Die Audi-Piloten wollen auch beim Rennen auf dem Lausitzring viele Punkte holen

DTM 2010

— 29.05.2010

Audi in der Lausitz: Helfen die Daten aus Valencia?

Mit viel Rückenwind in die Lausitz: Audi hat mit dem Sieg in Valencia einiges an Selbstvertrauen getankt und möchte Mercedes erneut Paroli bieten

Rückkehr nach Deutschland: Mit dem 14. DTM-Sieg von Mattias Ekström in der Tasche reist Audi vom ersten Gastspiel der DTM im spanischen Valencia nach Deutschland zurück. Auf dem EuroSpeedway Lausitz wird vom 4. bis zum 6. Juni 2010 der dritte Lauf der populären Tourenwagenserie ausgetragen. Zu diesem Kurs hat der Schwede eine ganz besondere Beziehung.

Das DTM-Publikum erlebt einen denkbar spannenden Saisonbeginn 2010: Nach dem für Audi enttäuschenden Saisonauftakt in Hockenheim gelang der Marke mit den vier Ringen in Valencia ein souveräner Kontersieg. So steht es zwischen den beiden Herstellern nach Siegen, Trainingsbestzeiten und schnellsten Runden jeweils 1:1 unentschieden. Auch in der Tabelle spiegelt sich die Ausgeglichenheit wider: Ekström liegt auf Platz zwei der Meisterschaft - nur knapp hinter Bruno Spengler.

Vor seiner Rückkehr in den Audi A4 DTM am EuroSpeedway erfüllte sich der 31-Jährige einen Traum: Ekström testete unmittelbar nach seinem ersten DTM-Saisonsieg auf Einladung von Audi-Partner Red Bull einen NASCAR-Rennwagen in den USA und hinterließ auch dabei einen starken Eindruck.

Die ursprünglich für amerikanische Hochgeschwindigkeitsrennen konzipierte und im Jahr 2000 eröffnete Anlage in der Lausitz mag den Schweden an US-typische Ovale erinnern, in der DTM wird jedoch nur ein kleiner Teil des Triovals genutzt. Der Rest des Kurses befindet sich im Infield. Und diese Kombination liegt Ekström offenbar besonders gut.

In seiner DTM-Debütsaison erzielte Ekström dort 2001 als Dritter sein erstes Podiumsergebnis. Bis heute hat der Audi-Fahrer in der Lausitz sieben Mal das Podest bestiegen. Auch die bisher einzigen Audi-Siege auf dem Kurs nördlich von Dresden hat der Schwede in den Jahren 2004 und 2007 beigesteuert. Der Blick in die Ergebnislisten der vergangenen Jahre zeigt aber, dass der EuroSpeedway Lausitz bisher nicht gerade das beste Pflaster für den Audi A4 DTM war.

Valencia-Erkenntnisse als Vorteil in der Lausitz?

Doch dank der jüngsten Erfahrungen aus Valencia könnte sich das ändern - denn zwischen den beiden Kursen gibt es Parallelen. Die Verbindung besteht vor allem über den Aspekt der Asphaltbeschaffenheit. "In Valencia bietet die Fahrbahn nur wenig Haftung", analysiert Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi. "Ganz ähnlich verhält es sich mit dem wenig porösen, glatten Asphalt des EuroSpeedway Lausitz."

"Natürlich hoffen wir, unsere Erkenntnisse dort wiederum effizient anwenden zu können. Wir haben in Valencia den Lohn dafür erhalten, dass wir das Verhalten der Reifen sehr intensiv studiert haben", erklärt Mühlmeier und fügt hinzu: "Trotz der hohen Asphalttemperaturen haben wir mit unserer Abstimmung eine sehr gute Leistungsfähigkeit mit bester Haltbarkeit kombiniert."

Für drei der neun Audi-Piloten beginnt nach der Zieldurchfahrt auf dem EuroSpeedway Lausitz gleich der nächste Großeinsatz: Noch am Abend des Renntages werden Oliver Jarvis, Mike Rockenfeller und Timo Scheider nach Frankreich fliegen, um die 24 Stunden von Le Mans zu bestreiten. Rockenfeller steuert einen der drei Audi R15 TDI des Audi-Teams Joest. Jarvis startet mit einem Audi R10 TDI des privaten Kolles-Teams, Scheider gibt am Steuer eines GT2-Porsche sein Debüt in Le Mans.

"Die gesamte Audi-Crew hat sowohl in Hockenheim als auch in Valencia gezeigt, dass wir mit unseren Fahrzeugen eine sehr gute Basis-Performance haben. Das gilt für die neueren und die älteren Autos", sagt Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Wir haben die Reifenproblematik aus Hockenheim nach viel Arbeit für Valencia in den Griff bekommen. Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass es auf jeder Rennstrecke neue Arbeit gibt."

"Es geht immer darum, gute Leistung mit Haltbarkeit ins Einvernehmen zu bringen", so das Audi-Oberhaupt. "Wenn es eine Gemeinsamkeit zwischen Valencia und dem EuroSpeedway Lausitz gibt, dann ist es der Grip des Asphalts. Auf beiden Kursen bietet er nur wenig Haftung. Dafür hatten wir am zweiten Rennwochenende eine sehr gute Lösung. Vielleicht hilft uns das auch auf dem EuroSpeedway Lausitz."

Die Teamchefs setzen auf eine gute Ausbeute

Darauf baut auch Hans-Jürgen Abt: "In Valencia haben wir gewonnen, aber unsere Mannschaftsleistung war noch nicht gut genug. Dass alle unsere Fahrer imstande sind, um die Spitze zu kämpfen, wissen wir. Es liegt jetzt an uns, noch härter zu arbeiten, uns noch besser vorzubereiten und den Fahrern ein optimales Umfeld zu bieten", sagt der Teamchef von Abt-Sportsline. "Dann wird uns auch wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung gelingen, so wie es die Fans von den 'Äbten' erwarten."

Phoenix-Teamchef Ernst Moser ist ebenfalls gespannt: "Der EuroSpeedway Lausitz hat seine Besonderheiten. Es ist ein Mix: Wir haben schnelle Kurven, während man das Auto auf engen Passagen rollen lassen muss. Die Abstimmung hierfür ist nicht einfach zu finden, ebenso müssen die Fahrer ihren Rhythmus erarbeiten. Der Reifenverschleiß sollte eher gering sein. Wichtig ist, im Training vorn zu stehen und im Rennen keine Fehler zu machen. Wenn wir dort wieder die Leistung erbringen wie in Valencia, gibt es eine Chance, im Rennen ganz weit vorn zu sein."

"Der EuroSpeedway ist ein weitläufiges, modernes Areal", ergänzt Rosberg-Teamchef Arno Zensen. "Man hat Platz zum Arbeiten. Dadurch sinken auch die Risiken beim Boxenstopp. Situationen wie die knapp vermiedene Kollision zwischen Markus Winkelhock und Paul Di Resta in Valencia können sich dort kaum ereignen. Für Katherine ist es wichtig, dass sie nach ihrer Erkrankung in Valencia wieder fit ist. Ich wünsche mir, dass wir diesmal wieder etwas mehr Glück haben."

Auf eben dieses gewisse Quäntchen hofft auch Ekström: "Es ist immer schön, auf dem EuroSpeedway zu starten, denn ich habe viele gute Erinnerungen an diese Strecke. Wir müssen uns perfekt vorbereiten, denn historisch gesehen ist Mercedes dort immer stark gewesen. Grundsätzlich erwartet uns etwas Ähnliches wie in Valencia: Der Belag hat nicht viel Grip und die Strecke ist prinzipiell eher rutschig. Insofern können wir unsere Erfahrungen aus Spanien einbringen."

Molina möchte weitere Erfahrungen sammeln

Darauf brennt Jarvis regelrecht - der Brite will seinen Ausfall aus Valencia vergessen machen. "Nach den ersten beiden Wochenenden kann ich es kaum erwarten, ins Cockpit zurückzukehren, um ein Rennen zu beenden und Punkte zu sammeln", so Jarvis. "In der jüngeren Vergangenheit war Mercedes in der Lausitz stark. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Wir haben mit dem Auto und beim Verständnis der Reifen einen großen Schritt nach vorn getan."

Für Katherine Legge bedeutet das dritte Saisonrennen in erster Linie ein Comeback: "Zu gern wäre ich in Valencia gestartet, aber ich sehe ein, dass es die beste Lösung war, meine Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen. Ich hoffe, in der Lausitz wieder fit zu sein und in meinen Audi A4 DTM zurückzukehren zu können. Dort habe ich mich im Vorjahr für den neunten Startplatz qualifiziert. Das war bis zu diesem Zeitpunkt mein bestes Ergebnis. Es wäre schön, daran anzuknüpfen."

DTM-Neuling Miguel Molina möchte sich beim zweiten Deutschland-Rennen des Jahres indes vor allem darauf konzentrieren, weitere Erfahrungen zu sammeln: "Zunächst werde ich mich an eine neue Strecke gewöhnen müssen. Dafür gibt es in der DTM ausreichend Zeit", meint der spanische Rennfahrer und fügt hinzu: "Dann müssen wir uns in die Richtung entwickeln, die uns schon in den ersten beiden Rennen Erfolg gebracht hat."

Markenkollege Alexandre Prémat kennt die Strecke in der Lausitz bereits und "mag den Kurs sehr gern", wie der Franzose zu Protokoll gibt. "Dort war ich immer schnell. Das Ziel ist klar: viele Punkte sammeln und um einen Podiumsplatz kämpfen. Noch nie waren die Fahrzeugjahrgänge so ausgeglichen, seit ich 2007 in die DTM eingestiegen bin. Das ist schön für die Strategie der Teams und es bedeutet mehr Druck für uns alle. Das ist auch gut so."

Tomczyk rechnet mit "extrem engem" Duell

"Es ist schön, wieder in Deutschland zu fahren", findet Rockenfellder. "2009 war ich in der Lausitz Vierter im Qualifying. Ich hoffe auch in diesem Jahr auf ein gutes Zeittraining. Und darauf, dass ich viele Punkte sammele. Es ist allerdings immer schwierig, eine gute Abstimmung für diese Strecke zu finden. Vor dem Team Phoenix und mir liegt also eine anspruchsvolle Aufgabe", vermutet der Youngster.

Auch Scheider findet Gefallen am Lausitzring, doch "in den vergangenen Jahren war es dort für Audi relativ schwierig. Wir kommen aber mit einem guten Gefühl aus Valencia dorthin und hoffen, an den Erfolg anschließen zu können. Warum sollten sich die Zeiten nicht auch ändern, sodass wir nun die Schnelleren sind? Die Strecke verfügt über viele unterschiedliche Kurvenkombinationen und in der ersten Ecke wird der Randstein hart überfahren. Ich mag den Streckenverlauf."

"Der EuroSpeedway ist in diesem Jahr eine neue Herausforderung", erklärt Martin Tomczyk. "Wir wissen nicht, wie sich die Reifen dort verhalten werden. Das bedeutet wieder ein Stück Neuland. In der Vergangenheit haben wir gesehen, dass zwischen Audi und Mercedes dort ein sehr harter und enger Kampf herrschte. Deshalb gehen wir davon aus, dass es auch diesmal extrem eng wird. Ich hoffe, dass wir die Oberhand behalten."

Auf einen Wink von Fortuna hofft indes Markus Winkelhock: "Leider hatte ich in der Lausitz in den vergangenen Jahren im Rennen immer etwas Pech und kam nie auf ein zählbares und gutes Ergebnis", so der deutsche Rennfahrer. "Persönlich ist es für mich nicht die spannendste Strecke im Kalender. Trotzdem kam ich mit ihr immer gut zurecht und habe dort meinen ersten Formel-3-Sieg gefeiert."

Fotoquelle: xpb.cc


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