Mattias Ekström feierte auf dem Podium ausgelassen seinen Sieg

DTM 2010

— 23.05.2010

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mattias Ekström siegt, Martin Tomczyk verliert nachträglich Platz zwei: Die DTM-Premiere in Valencia endete für Audi mit gemischten Gefühlen

Audi hat zurückgeschlagen: Nach dem enttäuschenden Auftakt in Hockenheim sorgte Mattias Ekström beim zweiten Lauf der DTM 2010 für einen souveränen Audi-Sieg. Die Freude wurde jedoch vier Stunden nach Rennende getrübt, weil Martin Tomczyk aus der Wertung augeschlossen wurde und Platz zwei verlor. Er hatte einen Reifen verwendet, der wegen eines Formfehlers nicht für das Rennen registriert war.

Mit Alexandre Prémat, Timo Scheider, Mike Rockenfeller und Miguel Molina auf den Plätzen drei, vier, sieben und acht kamen vier weitere Audi-Piloten in die Punkteränge. Oliver Jarvis rollte acht Runden vor Rennende nach einem starken Rennen auf Rang drei liegend ohne Benzindruck aus. Markus Winkelhock musste seinen Audi A4 DTM nach 34 Runden mit einem Defekt an der linken Hinterradaufhängung abstellen. Seine Teamkollegin Katherine Legge konnte wegen eines Infektes nicht am Rennen teilnehmen. In der Fahrerwertung liegt Mattias Ekström mit 13 Punkten drei Zähler hinter den neuen Tabellenführer Bruno Spengler (16 Punkte) auf Rang zwei.

Die Stimmen nach dem Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Prinzipiell war es ein tolles Rennen für Audi - und mit dem ursprünglichen Ergebnis hätten wir sehr zufrieden sein dürfen. Unsere Autos waren sehr schnell und unsere Fahrer stark. Es war insgesamt eine starke Mannschaftsleistung. 'Eki', Oliver und Martin haben das Rennen bestimmt. Es hätte für Audi ein 1-2-3-Erfolg werden können. Doch das Problem mit dem fehlenden Benzindruck an Olivers Auto, das wir noch genau analysieren müssen, und die Panne in Martins Team haben den möglichen Dreifachsieg verhindert. Dort wurde ein Barcode verwechselt, und so kam im letzten Stint ein Reifen aus dem falschen Kontingent auf sein Auto. Dadurch hatte Martin keinen Vorteil, aber die Regeln sehen in diesem Fall einen Wertungsausschluss vor. Damit müssen wir nun leben und dafür sorgen, dass sich so etwas nie mehr wiederholt, denn dadurch haben wir wertvolle Punkte verloren und unseren Konkurrenten Punkte geschenkt. Dafür ist in der DTM kein Platz."

Mattias Ekström: "Das ist ein seltener Moment in meinem Leben, denn mir gelang hier das Triple aus Startplatz eins, schnellster Rennrunde und Sieg. Auf mir lastete ein großer Druck. Das Auto war vom Start weg gut. Deshalb ging es um einen guten Kompromiss aus Reifen schonen und Schnelligkeit. Ich bin sehr zufrieden, dass ich nach längerer Zeit wieder gewonnen habe. Jetzt freue ich mich einfach und werde bis morgen nur noch grinsend zu sehen sein."

Alexandre Prémat: "Das war vom Anfang bis zum Ende ein fantastisches Rennen. Der Start war super. Es folgte ein harter Kampf mit Gary Paffett. Nach einer Runde war ich bereits Sechster. Timo Scheider und Martin Tomczyk waren unheimlich schnell. In meinem zweiten Rennabschnitt fragte ich mein Team, ob ich etwas früher als die anderen stoppen darf. Das hat sehr gut funktioniert und wir überholten dabei drei Autos. Ich bin sehr zufrieden mit dem Team, das am ganzen Wochenende exzellent war. So viele Punkte zu sammeln, ist nach dem Wochenende von Hockenheim besonders schön."

Timo Scheider: "Mein Start war gut. In der zweiten Kurve habe ich mich für die Außenseite entschieden - das war richtig. Dann fuhr ich im ersten Teil des Rennens ein sehr hohes Tempo. Beide Boxenstopps waren sehr gut. Im mittleren Teil des Rennens hatten wir ein Problem mit dem Luftdruck der Hinterräder. Der war ein Zehntel zu niedrig. So konnten wir nicht attackieren. Der letzte Rennabschnitt mit angepasstem Luftdruck war wieder sehr gut. Ich kann zufrieden sein, vom zehnten Platz so weit nach vorne gefahren zu sein."

Mike Rockenfeller: "Mein Start war gut und ich gewann einen Platz. Anschließend hatte ich nach vorn und nach hinten Luft. Ich musste allerdings kämpfen, speziell nach sieben bis acht Runden in jedem Rennabschnitt. Beim ersten Stopp haben wir durch ein Problem mit der Radmutter vorne links ein wenig Zeit verloren. Dadurch haben wir vielleicht auch ein, zwei Positionen verloren. Aber ich muss ehrlich sagen: Ich konnte mich heute nicht so gut auf das Auto einstellen. Alex Prémat kam wohl mit der gleichen Abstimmung besser klar. Ich bin aber zufrieden, Punkte geholt zu haben."

Miguel Molina: "In der ersten Runde war ich wohl etwas zu konservativ. Hinter den anderen Autos ist es schwer, einen Rhythmus zu finden. Wir wollten mit der Boxenstoppstrategie noch ein paar Plätze weiter nach vorn kommen. Leider beging ich bei meinem zweiten Stopp einen Fehler und fuhr ein bisschen zu weit. So blieb ich im Rennen auf der gleichen Position und kam nicht weiter vor. Zum Schluss gab es einen Kampf mit Gary Paffett. Zunächst habe ich ihn überholt. In der letzten Runde attackierte er mich, drängelte ein wenig und überholte mich wieder."

Oliver Jarvis: "Der erste Rennabschnitt war sehr gut. Leider kam ich nicht an Bruno Spengler vorbei. Also blieb ich die ganze Zeit hinter ihm. Ich achtete auf meine Reifen. Leider bekamen wir nach dem zweiten Stopp ein Problem, der Benzindruck war plötzlich weg. Die Ursache kenne ich noch nicht genau. Damit war mein Rennen vorbei. Das war sehr schade, denn bis dahin lief es sehr gut. So haben wir heute wieder viele Punkte verloren."

Markus Winkelhock: "Mein Start war gut, aber ich fand keinen Weg durch die Meute und musste vom Gas gehen. In Kurve zwei fuhr mir Jamie Green in die Seite und ich verlor zwei Positionen. Zwei Kurven später habe ich mir beide Plätze wieder zurückerkämpft. So war ich Elfter. Das Auto war sehr gut, womit ich nach dem Warm-up noch nicht gerechnet hatte. Mein Tempo war ganz okay. Leider ist mir nach der Bergauf-Schikane hinten links die Aufhängung gebrochen und ich musste aufgeben."

Martin Tomczyk: "Die Strategie war hervorragend, das Auto lief hervorragend, ich konnte eine schnelle Runde nach der anderen fahren. Nach dem zweiten Boxenstopp bin ich hinter 'Eki' rausgekommen und hatte sogar Luft nach hinten. Dass ich von Startplatz neun bis auf Rang zwei nach vorne fahren kann, hätte ich nicht gedacht. Umso ärgerlicher ist der Wertungsausschluss."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Glückwunsch an Mattias Ekström: Nach einer langen Durststrecke hat er wieder gesiegt. Das tut ihm wahnsinnig gut. Jeder hat gesehen, dass wir wieder da sind. Das war der Lohn für die harte Arbeit in den letzten Wochen. Danke an das ganze Team. Auch unsere anderen Fahrer sind tolle Rennen gefahren - Oliver, 'Magic Molina', Timo Scheider und vor allem Martin Tomczyk. Dass er den zweiten Platz durch einen kleinen, aber folgenschweren Fehler des Teams verloren hat, ist bitter. So etwas darf nicht passieren. Auch für Oliver tut es mir unheimlich Leid."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Ich bin sehr zufrieden, dass das Team Phoenix mit beiden Autos Punkteränge erreicht hat. Alex Prémat hat super gekämpft. Sein Auto war klasse. Er kam auch mit den Reifen sehr gut klar. 'Rocky' haderte ein bisschen mit der Balance. Trotz seines etwas schwierig zu fahrenden Autos hat er sich super geschlagen. Da kann man nur glücklich sein."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Für uns lief der Sonntag leider nicht so gut. Wir mussten aus gesundheitlichen Gründen auf Katherine Legge verzichten. Das war sehr schade. Bei Markus Winkelhock haben wir leider das Qualifying versiebt. Sein Renntempo war auf jeden Fall in Ordnung. Er fuhr ein gutes Rennen. Leider musste er nach einem Aufhängungsbruch aufhören."

Fotoquelle: xpb.cc


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