Scheider bestreitet sein 100. Rennen, Rockenfeller will bester Audi-Pilot bleiben

DTM 2010

— 17.05.2010

Audi vor Valencia: Reifenprobleme noch nicht gelöst

Obwohl Audi an der Behebung der Reifenprobleme von Hockenheim arbeitete, wurden sie vor Timo Scheiders Jubiläumsrennen nicht ganz behoben

Premiere in der DTM: Nach vier Rennen auf dem Circuit de Catalunya von Barcelona findet das fast schon traditionelle spanische Gastspiel der populären Tourenwagen-Rennserie am kommenden Wochenende erstmals in Valencia statt. Mit dem erst 21-jährigen Spanier Miguel Molina hat Audi einen Lokalmatador in seinen Reihen. Der junge Spanier glänzte bei den offiziellen Testfahrten in Valencia vor Saisonbeginn mit der zweitbesten Zeit und holte bei seinem DTM-Debüt in Hockenheim Ende April auf Anhieb einen Punkt.

Das zweite DTM-Rennen seiner Karriere ist nun gleich sein Heimspiel, auf das sich "Magic" Molina, wie er in seinem Team genannt wird, ganz besonders freut. "Ein Heimrennen ist für einen Rennfahrer immer etwas ganz Besonderes", sagt der Katalane, der rund 400 Kilometer nördlich von Valencia in Lloret de Mar zu Hause ist. "Ich hoffe, ich kann dazu beitragen, dass die DTM in Spanien bald ähnlich populär ist wie in Deutschland. Wie groß die Begeisterung für die DTM ist, hat mich sehr überrascht. In Hockenheim war es ein ganz neues Gefühl für mich, vor so vielen Zuschauern zu fahren und derart viele Autogramme zu geben."

Das Interesse in Spanien an der DTM ist seit der Verpflichtung Molinas durch Audi Sport spürbar gestiegen. Der TV-Sender Onda6 überträgt in diesem Jahr erstmals alle DTM-Rennen live. "Ich sage in jedem Interview, das ich spanischen Medien gebe: Kommt zum Rennen nach Valencia. Ihr werdet eine tolle Show erleben", meint der DTM-Rookie. Mit 805.000 Einwohnern ist Valencia die drittgrößte Stadt Spaniens. Weltweit berühmt wurde die Metropole am Mittelmeer als Austragungsort des America's Cup, der bekanntesten Segelregatta der Welt.

Seit 2008 gastiert die Formel 1 auf einem Stadtkurs im Hafen von Valencia. Die DTM absolviert ihr Rennen etwa 20 Kilometer außerhalb von Valencia auf einer 4,005 Kilometer langen permanenten Rennstrecke, die nach dem 1998 an Leukämie verstorbenen spanischen Motorrad-Rennfahrer Ricardo Tormo benannt wurde. "In Valencia gab es bereits einen offiziellen Test, deshalb verfügen wir über einige Daten. Ich gehe aber davon aus, dass wir im Mai mit anderen Witterungsbedingungen rechnen dürfen. Unser Ziel ist es, die Punkte, die wir beim Auftakt verloren haben, aufzuholen", meint Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich.

100. DTM-Rennen für Timo Scheider

Nicht nur für Miguel Molina ist Valencia eine ganz besondere Veranstaltung. Der amtierende DTM-Champion Timo Scheider bestreitet in Spanien das 100. DTM-Rennen seiner Karriere. Damit ist der Audi-Werksfahrer der einzige aktive Pilot im "100er-Club" der DTM. Seine beiden Teamkollegen Mattias Ekström (bisher 94 Rennen) und Martin Tomczyk (93) werden im Laufe der Saison ebenfalls die 100er-Marke erreichen. "Das ist natürlich schon eine besondere Zahl", sagt Scheider, der als einziger Pilot im Starterfeld schon beim Comeback der DTM im Jahr 2000 dabei war.

2006 pausierte der in Österreich lebende Deutsche, seit 2007 fährt er für Audi - und das mit großer Leidenschaft. "Es war schon immer mein Traum, für Audi zu starten", sagt Scheider, in dessen privater Garage seit Kurzem ein weißer Audi R8 Spyder steht. "Auch damit habe ich mir einen Traum erfüllt." Nachdem es für Scheider beim Auftakt in Hockenheim mit Startplatz neun und Rang sieben im Rennen alles andere als wunschgemäß verlief, kann er es kaum erwarten, in Valencia zurückzuschlagen - vorausgesetzt, die Reifen spielen mit.

Reifenschäden nach wie vor Thema

Denn die Reifenschäden von Hockenheim beschäftigen Audi Sport und die DTM-Szene noch immer. "Wir haben sehr viel Aufwand betrieben, um die Reifenprobleme, die wir in Hockenheim im Rennen hatten, zu analysieren und zu reproduzieren", erklärt Dr. Ullrich. Dazu dienten unter anderem Testfahrten mit Mattias Ekström, der in Valencia mit seiner Mutter auf deren 60. Geburtstag anstoßen wird, und Timo Scheider in Almería (Spanien) und Versuche auf Reifenprüfständen an den Universitäten in Hamburg und Aachen.

"Wir wissen nun wesentlich mehr über die neue Reifengeneration, aber behoben ist die Problematik, die recht komplex ist, damit noch nicht", glaubt Dr. Ullrich. "Denn ich möchte noch einmal betonen, dass wir uns in Hockenheim ganz klar an die Vorgaben des Reifenherstellers gehalten haben. Das Problem liegt keineswegs allein bei uns. Aber wir werden alles in unserer Macht Stehende dafür tun, dass sich die Reifenschäden von Hockenheim in Valencia nicht wiederholen."

Abt-Teamchef Hans-Jürgen Abt glaubt, dass die Reifenprobleme in Valencia nicht mehr so gravierend sein werden: "Wir haben versucht, aus den Problemen, die wir in Hockenheim hatten, zu lernen. Es hilft sicherlich, dass wir in Valencia schon getestet haben. Es scheint mit der diesjährigen Reifengeneration besonders schwierig zu sein, Performance und Haltbarkeit zu kombinieren." Die Audi-Piloten fahren jedenfalls mit viel Optimismus nach Valencia.

Piloten freuen sich auf Valencia

Unter anderem Mattias Ekström, der mit Spanien noch eine Rechnung offen hat. Noch nie schaffte er es bei einem spanischen DTM-Lauf auf das Podium. "Ich glaube, es weiß niemand wirklich, was uns in Valencia erwartet, denn die Strecke ist für uns alle Neuland. Wir haben dort zwar getestet und ich hatte dabei ein ganz gutes Gefühl. Aber Tests sind Tests und Rennen sind Rennen", sagt der Schwede. Der in der Gesamtwertung bestplatzierte Audi-Pilot ist aber jemand anderer, nämlich Mike Rockenfeller, der diese Position in Valencia verteidigen möchte. "Ich habe mich in meinem neuen Team auf Anhieb sehr wohl gefühlt. Auch die Tests in Valencia liefen gut. Deshalb freue ich mich sehr auf mein zweites DTM-Rennen mit dem Team Phoenix", so der 26-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc


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