Norbert Haug und Timo Scheider haben heute beide Grund zu Feiern

DTM 2009

— 25.10.2009

Haug: "Ein Finale wie im Bilderbuch"

Norbert Haug erlebte in Hockenheim "ein fantastisches Finalrennen", ist begeistert von Gary Paffetts Biss und zieht ein zufriedenes Saisonfazit

Nicht nur bei Audi darf nach dem Finalrennen in Hockenheim gefeiert werden, auch bei Mercedes gibt es allen Grund, die eine oder andere Champagnerflasche zu öffnen. Gary Paffett hat zwar den Titel nicht geholt, aber in Hockenheim seinen vierten Saisonsieg eingefahren. Paul Di Resta fuhr als Dritter ebenfalls auf das Podium. Dazu gewann Mercedes den Titel in der Teamwertung.

"Das Wichtigste ist, dass wir ein absolut fantastisches Finalrennen hatten. Das hatte ich mir erhofft", freut sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Für mich war es wichtig, dass wir ein sportlich faires Rennen haben vor vollem Haus und bei schönem Wetter. Man kann es sich nicht besser wünschen. Man darf bei allem Fight nicht vergessen: Wir fahren für die Zuschauer. Und das hat hier geklappt wie im Bilderbuch - man kann es sich einrahmen, im wahrsten Sinne des Wortes."

Dazu beigetragen hat sein Siegfahrer Paffett, der sich von Startplatz zwei aus einen beherzten Kampf mit Polemann Mattias Ekström geliefert hat und sich nach dessen Ausscheiden den Sieg nicht mehr nehmen ließ - trotz zehn Kilogramm Mehrgewicht an Bord seiner aktuellen C-Klasse.

"Die erste Runde, die Gary hingelegt hat, die kann man sich zweimal einrahmen, das war gigantisch", schwärmt Haug. "Racing at ist best. Ich glaube, es gab selten eine entschiedenere erste Runde und man konnte förmlich sehen, wie es sprüht und wie er sagt 'Ich will!'. Und es war immer noch fair. Es war hart, es war mit Berührung, er wurde einmal ziemlich hart angerempelt und dafür ging beim Konkurrenten dann wohl auch etwas zu Bruch. Aber so passiert es eben auch einmal."

Die Zuschauer hätten "spannendsten Rennsport" erlebt, so der Mercedes-Motorsportchef, der einräumt: "Ganz ehrlich dachte ich gestern nach der ersten Sitzung, dass wir ziemlich weit weg vom Schuss sind. Aber wir waren trotz der zehn Kilo voll konkurrenzfähig. Wir haben zwei Plätze auf dem Podium, was absolut in Ordnung ist. Zehn Kilogramm machen hier zwei Zehntelsekunden aus. Trotzdem konnte Gary die schnellsten Rennrunden fahren."

"Gratulation an Audi, an das Abt-Team und an Timo Scheider zum Titel", fährt Haug fort. "Timo hat den Titel verdient. Wie schon in Dijon hatten die anderen drei aktuellen Audi Probleme, aber Timo nicht. Es hätte auch andersherum sein können. Das spricht auch für Timo." Doch auch er selbst ist mit dem Ausgang der Saison "absolut zufrieden": "Am Anfang waren wir ziemlich im Nirgendwo und heute waren wir in der Lage, mit zehn Kilogramm Mehrgewicht zu gewinnen."

In der Fahrerwertung befinden sich drei Mercedes-Fahrer unter den Top 4. "Das ist gut", freut sich Haug. "Gary allein hat so viele Rennen gewonnen wie alle Fahrer unseres Gegners Audi zusammen, nämlich vier. Ich denke, das ist in einer solchen Meisterschaft bemerkenswert." Dazu kommt der Sieg in der Teamwertung. Und Haug betont, dass dies alles andere als ein "Trostpreis" sei: "Ganz im Gegenteil: Es ist das Beste, was ein Team erreichen kann. Es ist mit der Konstrukteurswertung in der Formel 1 zu vergleichen. Der Titel ist vielleicht nicht so populär, aber für das Team sehr wichtig. HWA hat das geschafft. Und in dieser Wertung beträgt der Unterschied nicht fünf, sondern 15 Punkte."

Extralob für Green und Stoddart

Am Saisonende war das Kräfteverhältnis laut Haug "recht ausgeglichen". Und danach habe es bei ersten Rennen in Hockenheim noch nicht ausgesehen: "Aber danach haben wir wirklich Gas gegeben. Gary hatte hier und da ein bisschen Pech, zum Beispiel am Nürburgring. Aber so ist das nun einmal." Und noch etwas darf man bei Mercedes feiern: "Jamie Green ist der Fahrer mit den meisten Punkten bei den Jahreswagen. Auch das sagt etwas aus. Er ist der Einzige, der in einem solchen Auto ein Rennen gewonnen hat. Alles in allem können wir zufrieden sein."

Besonders herausstreichen möchte Haug auch die Leistung von Susie Stoddart, deren Rennen mit einem heftigen Einschlag im Reifenstapel endete, nachdem sie zu hart über einen Randstein gefahren war. "Das Wichtigste ist, dass es ihr gut geht", so der Motorsportchef. "Davor ist sie wirklich geflogen. Sie war sehr schnell und das war nicht das Rennende, das wir ihr gewünscht haben. Sie ist die siebtschnellste Rennrunde gefahren, sie war schneller als Leute wie Tom Kristensen, Bruno Spengler, Jamie Green und Mattias Ekström. So etwas müssen wir auch sehen. Susie hat vom Speed her einen großartigen Job gemacht. Sie hat mit Tom Kristensen gefightet, was schön anzuschauen war."

Fotoquelle: xpb.cc

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