Das Duell zwischen Gary Paffett und Miguel Molina sorgte für Wirbel

DTM 2010

— 23.05.2010

Paffett sauer: "What a fucking idiot!"

Gary Paffett und Mercedes-Sportchef Norbert Haug ärgern sich über die ihrer Meinung nach unfairen Aktionen von Alexandre Prémat und Miguel Molina

Der auf den letzten Metern doch noch eroberte WM-Punkt konnte nach dem heutigen Rennen in Valencia nicht über die hundsmiserable Laune von Gary Paffett hinwegtäuschen. Der Mercedes-Werksfahrer war zu Beginn mit Alexandre Prémat und später mit Miguel Molina aneinandergeraten und hatte einen dementsprechend hohen Puls.

"What a fucking idiot! He has to get a fucking penalty", tobte Paffett am Boxenfunk, nachdem Prémat in der ersten Runde an ihm vorbeigegangen war. Kurz zuvor hatte er in einer Kurve die Ideallinie verpasst und seinem Konkurrenten damit die Tür geöffnet, durch die dieser dann etwas optimistisch hindurchmarschierte. Auch über Molina fluchte Paffett: "No fucking way he can get away with that, no fucking way!" Worte, die man nicht ins Deutsche übersetzen muss...

Paffett stinksauer auf Prémat

Doch Molina kassierte für das gewagte Überholmanöver, bei dem ein paar Karosserieteile und eine Radkappe locker wurden, lediglich eine Verwarnung. "Sein Manöver kann ich nicht hinnehmen", schimpft Paffett in der 'ARD'. "Ich kann es gar nicht glauben, dass er dafür keine Strafe bekommen hat." Der Rammstoß von Molina sei der heftigste seiner DTM-Karriere gewesen, außerdem habe sich dabei der linke Außenspiegel verabschiedet.

Prémat nahm sich der Auftaktsieger nach der Zieldurchfahrt persönlich zur Brust. Auf die Frage, wie der Audi-Pilot den Unfall einschätzt, entgegnet er: "Na rate mal! Er glaubt, das sei fair gewesen. Das war es aber nicht", ist Paffett sauer. "Es kann schon mal passieren, dass man beim Überholen mal wen berührt, das gehört zum Racing dazu. Aber das heute waren keine normalen Zwischenfälle mehr. Von hinten und von der Seite wem reinzufahren, ist nicht okay und obendrein gefährlich."

Prémat sieht die Sache naturgemäß völlig anders: "Er hat gesagt, dass es mein Fehler war. Für mich war das 50:50, wenn nicht sogar eher seine Schuld", winkt der Phoenix-Audi-Pilot ab. "Ich war dicht an ihm dran und habe es probiert, aber er hat mich dann von der Straße geschoben. Ich hatte keine Chance, auf der Strecke zu bleiben. Das ist für mich unfair. Ich möchte mir die Szene mit ihm zusammen anschauen, dann reden wir drüber."

"Ich habe mich nicht entschuldigt, denn für mich war es sein Fehler. Ich weiß, dass man im Rennauto ein bisschen einen eingeschränkten Blick hat, also sagen wir, es war 50:50. Aber ich sehe keinen Grund, mich zu entschuldigen", schaltet Prémat auf stur. Auch Wolfgang Ullrich versteht die Aufregung bei Mercedes nicht: "Soll ein jeder schauen, was seine Jungs gemacht haben. Wir werden uns das in Ruhe anschauen und dann können wir gerne darüber reden."

Ullrich relativiert Ärger von Mercedes

Aus Sicht des Audi-Sportchefs war Valencia 2010 "ein sehr gutes Tourenwagenrennen", auch wenn er zugibt: "Am Schluss ist ein bisschen geholzt worden." Damit meint er aber ausdrücklich auch die ebenfalls harte Retourkutsche von Paffett gegen Molina, die der Brite mit einer Menge Wut im Bauch durchzog. Das brachte ihm den achten Platz ein. Paffett meint dazu nur: "Ich war schneller als er und musste es einfach versuchen."

Norbert Haug schätzt das Duell Prémat vs. Paffett "so wie immer" ein: "So ist es halt." Sehen Sie den Fehler bei Prémat? "Ich sehe gar nichts. Ich gucke mir das Replay an, aber ich wundere mich nicht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", entgegnet der Mercedes-Sportchef schnippisch. Von den Rennkommissaren erwarte er "gar nichts", unzufrieden sei er aber nicht mit ihnen: "Das würde ich nicht sagen. Ich bin auch mit unserer Performance nicht zufrieden."

Auch bei der Befragung zum Vorfall Molina vs. Paffett gibt sich Haug nur unwesentlich redefreudiger: "Das Gleiche in Grün", schätzt er die Situation ein. "Man hat ja gesehen, wer da wen abdrängt. Es geht hart zu, aber man muss dem Gegner halt die Bahn lassen und darf ihn nicht irgendwo verhungern lassen. Aber so ist es halt." Für das Protokoll: Die Rennleitung hat keine Strafen ausgesprochen, sondern beließ es bei der Verwarnung für Molina.

Fotoquelle: xpb.cc


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