Gary Paffett fuhr mit der nötigen Vorsicht und feierte den Auftaktsieg

DTM 2010

— 25.04.2010

Paffetts fast geruhsame Triumphfahrt

Gary Paffett hatte mit seinem Hockenheim-Sieg den perfekten Start in die DTM-Saison 2010: Als die Konkurrenz strauchelte, hatte er keinen Druck mehr

Gary Paffett strahlt von einem Ohr zum anderen: Der Mercedes-Pilot hatte den perfekten Start in die DTM-Saison 2010 - der Auftaktsieg in Hockenheim ging in diesem Jahr an den Briten. Bruno Spengler, Jamie Green und Paul di Resta komplettierten den Vierfachtriumph für Mercedes.

"Es ist wunderbar! Es war ein sehr schwieriges Rennen, aber das Team hat super gearbeitet. Es war ein perfektes Wochenende mit der Pole und dem Sieg", jubelte Paffett schon gleich nach der Zieldurchfahrt. Mitentscheidend war, dass Mercedes dem Ruf der "Reifenflüsterer" einmal mehr gerecht wurde. Denn wenn Audi nicht in Probleme geraten wäre, hätte Paffett wohl kein so einfaches Spiel gehabt.

Schon am Start geriet Paffett mächtig unter Druck: Er stand zwar auf der Pole-Position, wurde aber von Martin Tomczyk attackiert, der sich schließlich in der Spitzkehre an dem Briten vorbei an die Spitze setzen konnte. Doch der Bayer konnte sich nicht lange über die Führung freuen: In der elften Rund explodierte sein linker Hinterreifen - das brachte Paffett wieder nach vorn.

Konservativere Abstimmung

"Martin wäre ganz sicher ein Siegkandidat gewesen", räumt Paffett ein. "Er hat mich überholt und war dann generell ein bisschen schneller. Wir haben versucht, unsere Reifen ein bisschen zu schonen, und haben eine etwas konservativere Abstimmung gewählt. Wir waren etwas vorsichtiger und hatten vielleicht deshalb weniger Reifenprobleme." Denn, so betont er: Der Umgang mit den Reifen hat heute eine große Rolle gespielt.

Als er Tomczyk vor sich weg hatte, konnte Paffett erst einmal durchatmen. Doch dann lauerte der nächste Audi in seinem Nacken. Mattias Ekström hatte sich auf Platz zwei vorgeschoben und rückte dem Briten näher. Doch auch von ihm ging nicht lange Gefahr aus. Denn da Ekström wegen eines taktischen Fehlers eine Runde vor Öffnung des Boxenstoppfensters zu seinem ersten Stopp gekommen war, musste der Schwede ein drittes Mal an die Box fahren und fiel wieder zurück.

Von da an hatte Paffett dann wirklich eine geruhsame Fahrt in Richtung Sieg - denn hinter sich hatte er seine Team- und Markenkollegen, von denen keine allzu große Gefahr ausging. Nach Tomczyks Reifenschaden sei er relativ entspannt gewesen, pflichtet Paffet bei: "Ich hatte einen recht großen Vorsprung, Jamie war direkt hinter mir. Dann hatte ich Mattias hinter mir, ich habe aber immer noch nicht zu 100 Prozent gepusht. Und dann musste Mattias seinen dritten Stopp machen."

"Ich stand vier oder fünf Runden lang unter Druck, aber ansonsten war es recht geruhsam", fährt der Brite fort. "Die letzten acht, neun Runden hat mir mein Team gesagt, ich soll den Fuß vom Gas nehmen. Wir hatten auch Angst, dass die Reifen explodieren." Denn auch Mercedes war gewarnt: Im Freien Training gab es bei den Longruns an den C-Klassen zwei Reifenschäden.

Auftakt nach Maß

Jetzt aber kann Paffett seinen Sieg feiern. "Genau so etwas wünscht man sich. Ich habe im vergangenen Jahr vier Mal gewonnen, ohne auf der Pole-Position zu stehen. Jetzt hatte ich endlich auch die Pole. Es war ein fantastischer Start in die Saison, das zeigt auch die Stärke, die wir im Team haben. Und die harte Arbeit über den Winter hat sich echt ausgezahlt", freut sich der Brite.

"Im vergangenen Jahr hat meine Saison genau andersrum angefangen, nämlich mit einem Ausfall", blickt Paffett zurück. "Deshalb habe ich diesmal versucht, keine Fehler zu machen. Ich habe in der ersten Runde die Führung an Martin verloren, aber ich habe versucht, so viele Punkte wie möglich zu holen, auch wenn ich nicht gewinnen sollte. Ich wollte einfach einen guten Start in die Saison haben, weil der im vergangenen Jahr so schlecht war. Und jetzt habe ich ein breites Lächeln in meinen Gesicht!"

Das Lächeln wird noch breiter, wenn Paffett an das nächste Rennen in vier Wochen in Valencia denkt: Denn das Handicapsystem ist abgeschafft, also muss er keine fünf Kilo zuladen, sondern rein vom Gewicht her ist die Ausgangslage dort genau wie in Hockenheim.

"Es war immer ein bisschen ärgerlich, wenn man nach einem Sieg diesen Ballast drauf bekam", sagt er. "Es ist toll, dass wir dort jetzt genauso konkurrenzfähig sein können. Valencia ist eine super Strecke, der Test dort war auch gut für uns. Wir werden dort sicher nicht dominieren, aber vielleicht können wir wieder um den Sieg mitkämpfen." Zu seinem Konkurrenten zählt Paffett übrigens auch die Jahreswagenfahrer - denn Jamie Green habe mit seinem dritten Platz gezeigt, dass auch die 2008er-Fahrzeuge im extrem engen Feld kräftig mitmischen.

Fotoquelle: xpb.cc


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