Die Audi-Piloten wollen auch in diesem Jahr reichlich Grund zum Feiern haben

DTM 2010

— 17.04.2010

Die Audi-Piloten blasen zur Titeljagd

Die Stimmen der Audi-Piloten vor dem Start in Hockenheim: Timo Scheider kommt als Titelverteidiger, Mattias Ekström ist allerdings in der Pfalz der Maßstab

Das Warten hat ein Ende. Nicht nur für die Fans, sondern auch für die Piloten: Nach einem halben Jahr Pause startet am kommenden Wochenende in Hockenheim die DTM-Saison 2010. Die Audi-Piloten fiebern dem Saisonauftakt entsprechend entgegen. "Ich kann es kaum abwarten, bis es endlich losgeht", sagt Mattias Ekström, DTM-Champion der Jahre 2004 und 2007 und Auftaktsieger 2007 und 2008. "Hockenheim ist immer eine großartige Strecke, um die Saison zu beginnen."

Titelverteidiger Timo Scheider denkt bereits weiter - nämlich an Titel Nummer drei: "Das klingt einfacher, als es ist. Aber als zweifacher Meister kann es kein anderes Ziel geben!" Scheider bestreitet in Hockenheim sein 99. DTM-Rennen. Für ihn ist es immer etwas ganz Besonderes, in die Pfalz zu kommen: "Nicht nur, weil die DTM-Saison seit nunmehr zehn Jahren immer dort beginnt. Für mich sind seit zwei Jahren die überwältigenden Emotionen meiner Titelsiege mit dieser Strecke verbunden. Ich freue mich, dort zum zweiten Mal als Titelverteidiger in die Saison zu starten."

In Hockenheim gewinnen konnte Scheider allerdings noch nie. Ganz anders als sein Teamkollege Ekström. Der Schwede ist seit Jahren der Maßstab in Hockenheim. 2007 und 2008 hat er den Auftakt auf dem Hockenheimring mit dem Audi A4 DTM jeweils gewonnen. 2009 lag er erneut souverän in Führung, ehe ihm zwei Runden vor Schluss ein Reifenschaden den verdienten Sieg kostete - der Beginn einer fast schon unglaublichen Pannenserie, die Ekström im vergangenen Jahr um die Titelchance brachte.

Dass er auf der 4,574 Kilometer langen Rennstrecke der Mann ist, den es zu schlagen gilt, bewies er 2009 noch einmal mit der Pole-Position beim Finale. Bei einer Kollision mit Gary Paffett wurde jedoch der Kühler seines A4 beschädigt. Statt zweimal zehn Punkte nahm Ekström nur magere zwei Punkte als Hockenheim-Gesamtausbeute mit.

Das soll in diesem Jahr anders werden. Der Schwede, der im Winter Michael Schumacher im Finale des "Race of Champions" in Peking bezwang, hofft, das Pech der vergangenen Saison hinter sich gelassen zu haben, und hat sich noch intensiver als je zuvor auf die neue Saison vorbereitet. "Es wird in der DTM in diesem Jahr noch enger zugehen", glaubt er. "Deshalb habe ich nichts dem Zufall überlassen."

"Ich kann es kaum abwarten, bis es endlich losgeht", so Ekström weiter. "Hockenheim ist immer eine großartige Strecke, um die Saison zu beginnen. Diesmal ist Hockenheim etwas ganz Besonderes für mich: Es beginnt meine zehnte DTM-Saison und meine zehnte mit Audi und dem Team Abt Sportsline. Noch immer kommt es mir wie gestern vor, dass ich meine Karriere in der DTM begonnen habe, nämlich 2001 in Hockenheim."

Wie Scheider und Ekström nimmt auch Abt-Teamkollege Martin Tomczyk seine zehnte DTM-Saison in Angriff. "Ich fühle mich so gut vorbereitet wie noch nie, denn ich habe einiges geändert und sehr viel trainiert", sagt der Bayer, der im Winter fünf Kilogramm abgenommen hat. "Gespannt sein darf man auch auf das Kräfteverhältnis in der DTM. Einerseits bleibt durch den Stopp der technischen Entwicklung alles beim Alten, andererseits findet doch wieder jedes Team bei der Abstimmung Nuancen. Und wir fahren mit geänderten Reifen von Dunlop. Ich bin gespannt, wie sich all diese Faktoren auswirken."

Der Aufsteiger bei Audi ist Oliver Jarvis. Der Brite holte im vergangenen Jahr in Hockenheim sein erstes Podium in der DTM, nun bestreitet sein erstes Rennen in einem Audi A4 DTM der aktuellsten Generation. Er hat gute Erinnerungen an die Pfalz: "Auch meine DTM-Karriere begann in Hockenheim. 2008 habe ich mich im schnellsten Jahreswagen für Platz acht qualifiziert, 2009 stand ich auf dem Podium. Offensichtlich ist Hockenheim also die beste Strecke für mich, um die Saison zu beginnen! Ich bin sehr gespannt auf mein erstes DTM-Rennen für mein neues Team."

Der einzige Neuzugang: Molina

Besonders gespannt ist auch Neuzugang Miguel Molina. Er bestreitet in Hockenheim im Jahreswagen sein erstes DTM-Rennen. Er ist nicht nur der erste spanische Fahrer in der Geschichte der DTM, sondern war bei den Testfahrten vor Saisonbeginn in Valencia auch gleich schnellster Audi-Pilot. Mit 21 Jahren ist er zudem der Jüngste im Ingolstädter Kader.

"Für mich wird in Hockenheim fast alles neu sein", weiß Molina. "Ich erlebe mein DTM-Debüt, ich fahre zum ersten Mal überhaupt ein Tourenwagenrennen, und das auf einer Strecke, die mir unbekannt ist. Und ich starte natürlich für ein Team, das mir neu ist. Die Tests mit dem Audi A4 DTM liefen gut, aber wenn es jetzt richtig losgeht, beginnt für mich eine intensive Lernphase."

Legge mit Aufgabe in der FIA

Für Katherine Legge beginnt auf dem Hockenheimring ein neuer Karriereabschnitt: Die einzige Frau, die in der neuen DTM bisher eine schnellste Rennrunde erzielen konnte, startet für das Team Rosberg - damit nimmt sie auch ihre dritte DTM-Saison in einem neuen Team in Angriff. Legge erhielt das Fahrzeug, mit dem zuletzt Mike Rockenfeller im Einsatz war, und hofft auf ein gutes Ergebnis. "In Hockenheim habe ich in der DTM bislang die meisten Rennkilometer zurückgelegt, und Erfahrung ist nun einmal ein riesiger Faktor", sagt die in der Schweiz lebende Britin.

Ansonsten gilt für sie: "Neues Jahr, neues Team, gleiche Strecke, gleiches Auto: Mit einigen Bedingungen bin ich zu Beginn meines dritten Jahres für Audi in der DTM schon vertraut. Ein paar andere Dinge aber sind ganz neu. Bei Rosberg habe ich mich schon schön eingelebt und ich freue mich auf diesen neuen Start."

Die 29-Jährige hat seit Kurzem auch eine Aufgabe beim Weltverband FIA übernommen: In der neu gegründeten Women&Motor Sport Commission (WMC), deren Präsidentin die ehemalige Audi-Werksfahrerin Michèle Mouton ist, soll sie als Vertreterin der Rennfahrerinnen mithelfen, die Rolle der Frau im Motorsport zu stärken. "Es ist eine große Ehre für mich, für die FIA zu arbeiten, und ich denke, dass die Kampagne wirklich helfen wird, die Position der Frau in der Motorsport-Industrie zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um uns Rennfahrerinnen, sondern um alle Bereiche. Wir werden dieses Thema vorantreiben", sagt Legge.

Ihr Teamkollege bei Rosberg ist Markus Winkelhock. Der Schwabe holte im vergangenen Jahr beim Auftakt in Hockenheim mit Platz vier sein bisher bestes Ergebnis in der DTM. "Hockenheim ist mein Heimspiel. Ich wohne nur 110 Kilometer entfernt", berichtet Winkelhock. "Das Layout der Strecke hat mir immer schon gelegen. Als mein Onkel Jockel noch in der DTM fuhr, habe ich mich als Fan am liebsten auf die Tribüne an der Sachs-Kurve gesetzt. Das ist noch heute einer der schönsten Zuschauer-Plätze."

Bei Phoenix konzentriert sich Alexandre Prémat künftig ganz auf die DTM. Zudem hat er privat große Pläne: Der Franzose will im Sommer seine Lebensgefährtin Cléo heiraten. Doch nun steht erst einmal der Saisonstart im Mittelpunkt. "Mit Hockenheim verbinde ich noch eine ganz frische gute Erinnerung: Dort gelang mir im vergangenen Jahr mit Platz vier beim Finale mein bestes Saisonergebnis", erinnert sich Premat. "Hockenheim ist eine anspruchsvolle Strecke mit vielen schnellen Stellen, aber auch einigen sehr langsamen Kurven. Und für die Fans ist die Strecke unglaublich schön, vor allem das Motodrom ist ein Erlebnis."

Sein Phoenix-Kollege Mike Rockenfeller ist der einzige Audi-DTM-Pilot mit Doppelprogramm, er fährt auch in Le Mans. Nach drei Jahren bei Rosberg fährt er nun erstmals bei Phoenix. "Beim Auftakt will natürlich jeder wissen, wo er in der Rangliste steht. Cockpits sind neu verteilt, die Autos anders eingestuft worden als zuvor", blickt Rockenfeller voraus. "Ich freue mich auf meinen ersten Start mit Phoenix. Die Kulisse in Hockenheim ist traditionell stark. Und vor vollen Rängen zu fahren, ist auch für einen Profi-Rennfahrer immer wieder etwas ganz Tolles."

Fotoquelle: xpb.cc


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