Martin Tomczyk konnte sich in diesem Winter über Langeweile nicht beklagen

DTM 2010

— 11.03.2010

Tomczyk: Ein heiß-kalter Winter geht zu Ende

Martin Tomczyk war es in den vergangenen Monaten nicht langweilig: Zwischen Kanada und den Malediven, der Teststrecke und dem Fitnessraum

Exakt 183 Tage liegen zwischen dem Finale der DTM 2009 und dem Auftakt der neuen Saison am 24. April auf dem Hockenheimring - das ist ziemlich genau ein halbes Jahr und damit eine extrem lange Pause für einen Sportler. Doch langweilig war es den Audi-Werksfahrern in der Winterzeit nicht, wie das Beispiel Martin Tomczyk zeigt, der 2010 seine zehnte DTM-Saison in Angriff nimmt.

Die sechs Monate seit dem DTM-Saisonfinale am 25. Oktober 2009 vergingen für den in Basel lebenden Bayern wie im Flug: Testfahrten, PR-Termine, Fitnesstraining, ein Zehnkampf-Ausflug ins eisige Kanada und ein Kurzurlaub auf den Malediven - langweilig wurde es dem gebürtigen Rosenheimer nicht.

Schon in der letzten Novemberwoche saß Tomczyk in Monteblanco in Spanien bei einem ersten Test wieder am Steuer des Audi A4 DTM. Dabei ging es vor allem um die Erprobung neuer Reifen für die Saison 2010. "Mit dieser Reifengeneration sollten einfacheres Reifenhandling und noch konstantere Rundenzeiten möglich sein. Das hat auf Anhieb gut funktioniert", resümiert er.

Einen Tag nach seinem 28. Geburtstag am 7. Dezember präsentierte sich Tomczyk im Kreis seiner Kollegen beim Audi-Sport-Finale 2009, der offiziellen Abschlussfeier der Motorsportler in Ingolstadt. Am 19. Dezember durften sich die Fans in Leipzig zusammen mit dem Audi-Werksfahrer auf Weihnachten freuen: Er gab eine Autogrammstunde bei der Audi-White-Lounge, deren Erlöse auch zugunsten einer UNICEF-Aktion verwendet wurden.

Nach der besinnlichen Weihnachtszeit startete Tomczyk in eine besonders extreme Erfahrung. Vom 11. bis zum 19. Januar absolvierte er zum ersten Mal einen Zehnkampf in Kanada. "Die Natur und die extremen Bedingungen haben mich absolut begeistert", erzählt der Sportler über eine Woche voller Herausforderungen. In Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territory, begann ein arktischer Zehnkampf von 20 Sportlern und Prominenten. Schneeschuhlaufen, Motorschlittenrennen, ein Halbmarathon, Übernachtungen in Zelten - den Teilnehmern wurde nichts geschenkt. An den ersten drei Tagen gelang Tomczyk in den Disziplinen Handlingfahren im Schnee, Schlittenziehen am Berg und Motorschlittenfahren jeweils der Einzelsieg in der Disziplin. In der Gesamtwertung belegte er am Ende Platz drei bei den Männern.

75 Grad Temperatur-Differenz

Der Halbmarathon musste bei Temperaturen von minus 56 Grad Celsius verschoben werden, erst bei minus 34 Grad war es "warm" genug. Geradezu harmlos wirkten da zunächst 6 Grad Wassertemperatur. Doch beim "Polar-Bear-Swimming" mit nur zwei Millimetern Neoprenschicht stellte diese Disziplin die Sportler auf eine besonders harte Probe. "Es war, als würden Nägel überall durch die Haut stechen. Man konnte kaum schwimmen." Vom Kajakfahren indes war der Deutsche hellauf begeistert: "Das war so toll, dass ich mir jetzt selbst ein Kajak zulegen will."

Nach zwei Tagen in Europa flog Tomczyk für eine Woche in den Urlaub auf die Malediven. Der Unterschied zu Kanada: "Aus neun Stunden Zeitverschiebung in die eine wurden vier Stunden in die andere Richtung, und es war auf den Inseln im Indischen Ozean 75 Grad wärmer als in Kanada!"

Mitte Februar stand eine Woche Fitnesstraining auf dem Programm. Zwei bis drei Mal pro Jahr absolviert Tomczyk diese Einheiten mit seinem persönlichen Trainer Thomas Slepitschka. In Engelberg in der Schweiz verbesserte der Rennfahrer seine Fitness mit Ski-Langlauf, Gymnastik und Körperbalance-Übungen. "Seit dem 1. Januar habe ich auch meine Ernährung verändert. Das war eine deutliche Umstellung für meinen Körper", bekennt Tomczyk, der nun sechs Kilogramm leichter ist als im Vorjahr.

Starke neue Teamkollegen

In der ersten Märzwoche saß Martin Tomczyk erstmals wieder im Rennwagen. Im spanischen Jerez testete er zwei Tage lang den Audi A4 DTM und arbeitete dabei auch mit seinen neuen Teamkollegen Oliver Jarvis und Miguel Molina zusammen. Obwohl der aus Rosenheim stammende Rennfahrer erst 28 Jahre alt ist, erlebt er bereits seine zehnte DTM-Saison und erinnert sich an seine eigene Anfangsphase noch bestens. "Oliver weiß, was er will. Er kennt seine Aufgaben und tut sich leicht", lobt er. "Und Miguel ist einer der besten Neulinge, an die ich mich erinnere. Er hat sich gleich wohl gefühlt und seine Aussagen in den Besprechungen waren für uns alle nützlich."

Während Tomczyks eigene Saison in fünf Wochen in Wiesbaden mit der DTM-Präsentation am 18. April beginnt, stand am 10. März noch ein besonderer Sporttermin in seinem Kalender: Er verfolgte in der MSV-Arena beim Viertelfinale der Champions League im Frauenfußball den Auftritt des FCR Duisburg gegen den FC Arsenal. Natürlich drückte er Europameisterin und Torschützenkönigin Inka Grings und ihrer Mannschaft die Daumen. Mit Grings hatte Tomczyk im Januar beim Zehnkampf in Kanada ein Team gebildet und den sechsten Platz in der gemischten Mannschaftswertung belegt.

Fotoquelle: Audi

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