Gary Paffett will in Hockenheim einfach sein Bestes geben, alles andere zeigt sich

DTM 2009

— 21.10.2009

Paffett: "Der Druck lastet auf Timo"

Gary Paffett kommt aufgeregt und entspannt zugleich nach Hockenheim: Der Brite will beim Finale einfach gewinnen, alles andere kann er nicht beeinflussen

Gary Paffett kommt voller Angriffslust zum Titelshowdown nach Hockenheim. Noch hat der Mercedes-Pilot die Chance auf den Titel. Zwar hat er sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer und Titelverteidiger Timo Scheider (Audi), doch der Brite weiß: Sieben Punkte sind aufholbar. Beim letzten Rennen in Dijon hat er bereits sieben Punkte gut gemacht und er schließt nicht aus, dass ihm das in Hockenheim wieder gelingt. Bei Punktegleichstand wäre Paffett Meister, da er mehr Siege auf seinem Konto hat als Scheider.

Paffett hofft auf alle Fälle, dass das Finale in Hockenheim ähnlich spannend wird wie das Rennen in Dijon: "Das Rennen in Dijon war sehr aufregend, es war vor allem am Ende sehr eng und wir haben einige Überraschungen erlebt", so der Brite. "Es war ein großartiges Rennen, vor allem für mich. Es ist sehr schwierig, von Startplatz acht aus zu gewinnen und es war für uns ein fantastisches Ergebnis. Hoffentlich können wir beim Finale in Hockenheim eine ähnlich tolle Show abliefern."

Natürlich sei er aufgeregt, beschreibt Paffett seine Gefühlslage: "Beim Saisonfinale, dem letzten Rennen des Jahres, möchte natürlich jeder gewinnen, denn das ist das Rennen, an das sich die Leute den Winter über erinnern." Nervös sei er jedoch nicht, betont der Mercedes-Pilot: "Wir müssen dort einfach den bestmöglichen Job abliefern und versuchen, ein weiteres Rennen zu gewinnen. Wir haben in diesem Jahr schon drei Siege geholt, soviel wie kein anderer und als Team waren wir überall konkurrenzfähig."

"Ich denke, dass Timo nervöser sein sollte", fährt der Brite fort. "Natürlich ist der Rückstand von sieben Punkten recht groß und wir können das Ergebnis nicht allein dadurch beeinflussen, dass wir gewinnen. Aber Timo und Audi können es verlieren, deshalb liegt der Druck auf ihnen. Sie haben in Dijon in der Qualifikation einen großen Fehler gemacht und vielleicht machen sie ja wieder einen Fehler. Das kann durchaus passieren - sie haben in der Vergangenheit oft Fehler gemacht. Ich bin sehr entspannt und entschlossen, einen guten Job abzuliefern. Dann werden wir sehen, was passiert."

Selbst wenn er das Rennen gewinnen sollte, muss er darauf hoffen, dass Scheider kein besseres Ergebnis als Rang sechs holt. Nur dann hätte Paffett die sieben Punkte Rückstand aufgeholt. Doch er weiß, dass das weder in seiner Hand noch in der von Mercedes liegt: "Wir werden dort einfach versuchen, das Rennen zu gewinnen, alles andere können wir nicht beeinflussen."

Dass ihm seine Teamkollegen helfen werden, das Rennen zu gewinnen, erwartet Paffett nicht: "Bei Audi war das sicher oft genug der Fall. Ich habe in Rennen gesehen, wie Autos vor mir andere Autos durchgelassen haben und dass sie sich gegenseitig sehr geholfen haben. Natürlich wollen wir die Meisterschaft gewinnen, aber wir sind nicht so verzweifelt, dass wir jetzt mit Platzwechseln anfangen und versuchen, das Ergebnis allzu sehr zu beeinflussen."

Paffett muss in Hockenheim auch mit zehn Kilogramm mehr an Bord antreten als Scheider in seinem Audi. "Das macht natürlich einen Unterschied aus, es heißt schließlich 'Handikapgewicht', weil es ein Handikap für dich ist", weiß der Mercedes-Pilot. "Es ist recht schwierig zu sagen, wie viel es ausmacht, aber ich denke es werden wohl zwei Zehntelsekunden sein. Es macht die Sache nicht einfach, sondern schwieriger." Doch er verweist erneut auf Zandvoort, wo er trotz zehn Kilogramm Mehrgewicht dominant gewinnen konnte: "Deshalb ist es durchaus möglich, das Rennen auch mit Handikapgewicht zu gewinnen. Das ist kein Problem."

Haug sieht wenig Chancen

Sein Chef, Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, ist nicht ganz so euphorisch. Die zehn Kilo Mehrgewicht machen zwei Zehntelsekunden aus, bestätigt er: "Und es ist ganz ehrlich gesagt nicht so, dass wir à la Zandvoort sagen können, da achten wir nicht drauf. Ich denke sehr wohl, dass es ein großes Handikap ist, so eng wie das Feld beieinander liegt." Diese zwei Zehntelsekunden könnten in der Startaufstellung gleich fünf bis sieben Plätze ausmachen, rechnet er vor.

Es könne "unter Umständen" anders sein, "wenn es eine Sondersituation gibt, wie Regen oder Reifenwahl", so Haug weiter. Dijon sei eine solche Sondersituation gewesen. Dort war eine kluge Reifenwahl und der bessere Umgang mit den Reifen für Mercedes der Schlüssel zum Erfolg. Doch für Hockenheim ist gutes Wetter vorhergesagt, "was für die vielen Zuschauer toll ist", betont Haug.

"Man kann also nicht von irgendwelchen Sonderzuständen beim Wetter ausgehen, was mir auch recht ist", erklärt der Mercedes-Motorsportchef. "Denn wir alle wünschen uns ein tolles Finale bei gutem Wetter." Doch mit dem guten Wetter seien "unsere Siegaussichten nicht groß": "Ich habe schon nach Barcelona gesagt, dass die Meisterschaft entschieden ist, da waren es 14 Punkte. Jetzt sind es sieben Punkte. Es wäre schön, noch einmal einen Siebener-Schritt zu machen, aber ich glaube nicht, dass es das realistische Szenario ist. Mir kommt es darauf an, dass wir ein sportlich großartiges Finale haben, die Meisterschaft ist für mich in meinem Kopf entschieden."

Fotoquelle: xpb.cc

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