Miek Rockenfeller bei den ITR-Testfahrten im März in Valencia

DTM 2010

— 19.05.2010

Valencia: Gute Bremsbalance ist gefragt

Markus Winkelhock und Mike Rockenfeller über die Strecke in Valencia: Vom richtigen Mittelweg, Belastungen für die Reifen und wenigen Überholmöglichkeiten

Premiere in der DTM: Die Tourenwagenserie bestreitet am kommenden Wochenende ihr erstes Rennen auf dem Circuit Comunitat Ricardo Tormo bei Valencia. Teams und Fahrer konnten sich bei den ITR-Tests vor Saisonbeginn bereits einen ersten Eindruck von der Strecke verschaffen und wissen nun, worauf es auf dem spanischen Kurs besonders ankommt.

"Ich glaube, dass man sehr guten mechanischen Grip braucht und eine sehr gute Balance beim Bremsen", blickt Audi-Pilot Mike Rockenfeller voraus. "Denn es gibt sehr viele Kurven, wo man in die Kurve reinbremsen muss, wo man quasi die Belastung schon auf einer Seite hat. Und es ist schwierig, dass man da vom Sturz her einen Kompromiss findet, dass man das Auto mechanisch sehr, sehr gut in der Balance hat."

Auch die richtige Gewichtsbalance sei in Valencia "ganz entscheidend", so Rockenfeller weiter: "Trotzdem braucht man aber auch den Abtrieb, speziell in Kurve eins, die verdammt schnell ist. Aber ich denke, der Schlüssel liegt wirklich darin, ein gutes Auto auf der Bremse zu haben."

Sein Audi-Kollege Markus Winkelhock pflichtet bei: "Valencia ist eine Strecke mit zwei, drei schnellen Passagen und auch extrem langsamen Passagen. Und da muss man einen guten Mittelweg finden, was die Aerodynamik betrifft." Da man aus zwei, drei Kurven langsam herausbeschleunigen muss, sei eine gute Traktion wichtig - vor allem über die Renndistanz: "Weil man sich sehr schnell den Hinterreifen ruinieren kann."

Das Thema Reifen ist bei Audi derzeit ohnehin ein spezielles - man erinnere sich an die Schäden beim Auftakt in Hockenheim. Doch Winkelhock sieht die sache entspannt. Zum einen, weil er beim Test in Valencia keine Reifenschäden hatte, zum anderen, weil er auch in Hockenheim verschont blieb.

"Die Strecke in Valencia geht natürlich sehr auf den Reifen, speziell auf die Hinterachse, weil man einige Kurven hat, bei denen man vom zweiten, dritten Gang rausbeschleunigen muss", räumt der Schwabe ein. "Jetzt haben wir auch noch höhere Temperaturen als beim Test. 24 bis 26 Grad Außentemperatur und Sonnenschein - das geht natürlich schon auf den Reifen. Aber beim Testen hatten wir und speziell ich gar keine Probleme mit diversen Reifenschäden. Von daher gehe ich optimistisch nach Valencia und hoffe, dass es so ähnlich verläuft wie beim Test."

Dazu glaubt Winkelhock, dass die Reifenprobleme in Hockenheim auf die Kerbs zurückzuführen war. "Und die Kerbs in Valencia sind relativ flach, das ist ja eine Motorradstrecke. Also ich denke, dass wir das Problem dort hoffentlich nicht haben."

Wo man in Valencia am besten überholen kann, ist laut Winkelhock schwierig zu sagen. Es gibt keine klassischen Überholstellen, aber es könnten sich dennoch Chancen bieten. "Man hat zwar eine lange Start-Ziel-Gerade, aber in Turn eins jemand auszubremsen, ist quasi unmöglich, weil die Kurve zu schnell ist, die wird im vierten, fünften Gang gefahren", erläutert er. Allerdings könnte man in Kurve zwei vielleicht einen Gegner ausbremsen.

"Es ist ein enger, sehr winkliger Kurs, ich denke mal, das Überholen wird nicht leicht sein", prophezeit Winkelhock. "Aber es gibt ein, zwei Kurven, vielleicht auch die letzte Kurve, wo man sich reinbremsen kann. Das ist wahrscheinlich wie in jedem Rennen: Wenn man hinter einem herfährt, muss man versuchen, den Gegner in einen Fehler zu drängen und wenn derjenige einen kleinen Fehler gemacht hat, dann muss man einfach daneben stechen."

Beim Test war das Kräfteverhältnis zwischen Audi und Mercedes relativ ausgeglichen. Von daher darf man auf ein spannendes Wochenende hoffen. Rockenfeller gibt jedoch zu bedenken, dass beim Test nicht alle ihr wahres Potenzial zeigen. Er hat die Konkurrenz aus Stuttgart durchaus stark auf der Rechnung.

"Ich denke, dass Valencia von der Mechanik her eine ganz spezielle Strecke ist, dass man da ein gutes Auto braucht. Und da war Mercedes schon immer stark", begründet Rockenfeller. "Von daher kann man davon ausgehen, dass Mercedes die Strecke liegt. Aber ich denke, dass es auch da wieder sehr, sehr ausgeglichen sein wird. Ich erwarte, dass Mercedes in Valencia wieder sehr gut aufgestellt sein wird, aber wir haben unsere Hausaufgaben ja auch gemacht und wollen natürlich - wenn es geht - beim ersten DTM-Rennen in Valencia einen Audi-Sieg holen."

Fotoquelle: DTM


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