Martin Tomczyk stellte seinen Audi A4 DTM zum Auftakt in die erste Reihe

DTM 2010

— 24.04.2010

Die Audi-Stimmen zum Qualifying

Martin Tomczyk startet in Hockenheim als Zweiter aus der ersten Reihe, seine Kollegen hatten jedoch Probleme mit den Reifen - Champion Timo Scheider Neunter

Das Qualifying zum ersten DTM-Rennen des Jahres hat das gehalten, was sich die Experten von der neuen Saison versprochen haben: Hauchdünne 76 Tausendstelsekunden trennten den schnellsten Audi und den besten Mercedes-Benz. Die Startaufstellung ist mit fünf A4 DTM und fünf C Klassen in den ersten fünf Reihen bunt gemischt. Und die Fahrzeuge aller Jahrgänge haben Siegchancen.

Bester Audi-Pilot im Kampf um die besten Startplätze auf dem Hockenheimring war Martin Tomczyk. Er wurde knapp hinter Polemann Gary Paffett Zweiter. Mattias Ekström verpasste als Fünfter um lediglich 79 Tausendstelsekunden den Einzug in Q4. Oliver Jarvis und Mike Rockenfeller starten als Siebter und Achter aus der vierten Reihe. Enttäuschend verlief das erste Qualifying des Jahres für Titelverteidiger Timo Scheider, der als Neunter bereits in Q2 scheiterte. Alexandre Prémat und Markus Winkelhock starten aus der sechsten Reihe. Der Spanier Miguel Molina war als 13. der Beste der drei Neulinge im Starterfeld. Katherine Legge hatte im freien Training am mit Schaltproblemen zu kämpfen und startet nach einem Getriebewechsel von Position 18.

Audi-Stimmen zum Qualifying:

Wolfgang Ullrich: "Im Vorjahr haben wir beim Saisonauftakt das Qualifying dominiert. In einer so eng umkämpften Meisterschaft darf man das aber nicht als Standard erwarten. Ich freue mich, dass Martin die erste Startreihe erreicht hat. Er war an diesem Wochenende in allen Sessionen immer ganz vorn dabei. Ich weiß, dass er ein Racer ist. Er kann sicherlich aus dieser guten Startposition ein gutes Rennergebnis erzielen. Schade, dass es die anderen Jungs nicht geschafft haben, ins vierte Qualifying zu kommen, obwohl sie das Potenzial dazu hatten. Aber das Rennen ist morgen. Und dann sehen wir, wie das Wochenende ausgeht."

Martin Tomczyk: "Ich habe mich sehr gut auf die neue Saison vorbereitet - das zahlt sich sicherlich aus. Ich war hier generell von Beginn an sehr zufrieden. Das Team und Audi haben mein Auto toll vorbereitet, es lief von der ersten Runde an richtig gut. Wir haben generell noch ein Problem, die neue Reifengeneration für eine schnelle Zeitrunde richtig zu nutzen. Mal sehen, wie sich das im Rennen entwickelt. In Q4 habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Aber abgesehen davon bin ich sehr zufrieden."

Mattias Ekström: "Platz fünf ist natürlich nicht Platz eins. Mein Auto war sehr gut, nachdem wir den ganzen Tag dafür gekämpft haben, ein gutes Setup zu finden und immer wieder etwas geändert haben. Leider habe ich in der entscheidenden Runde vor der Spitzkehre einen Fehler begangen. Und das ist schon genug, damit es nicht für Platz eins reicht. Von Platz fünf ist für mich noch alles möglich. Ich kämpfe um einen Podiumsplatz."

Oliver Jarvis: "Qualifying eins war okay. Wir hatten uns entschlossen, nur einen Reifensatz zu verwenden. Am Ende hatte ich etwas Glück, dass ich durchkam. Das zweite Qualifying begann mit einer sehr schnellen Runde auf dem ersten Reifensatz. Mit dem zweiten verbesserte ich mich nicht mehr. Leider beging ich im dritten Qualifying auf neuen Reifen einen Fehler. Aber zu Q4 hätte es wahrscheinlich ohnehin nicht gereicht. Das ist etwas enttäuschend. Ich hatte mir mehr erhofft."

Mike Rockenfeller: "Das Auto war toll zu fahren. Die Strecke hat sich seit dem Morgen ein bisschen verändert. Wir haben zwischen dem ersten und dem zweiten Qualifying noch einmal eine kleine Änderung vorgenommen. Dadurch wurde mein Audi A4 DTM noch einmal besser. Ich war Erster und fuhr die schnellste Zeit des gesamten Qualifyings. In Q3 lag in der zweiten Kurve sehr viel Dreck auf der Strecke, dadurch war die Runde schlecht. Ich bin eine weitere Runde gefahren, doch in der ersten Kurve habe ich einen Fehler gemacht. Es wäre auf jeden Fall mehr als Platz acht möglich gewesen. Trotz allem: Ich bin zufrieden, das Auto ist gut. Ich freue mich auf das Rennen."

Timo Scheider: "Ich bin natürlich enttäuscht. Im Qualifying hat sich ein Problem widergespiegelt, das uns schon am ganzen Wochenende verfolgt: Die Vorderachse funktioniert nicht so gut, wie wir wollen - speziell in der ersten Runde mit neuen Reifen. Wir müssen herausfinden, was meine Teamkollegen besser gemacht haben."

Alexandre Prémat: "Das war für den Anfang nicht so schlecht. Aber wir hätten auch deutlich besser sein können. In meinem letzten Anlauf habe ich einen kleinen Fehler in der Sachs-Kurve gemacht. Ein Vorderrad blockierte. Mir haben nur zwei oder drei Zehntel gefehlt, um das dritte Qualifying zu erreichen. Das Auto fühlt sich grundsätzlich sehr ausgewogen an. Damit können wir ein gutes Rennergebnis erreichen."

Markus Winkelhock: "Das Qualifying lief nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir hatten im Freien Training schon Probleme durch ein Untersteuern. Das trat im Qualifying wieder auf. Die Balance war einfach nicht perfekt. Speziell im zweiten Qualifying spürte ich das. Deshalb kam ich mit dem letzten Reifensatz nicht zurecht. So hat es leider nur für Platz zwölf gereicht."

Miguel Molina: "Alles war neu für mich. In meinem ersten Qualifying musste ich mich erst an den ganzen Ablauf gewöhnen. Ich habe mein Bestes versucht. Platz 14 ist schon ganz gut. Aber ich weiß, dass ich mich verbessern muss. Das Rennen bietet die nächste Gelegenheit dazu."

Katherine Legge: "Ich bin durchaus glücklich, denn in den beiden freien Trainings hatten wir noch mit kleineren Problemen zu kämpfen. Die gab es jetzt nicht mehr. Das Auto lief sehr gut. Leider habe ich viel Trainingszeit verloren. Ich hoffe, im Warmup viele Kilometer zu fahren. Dann sollten auch meine Zeiten etwas besser werden. Die anderen hatten drei Stunden Fahrzeit in den Trainings. Da bin ich etwas im Nachteil. Aber ich blicke dem Rennen positiv entgegen."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wir wussten, dass es wahnsinnig eng und schwierig werden würde. Man hat gesehen, dass die Fahrer alles aus sich herausholen mussten. Der kleinste Fehler wurde bestraft. Wir haben heute winzige Fehler gemacht. Daraus müssen wir nun das Beste machen. Gratulation an Martin (Tomczyk). Er hat gezeigt, dass es das Auto kann. Das war ganz wichtig. Das ist auch die Motivation fürs Rennen. Das Ziel: Unsere Fahrer sollen weiter nach vorn kommen."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Es war wie erwartet sehr eng. Das heißt: Man musste wirklich in jeder Runde drei perfekte Sektorzeiten erreichen. 'Rocky' gelang das einmal sehr gut. Er war im zweiten Qualifying Erster. Alex (Prémat) stand leider in der Sachs-Kurve quer. Sonst wäre er auch ins dritte Qualifying gekommen. 'Rocky' hat es dann im dritten Qualifying erwischt. Irgendjemand hat die Strecke verlassen und Dreck auf den Asphalt geschleudert. In der dann folgenden zweiten Runde fuhr er die erste Kurve nicht perfekt. Schade. Es war heute möglich, bis ins vierte Qualifying zu kommen. Daher ist das Ergebnis umso ärgerlicher. Aber das morgige Rennen ist lang."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Katherine (Legge) hat in beiden freien Trainings viel Zeit verloren. Sie hatte kaum Gelegenheit, ihr Auto richtig abzustimmen. Deshalb ist das Ergebnis nicht so verwunderlich. Aber mit dem Ergebnis von Markus (Winkelhock) bin ich nicht richtig glücklich. Wenn man sieht, was 'Rocky' im zweiten Qualifying aufgeführt hat, wäre sicherlich mehr möglich gewesen. Am Sonntag müssen wir im Warmup eine ordentliche Distanz am Stück fahren. Dann geht im Rennen vielleicht etwas."

Fotoquelle: xpb.cc


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