Susie Stoddart will 2010 endlich Punkte in der DTM sammeln

DTM 2010

— 21.01.2010

Stoddart: "Titelgewinn steht im Vordergrund"

Im Rahmen der Vienna Autoshow sprach DTM-Pilotin Susie Stoddart über den Karriereverlauf, den Stellenwert der DTM und die Zukunft bei Mercedes

Susie Stoddart ist seit ihrem Einstieg im Jahr 2006 zu einer festen Größe im Starterfeld der DTM geworden. Die sympathische Britin hat sich den Respekt der Kollegen erarbeitet und ist in der Mercedes-Familie immer mehr heimisch geworden. Mittlerweile ist die Blondine aus der DTM kaum noch wegzudenken. 2010 soll die 27-Jährige erneut einen Angriff auf Punkte fahren. Im Interview (mit freundlicher Genehmigung der Kollegen von 'motorline.cc') erklärt Stoddart ihre Motivation und ihre Ziele.

Frage: "Susie, du bist vor einigen Jahren in der Formel 3 gefahren und danach in die DTM gewechselt. Das ist nicht unbedingt der klassische Weg, wie kam es zu dieser Entscheidung?"
Susie Stoddart: "Die DTM ist die zweitwichtigste Rennserie der Welt nach der Formel 1. Wir haben volle Unterstützung von zwei Automarken. Und man muss sich darüber im Klaren sein, dass nur wenige Piloten ihr Geld im Motorsport verdienen und Karriere machen. Ich bin in der Mercedes-Familie sehr glücklich und denke es war die richtige Wahl."

Frage: "Nach der Formel 3 sind die Möglichkeiten vermutlich nicht mehr so groß, oder?"
Stoddart: "Die Formel-3-Euroserie kostet eine Menge Geld, ich bin nur ein paar Rennen gefahren, aus budgetären Gründen. Und dann gibt es nicht sehr viele Möglichkeiten für einen jungen Fahrer. Alle träumen von der Formel 1, aber die Plätze dort sind - wie man weiß - sehr limitiert. Für mich war die DTM daher die beste Möglichkeit. Ich sehe die DTM nicht als zweite Wahl, sondern bin begeistert von der Serie."

Frage: "Gibt es einen Druck durch junge Fahrer, die zum Beispiel aus der Formel 3 in die DTM wechseln möchten?"
Stoddart: "Natürlich gibt es das, wir fahren ja auch die Rennwochenenden gemeinsam mit der Formel-3-Euroserie. Da kommen jedes Jahr viele Talente und klopfen an die Tür der DTM. Dementsprechend hart muss man kämpfen, um seinen Platz zu bestätigen. Wenn man einen guten Job bei Mercedes macht, dann wird man auch nicht einfach ausgetauscht. Bernd Schneider, Bruno Spengler oder Jamie Green sind die besten Beispiele dafür."

Frage: "Wie publik ist die DTM in Großbritannien? Hat man gegen die Formel 1 und die britischen Tourenwagen-Serie eine Chance, medial?"
Stoddart: "Das größte Problem ist die Tatsache, dass die DTM so gut wie nicht im Fernsehen zu sehen ist. Man muss ehrlich sein, die DTM ist in Großbritannien nicht so präsent. In Brands Hatch sind rund 40.000 Zuschauer, aber im Vergleich zu Hockenheim oder dem Norisring ist das nichts. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, schließlich ist rund ein Drittel des Starterfelds aus Großbritannien."

Frage: "Wie schwierig ist es, Sponsoren in Großbritannien aufzustellen?"
Stoddart: "Ich habe das Glück, bei Mercedes und AMG keine Sponsoren aufstellen zu müssen. In der Formel Renault war das schwierig und in der Formel 3 so gut wie unmöglich. Ohne Geld in der Familie oder ein Nachwuchsprogramm ist es unglaublich schwer das Budget aufzustellen."

Frage: "Man wirft der DTM gerne vor, die Autos seien sehr empfindlich in Sachen Aerodynamik. Wie ist das, wenn man im Pulk fährt und es doch immer wieder zu Berührungen kommt, wo etliche Aerodynamik-Teile wegfliegen?"
Stoddart: "Es macht einen riesigen Unterschied, wenn man solche Teile verliert, denn das Fahrverhalten ändert sich dadurch spürbar. Aber das zeichnet die DTM auch aus. Es wird oft hart, aber meist fair gekämpft."

Frage: "Es wird also nicht aus Rücksicht aufs Auto auf Abwarten gefahren?"
Stoddart: "Nein, da das Überholen auch in der DTM unglaublich schwer ist. Da nimmt man in Kauf, dass man nach einer Berührung vielleicht ein Zehntel langsamer ist."

Frage: "Du sprichst sehr gut deutsch. War das eine Folge der intensiven Kommunikation mit dem Team und den Ingenieuren?"
Stoddart: "2006 hat Norbert Haug zu mir gesagt, ich könnte eine gute Zukunft in der DTM haben. Aber ich habe zwei Möglichkeiten, entweder ich solle mir einen deutschen Freund oder Deutsch-Stunden nehmen. Ich habe gesagt: Okay, ich probiere erst Deutschstunden und danach vielleicht einen deutschen Freund (lacht). Wenn man für Mercedes arbeitet, ist es natürlich ein großer Vorteil wenn man Deutsch spricht. Auch im Umgang mit Fans und Medien ist es natürlich sympathisch, Deutsch zu sprechen. Das ist natürlich ein Pluspunkt gegenüber jenen Piloten, die kein Deutsch sprechen."

Frage: "Was sind deine Ziele für die Saison 2010?"
Stoddart: "Als Mannschaft steht natürlich der Titelgewinn für Mercedes im Vordergrund. Was mich persönlich betrifft, so muss ich mein Qualifying verbessern. Die Rennperformance war nicht so schlecht, aber ich muss einen Schritt nach vorne machen und Punkte holen, im Mittelfeld."

Frage: "Du fährst einen Jahreswagen, auf welchen Strecken haben die letztjährigen Autos am ehesten eine Chance?"
Stoddart: "Anfang der Saison haben wir die besten Chancen, wenn die neuen Autos noch nicht ganz perfekt laufen. Was die Strecken betrifft, so ist der Norisring gut für uns."

Frage: "Was ist deine Lieblingsstrecke?"
Stoddart: "Spa-Francorchamps ist für mich die beste Rennstrecke der Welt, in der DTM ist es Hockenheim. Man kann überholen, die Stimmung ist toll, die Kurven sind abwechslungsreich."

Frage: "Gibt es für dich noch ein Ziel außerhalb der DTM, eventuell mit Mercedes?"
Stoddart: "Ich würde gerne in Le Mans fahren oder auch in einem GT-Auto. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Derzeit bin ich sehr happy in der Mercedes-Familie, vielleicht ergeben sich künftig neue Möglichkeiten gemeinsam mit Mercedes."

Fotoquelle: xpb.cc

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