Mike Rockenfeller genießt derzeit die Sonne bei den 24 Stunden von Daytona

DTM 2010

— 31.01.2010

Rockenfeller: Mit mehr Biss in die ersten Kurven

Mike Rockenfeller im Interview über seine Probleme der vergangenen Saison, seine Zielsetzungen für 2010 und Fahrpraxissammeln in Daytona

Während die anderen DTM-Piloten noch bis Ende April warten müssen, bis sie wieder Rennen fahren können, ist Mike Rockenfeller bereits wieder im Einsatz. Der Audi-Pilot fährt an diesem Wochenende bei den 24 Stunden von Daytona in einem Porsche und sammelt dabei schon einmal Fahrpraxis. Neun Stunden vor Schluss liegt er mit seinem Action-Express-Porsche (Teamkollegen: Joao Barbosa, Terry Borcheller und Ryan Dalziel) an zweiter Stelle .

Im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' spricht Rockenfeller über den Jahresstart in Daytona und das "Erste-Runde-Syndrom" seiner DTM-Saison 2009. Außerdem erklärt der Audi-Pilot, was er persönlich in der kommenden Saison besser machen will, wie er die Chancen für sich und seine Jahreswagenkollegen einschätzt und wie die restliche Saisonvorbereitung aussieht.

Frage: "Mike, für dich fängt das Motorsportjahr 2010 schon jetzt mit den 24 Stunden von Daytona an, die anderen müssen noch drei Monate auf den DTM-Saisonstart warten. Wie hilfreich ist das, um sozusagen in den 'Renntrimm' zu kommen?"
Mike Rockenfeller: "Es ist natürlich ein ganz anderes Format und als 24-Stunden-Rennen eine andere Art von Rennen als wir sie in der DTM haben. Aber man bekommt wieder Fahrpraxis. Seit dem letzten Rennen ist schon etwas Zeit vergangen und von daher habe ich mich darauf gefreut, wieder in einem Rennauto zu sitzen und fahren zu können. Da ist jede Runde gut. Und Daytona ist immer ein schöner Auftakt für das Jahr."

Frage: "Was hast du in diesem Winter bisher gemacht?"
Rockenfeller: "Bis Mitte Dezember war ich noch in Testfahrten eingebunden und habe dann relativ ruhig Weihnachten und Neujahr mit meiner Familie verbracht. Ich habe nichts Besonderes unternommen, keinen großen Urlaub gemacht. Ich war zuhause und habe die Zeit und die Ruhe genossen.."

Frage: "Blicken wir auf die vergangene DTM-Saison zurück: Punkte waren für dich oft in Reichweite, aber es gab eine Art 'Erste-Runde-Syndrom' - in der ersten Runde war es oft schon vorbei mit der Chance auf Punkte. Wie denkst du jetzt mit einem gewissen zeitlichen Abstand über die Saison?"
Rockenfeller: "Ich bin froh, dass sie zu Ende ist und dass die neue Saison vor der Tür steht. Das Jahr war in der DTM nicht gut für mich. Ich hatte gerade am Anfang der Saison ein paar Mal gute Startplätze, aber - wie du schon gesagt hast - sind dabei leider keine Punkte rausgekommen. Ich habe mir danach in den einzelnen Fällen immer angeschaut, warum das so war."

"Wenn es meine Schuld war, habe ich daraus gelernt. Und in den Fällen, in denen ich nichts dafür konnte, ist es eben dumm gelaufen. Wenn man mittendrin steht, ist das Risiko einfach da, dass man auch mal Pech hat. Und das hatte ich in der vergangenen Saison leider etwas öfter. Von daher denke ich da gar nicht dran. Ich bin wirklich motiviert und fit, ich habe viel Sport getrieben und freue mich einfach nur, dass es jetzt los geht."

Die Suche nach dem Mittelweg

Frage: "Was willst du 2010 ändern oder besser machen?"
Rockenfeller: "Speziell natürlich gut durch die ersten Runden zu kommen, wenn ich wieder einen guten Startplatz habe. Und ich war ab und zu vielleicht in den ersten zwei, drei Kurven auch ein bisschen zu vorsichtig und war dann meistens der Leidtragende. Von daher werde ich versuchen, nach dem Start von Anfang an relativ aggressiv und konsequent zu fahren und meine Position zu verteidigen, so wie ich es zuvor auch getan habe. Das Problem ist in der DTM, dass du sehr viele Teamkollegen um dich herum hast und da sehr aufpassen musst. Von daher ist es entscheidend einen Mittelweg zu finden. Aber wenn man zu nett ist, wird das in der DTM auch sehr schnell bestraft und das habe ich im vergangenen Jahr das eine oder andere Mal gemerkt."

Frage: "Stimmt, mit Nettigkeit kommt man nicht immer weiter..."
Rockenfeller: "Das ist wohl wahr. Ich will einfach mit Spaß an die Sache herangehen und in die Saison gehen. Natürlich wäre ich gern auf einem neuen Auto gewesen. Das ist jetzt eben nicht so, aber ich denke jetzt nicht 'oh, schade' und ich gehe deshalb nicht negativ in die Saison. Im Gegenteil: Ich freue mich wirklich riesig, dass es jetzt wieder losgeht. Es ist jetzt mein viertes Jahr in der DTM und das vierte Jahr in einem Vorjahresauto. Da ist das Entscheidende, die Motivation hochzuhalten und das ist bei mir der Fall. Ich fühle mich fit und frisch und hoffe, dass ich in diesem Jahr mal wieder eine gute Saison habe und gute Ergebnisse einfahren kann, ähnlich wie 2008. Und dann schauen wir mal!"

Frage: "Gönnst du Oliver Jarvis den Aufstieg in den Neuwagen?"
Rockenfeller: "Natürlich wäre ich lieber in dem Auto, aber letztlich hat er im vergangenen Jahr einen super Job gemacht und hat auch tolle Ergebnisse eingefahren. Das Jahr wurde bewertet und da war er der Beste."

Frage: "Wie schätzt du die Chancen der Jahreswagen in der kommenden Saison ein? Zwar wurde eingefroren, aber an den Neuwagen wird im Rahmen des Möglichen ja weiter gefeilt. Können die Jahreswagen wieder regelmäßig in die Punkte fahren?"
Rockenfeller: "Das ist die Frage. Das muss man abwarten. Ich glaube, dass es im vergangenen Jahr ganz gut war, aber man hat auch gesehen, dass es zum Ende hin wieder sehr schwer wurde. Und auf diesem Stand starten wir in das neue Jahr. Zumindest an den Vorjahresautos ist ja nichts gemacht worden."

"Von daher wird es schwer - eher schwerer als im vergangenen Jahr, schätze ich. Ich hoffe, dass vom Reglement her eingegriffen wird, falls der Abstand zu groß ist. Dass unser Gewicht reduziert wird oder die anderen ein bisschen mehr drauf bekommen. Ich hoffe, dass am Ende wieder die Möglichkeit da ist, wie im vergangenen Jahr konstant in die Punkte zu fahren."

Ziel: Bester Jahreswagenfahrer

Frage: "Es soll jetzt freitags wieder ein Training geben - begrüßt du das?"
Rockenfeller: "Ja. Wir sind jetzt immer freitags angereist und samstags ging es erst los, abgesehen vom Rollout am Freitag. Ich freue mich auf jeden Fall darauf. Denn Rennauto fahren macht Spaß. Und umso mehr man das am Rennwochenende tun kann, umso schöner. Und ich glaube auch: Wenn man ein Problem hat, ist es einfacher und hilft einem. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass wir das Auto jetzt wirklich gut kennen. Vom Setup her sollten also keine großen Fragezeichen mehr vorhanden sein. Aber man kann ja auch mal ein technisches Problem oder irgendetwas am Auto haben und findet es nicht so schnell. Von daher finde ich es schon gut."

Frage: "Wie sieht - abgesehen von Daytona - die restliche Vorbereitung für dich aus?"
Rockenfeller: "Ich bin bei Audi auch im Sportwagenprogramm eingebunden und es gibt auch mit dem R8 LMS Testfahrten. Dadurch, dass wir bei Audi nicht nur in der DTM engagiert sind, gibt es einiges zu fahren und zu testen. Das steht nun weiter an und auch das Teambuilding bei der Audi-Fitnesswoche, die wir wieder machen werden. Ich denke, dass ich bis zum Saisonstart der DTM gut zu tun habe. Und das freut mich auch, denn es ist schön, wenn man wieder zum Fahren kommt. Das Kribbeln im Gasfuß merke ich auf jeden Fall."

Frage: "Was sind deine Ziele für 2010 - in der DTM und bei den Sportwagen?"
Rockenfeller: "In der DTM will ich ganz klar der beste Vorjahreswagenfahrer sein - auch am Ende in der Meisterschaft. Dieses Ziel ist also relativ einfach zu benennen. Was die Sportwagen angeht, muss man erst einmal das Programm abwarten. Audi hat noch nicht bekanntgegeben, wo ich wie eingesetzt werde. Von daher kann ich da noch nicht so viel dazu sagen. Aber falls ich Le Mans fahren darf, würde ich Le Mans natürlich gern gewinnen."

Fotoquelle: xpb.cc

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