Mattias Ekström musste unfreiwillig einen dritten Boxenstopp einlegen

DTM 2010

— 25.04.2010

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Der Saisonauftakt in Hockenheim verlief für Audi enttäuschend: Mike Rockenfeller als Bester Fünfter, Rückschläge für Martin Tomczyk und Mattias Ekström

Der Saisonauftakt der DTM 2010 auf dem Hockenheimring lief für Titelverteidiger Audi nicht wunschgemäß: Mehrere Reifenschäden und ein taktischer Fehler brachten die Marke aus Ingolstadt um den Sieg. Am Ende musste sich Audi nach drei Triumphen in Folge mit den Plätzen fünf bis acht begnügen. Besonders hart traf es Martin Tomczyk: Der in der Schweiz lebende Rosenheimer führte bis zur zehnten Runde, ehe auf der Start-Ziel-Gerade der linke Hinterreifen seines Audi A4 DTM platzte. Dadurch fiel Tomczyk aussichtslos zurück, ehe er nach einem weiteren Reifenschaden von seinem Team aus dem Rennen genommen wurde.

Nachdem auch am Fahrzeug des an zweiter Stelle liegenden Franzosen Alexandre Prémat der linke Hinterreifen platzte, erhielten alle Audi-Piloten die Anweisung, die Reifen zu schonen und beim Überfahren der Randsteine vorsichtiger zu sein.

Dennoch hätte vor allem Mattias Ekström Chancen auf den Sieg gehabt. Der Schwede lag unmittelbar hinter dem späteren Sieger Gary Paffett. Weil er von seinem Team eine Runde zu früh zum ersten Pflichtboxenstopp gerufen worden war, musste er jedoch kurz vor Rennende ein drittes Mal an die Box kommen. Dadurch fiel der Schwede auf Rang sechs zurück.

Bester Audi-Pilot auf dem Hockenheimring war Mike Rockenfeller, der bei seinem ersten Start für das Phoenix-Team den fünften Platz belegte. Miguel Molina kam bei seinem ersten DTM-Rennen knapp hinter Titelverteidiger Timo Scheider als Achter ins Ziel und holte damit gleich seinen ersten DTM-Punkt. Alexandre Prémat kämpfte sich nach seinem Reifenschaden noch auf Platz zehn nach vorne. Katherine Legge und Markus Winkelhock belegten die Positionen 14 und 15, wobei Winkelhock nachträglich vom neunten auf den 15. Platz zurückversetzt wurde, weil auch er zu früh zum ersten Boxenstopp gerufen worden war und dafür 60 Strafsekunden erhielt.

Für Oliver Jarvis war der erste Einsatz im Neuwagen bereits in der zweiten Runde beendet: Der Brite wurde in der Spitzkehre von Maro Engel touchiert und musste sein Auto mit einer beschädigten rechten Vorderradaufhängung abstellen.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Das Ergebnis ist enttäuschend für uns, denn wir hatten uns sehr viel mehr ausgerechnet. Wir wissen aufgrund der eingefrorenen Technik ziemlich genau, wo wir mit unserem Auto stehen. Unsere Fahrzeuge waren im Rennen sehr schnell. Wir haben auch gesehen, dass wir fahrerisch gut aufgestellt sind, denn fast alle sind schnelle Rundenzeiten gefahren. Wir haben allerdings noch nicht verstanden, wie wir die neue Reifengeneration auf unseren Autos so zum Arbeiten bringen, dass sie auch haltbar ist. Die Reifenschäden im Rennen haben uns wirklich überrascht, gerade bei Martin Tomczyk, der im Warmup einen sehr guten Longrun hatte."

"An seinem Auto haben wir für das Rennen sogar noch den Sturz reduziert und den Luftdruck erhöht, sind also auf Nummer sicher gegangen. Wir hatten heute an einigen Autos Reifenprobleme, an anderen aber nicht, obwohl alle mit einer sehr ähnlichen Abstimmung gefahren sind. Das müssen wir erst verstehen und bis zum nächsten Rennen lösen. Es gibt viel Arbeit bis Valencia - trotz eingefrorener Technik."

Mike Rockenfeller: "Für mich war es ein turbulentes Rennen. Ich hatte einen guten Start. Dann wurde ich von Paul (Di Resta) eingeklemmt, der seine Linie verteidigt hat. Er drückte mich an die Mauer. Dadurch habe ich viele Positionen verloren. Das war sehr schade, denn mit diesem Start wäre ich schon Sechster gewesen. So war ich nach der ersten Runde Zwölfter und musste kämpfen. Das Auto war super, die Mannschaft bei meinem ersten Rennen für das Team Phoenix hat toll gearbeitet. Für mich war es ein guter Tag."

Mattias Ekström: "Ich hatte ein perfektes Rennen - aber nur, bis mein Ingenieur Alex (Stehlig) mir sagte, dass ich einen weiteren Boxenstopp einlegen muss. Die Stopps selbst waren gut, das Auto war super. Die Reifen waren am Limit, aber immer noch in Ordnung. Im Vorjahr ist mir in der vorletzten Runde ein Reifen geplatzt, heute hatte ich keinen Reifenschaden, aber drei Boxenstopps. In der vergangenen Saison habe ich mich im Laufe des Jahres wieder an die Tabellenspitze nach vorne gekämpft. Das werden wir auch jetzt wieder versuchen."

Timo Scheider: "Ein enttäuschender Auftakt. Und das auf einer Strecke, auf der ich bei den vorherigen fünf Starts immer auf dem Podium stand - als Erster oder Zweiter. Wir haben heute etwas ganz anderes erwartet. Ich musste viel kämpfen, weil die Hinterachse sich sehr unglücklich verhielt. Ich konnte weder attackieren noch im Zweikampf Gegenwehr leisten. Das war schon frustrierend. Unterm Strich aber gilt: Für Platz sieben gibt es zwei Punkte, die noch wichtig werden können."

Miguel Molina: "Mein erstes DTM-Rennen - das war eine neue und besonders gute Erfahrung! Gleich im ersten Rennen habe ich einen Punkt eingefahren. Ich habe über die gesamte Renndistanz alles gegeben und das Tempo war gut. Das Auto war fantastisch. Besonders der zweite Boxenstopp war sehr gut. Ich habe zwei Autos hinter mir gelassen. Was kann ich mehr verlangen? Ich bin sehr glücklich, und nun mag ich auch den Kurs von Hockenheim so langsam. Danke an Audi und das gesamte Team. In Valencia greifen wir wieder an."

Alexandre Prémat: "Das Rennen war im Prinzip fantastisch. Leider hat es am Ende nicht für Punkte gereicht, da der linke Hinterreifen platzte. Das hat sehr viel Zeit gekostet. Ohne diesen Zwischenfall wäre ein Podiumsergebnis möglich gewesen. Mein Tempo war wirklich gut, ich konnte den Führenden folgen. Ich bin etwas enttäuscht, aber wir haben immerhin gezeigt, wie schnell wir sein können. Und zwar im Qualifying und im Rennen. Und das Team hat am ganzen Wochenende gut gearbeitet. Jetzt freue ich mich schon auf Valencia, auch wenn das noch einen Monat dauert. Mein Adrenalinspiegel ist nach dem Saisonstart richtig schön hoch!"

Katherine Legge: "Ich konnte von meiner Startposition aus nicht so viel ausrichten. Mir ging es darum, die erste Runde gut zu überstehen. In den ersten beiden Kurven hielt ich mich zurück. Später habe ich ein paar Positionen aufgeholt, verlor sie im Gedränge aber wieder. Ich habe gemerkt, dass sich die fehlende Zeit aus dem Training ausgewirkt hat. So war das Rennen eigentlich meine erste richtig runde Session. Nach dem ersten Reifensatz mussten wir den Luftdruck etwas anpassen. Mit dem zweiten Reifensatz war meine Bremsbalance zu stark nach vorn gerichtet und die Räder blockierten manchmal. Der dritte Rennabschnitt war in Ordnung. Ich bin glücklich, ohne Zwischenfälle ins Ziel gekommen zu sein."

Markus Winkelhock: "Mein Start war schlecht. Ich habe den Motor fast abgewürgt und musste nachkuppeln. Dann drehten die Räder durch und drei Autos haben mich überholt. Deshalb lag ich weit hinten. Die Balance war am Anfang mittelmäßig, zum Schluss aber sehr gut. Das Auto fühlte sich am Ende gut an, die Rundenzeiten waren okay. Leider habe ich in der Box einen Platz an Miguel Molina verloren. Durch die Zeitstrafe war das am Ende aber sowieso egal."

Martin Tomczyk: "Mein generelles Fazit vom Wochenende fällt bis zur zwölften Rennrunde hervorragend aus. Als es darauf ankam, hatte ich aber das größte Pech. Wir wissen noch nicht, warum ich den Reifenschaden hatte. Leider platzte der Reifen in der letzten Kurve, also musste ich noch eine gesamte Runde drehen. Damit war mein Rennen vorbei. Seit zehn Jahren fahre ich DTM, seit zehn Jahren fahre ich in Hockenheim dieselbe Linie. Ich hatte hier noch nie Reifenprobleme. Und in diesem Jahr geschieht es dann gleich zwei Mal. Sehr ärgerlich. Ich hoffe, dass wir wenigstens Informationen sammeln konnten, die wir im nächsten Rennen positiv umsetzen können."

Oliver Jarvis: "Bereits in der ersten Runde touchierte mich ein Mercedes drei Mal. In der zweiten Runde fuhr mir in der Haarnadelkurve ein Gegner ins Auto. Dabei brach die Aufhängung. Ein sehr enttäuschender Saisonstart. Wir müssen jetzt viel arbeiten. Ich hoffe auf ein besseres Ergebnis in Valencia."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wir sind sehr enttäuscht. Wir müssen genau analysieren, was sich heute ereignet hat. Das Tempo von Martin (Tomczyk) hat gestimmt. Er ist ein Super-Rennen gefahren. Wir müssen nach vorn schauen. Das war nicht der gelungenste Auftakt. Wichtig ist, dass wir die Probleme vor dem nächsten Rennen aussortieren."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Der beste Audi-Fahrer im Ziel saß in einem Auto des Audi Sport Team Phoenix. Es wäre sogar noch einiges mehr möglich gewesen, es ist ärgerlich, dass wir das verpasst haben. Trotzdem können wir sehr zufrieden sein mit dem Ergebnis. Ein Lob an meine Mannschaft und an unsere beiden Fahrer. Wir haben alle relativ schnell zusammengefunden. Das macht wirklich Spaß."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Katherine (Legge) hatte an diesem Wochenende einige Höhen und Tiefen. Im Rennen hat sie eine ordentliche Leistung abgeliefert und ist ins Ziel gekommen. Ihre Zeiten waren ansprechend. Ich bin ganz zufrieden. Auch Markus (Winkelhock) ist ein gutes Rennen gefahren. Ich bin allerdings sehr enttäuscht von der Leistung des Teams. Zum zweiten Mal ist uns ein Lapsus unterlaufen. Wir haben das Reglement nicht gut genug gelesen. So haben wir Markus zu früh an die Box beordert. Im Reglement ist das Überfahren der Safety-Car-Linie die Referenz für das Boxenstoppfenster, nicht die Ziellinie. Dafür erhielt er eine Strafminute und fiel auf Platz 14 zurück. Das darf uns einfach nicht passieren."

Fotoquelle: xpb.cc


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