David Coulthard weiß noch nicht, was ihn in seinem ersten DTM-Rennen erwartet

DTM 2010

— 24.04.2010

Coulthard: Rutschendes Heck und steigende Nervosität

Für David Coulthard verlief sein erstes DTM-Qualifying kürzer als erhofft: Jetzt ist er vor dem Start nervös, und dann sind da die vielen schwarzen Mechaniker...

So wird es nun in den Statistiken stehen: David Coulthard hat sein erstes Qualifying in der DTM als Vorletzter beendet. Beim Saisonauftakt 2010 in Hockenheim geht der frühere Formel-1-Pilot von Startplatz 17 ins Rennen. Und der Mercedes-Schotte räumt ein: Ein bisschen weiter vorn wäre er schon gern gestanden.

"Ich habe damit gerechnet, dass es hart wird, aber es war ein bisschen kürzer für mich, als ich gehofft hatte", bilanziert Coulthard schmunzelnd. "Aber das gehört alles zum Lernprozess." Nach dem Training am Morgen hatte er noch einmal um Änderungen an seiner 2008er-C-Klasse gebeten. "Und als ich ins Qualifying gestartet bin, ist das Auto hinten mehr gerutscht", berichtet der Schotte. "Das war recht schwierig für mich. Also ging es für mich nur darum, die Runde zu beenden. Mir war klar, dass ich keine schnelle Runde fahren kann." Mit dem ersten Satz hatte er schon in der letzten Kurve des Qualifyings massives Übersteuern gehabt. Das habe durchaus am Selbstvertrauen gekratzt, gesteht Coulthard.

"Natürlich versucht man, so weit vorn wie möglich zu stehen. Aber heute war das Ergebnis eben so", sagt der Schotte, ohne allzu sehr zu hadern. "Morgen haben wir eine neue Chance. Und ich hoffe, dass ich ohne Schaden am Auto die Zielflagge sehe." Es belastet ihn auch nicht, dass die anderen beiden Rookies Miguel Molina (Audi) und Congfu Cheng (Mercedes) anders als er den Sprung in Q2 geschafft haben.

"Sie haben einfach einen besseren Job gemacht", sagt Coulthard dazu. "Sie haben einen soliden Job gemacht, ich eher nicht, um ehrlich zu sein. Aber ich habe es versucht. Wenn ich das Qualifying noch einmal fahren könnte, dann würde ich etwas anderes versuchen. Ich wäre mehr darauf vorbereitet, wie sich das Auto auf einer wärmeren Strecke anfühlt."

"Ich wusste, dass ich bei bestimmten Bedingungen eine vernünftige Rundenzeit fahren kann", erläutert er weiter. "Bei anderen Bedingungen war ich nicht so gut. Und heute waren die Bedingungen nicht so gut. Aber es hätte auch alles gut laufen können, dann würde ich hier als der Beste der Neulinge sitzen. So sitze ich hier als der Schlechteste der Neuen. Das war nicht mein Ziel, aber so war es."

Grundsätzlich könne er nicht sagen, dass er nun frustriert ist, betont der Mercedes-Neuzugang weiter: "Denn was kann ich machen? Ich kann das, was passiert ist, nicht ändern. Ich mit habe der Erfahrung, die ich habe, mein Bestes gegeben. Das gehört alles zum Lernprozess dazu. Natürlich hätte ich gern die Pole-Position und wäre der große Hero. Aber es war klar, dass das nicht passiert. Es ist normal, dass man irgendwo anfangen muss. Und wenn es schlecht anfängt, dann kann es nur besser werden."

Besser werden soll es schon im Rennen. "Hoffentlich kann ich einen vernünftigen Start hinlegen, denn meine Starts waren im Training nicht so gut", blickt er voraus und beichtet lachend: "Bei meinem Übungsstart heute Morgen habe ich das Auto abgewürgt. Deshalb bin ich ein bisschen nervös..." Nach dem Start schaut er dann, was weiter passiert: "Ich weiß wirklich nicht, wie es sein wird, so dicht an den anderen Autos dran zu fahren. Ich weiß nicht, was mit der Downforce und so passiert. Aber ich werde es morgen herausfinden."

Coulthard ist schon ein "bisschen nervös" und gespannt auf die für ihn neue Erfahrung DTM-Rennen: "Wenn ich in einen Grand Prix starte, dann weiß ich jetzt, was ich zu erwarten habe und habe das Gefühl, dass ich kontrollieren kann, was passiert. Jetzt habe ich diese Kontrolle natürlich nicht wirklich. Was auch interessant wird: In der ersten Runde muss ich aufpassen, nicht ins Getümmel zu kommen und andere zu berühren."

Und dann kommen noch die für ihn ebenfalls ungewohnten Boxenstopps. Da ist er zwar "schon zuversichtlicher" als in Sachen Start, aber: "Es ist eigentlich recht schwierig. Man kommt die Boxengasse entlang und die Mercedes-Mechaniker haben alle schwarze Overalls an. Deshalb schaue ich mir die Galgen an. In der Formel 1 zielt man nur auf die Farbe, wenn du Ferrari fährst, zielst du auf Rot, wenn du für Red Bull fährst, nach Blau-Weiß und so weiter. Aber ich hoffe, dass sie ein Schild mit einem Pfeil an die Boxenmauer stellen", sagt er grinsend.

Auf alle Fälle ist Coulthard froh, dass er den Hockenheimring schon aus der Formel 1 kennt. Denn so kann er sich ganz auf das Fahren konzentrieren und muss nicht erst noch den Kurs kennenlernen. Doch er weiß: Auch jede noch so vertraute Rennstrecke ist in jeder Session anders. "Eine Strecke ist wie etwas Lebendiges", erläutert er. "Wenn die Temperatur steigt, dann ändert sich auch der Gummi auf dem Belag. Es ist nie dasselbe. An manchen Tagen kann man mit Untersteuern durch die letzten beiden Kurven gehen, an anderen Tagen fährt man dort mit demselben Auto, aber mit Übersteuern."

Fotoquelle: xpb.cc


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