten einer drückt."

Und außerdem sei es auch nicht gut gegangen: "Als nächstes hat es Tom erwischt, dann hat es Eki erwischt." Nun müsse man sich in Ruhe anschauen, was genau passiert ist: "Denn wir sind extra um so etwas zu vermeiden, heute Vormittag Longruns gefahren, haben danach die Reifen kontrollieren lassen und hatten eigentlich grünes Licht, dass es auch in Ordnung sein sollte. Und da sind fünf Reifenschäden, die alle bei uns sind, natürlich schon massiv. Sie haben natürlich auch das Ergebnis sehr stark beeinflusst." Denn so war für Mercedes der Weg zum Fünffachsieg frei.

Allen Beteiligten war schon vorher klar, dass die Gefahr von Reifenschäden in Dijon enorm hoch ist. Warum es ausnahmslos Audis erwischt hat, kann Ullrich noch nicht erklären.

So war am Ende Timo Scheider, der von Startplatz 16 aus losgefahren war, als Sechster bester Audi-Pilot. "Das ist überraschend", sagt Ullrich. Dabei hätte das Rennen ganz anders ausgehen können, wenn die Pneus gehalten hätten: "Man hat gesehen, welche Performance möglich war mit dem Speed, den Eki gegangen ist. Aber das hat ihm jetzt zum Schluss leider überhaupt nichts geholfen. Wir haben auch am Anfang gesehen, dass Tom einen guten Speed gehen konnte."

Und weiter: "Man sollte vielleicht auch nicht übersehen, dass Timo nach seinem Reifenschaden, der ja leider sehr früh passiert ist, die ganze hintere Aerodynamik weg hatte und damit natürlich eine Waffe hatte, die nicht mehr so stark war." Das heißt: Rein vom Speed und der Performance her hätte es für alle ganz weit nach vorn gehen können.

Scheider hatte dabei noch ein bisschen Glück im Unglück, denn sein Reifen ging nur zwei Kurven vor der Boxeneinfahrt kaputt. Doch damit war für den Spitzenreiter auch die aggressive Strategie kaputt. "Dieser Boxenstopp war noch nicht geplant. Und das hat man auch gesehen", so Ullrich. "Aber dann war es klar, dass wir keine Wahl mehr haben und dass man versuchen muss, es gleichmäßig einzuteilen."

Sieben Punkte Vorsprung hat Scheider nun auf seinen einzig übrig gebliebenen Rivalen Gary Paffett. "Hockenheim ist jetzt natürlich wieder extrem spannend. Wir haben zwar Timo vorn und auch mit einigen Punkten in Führung. Das ist ja immerhin noch positiv", kann Ullrich dem Rennausgang wenigstens eine gute Seite abgewinnen. "Es wird sich beim Finale entscheiden und das ist sicher für die Fans und für die DTM gut."

Fotoquelle: xpb.cc

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