Mike Rockenfeller hielt Gary Paffett in Schach und sicherte sich den vierten Platz

DTM 2010

— 06.06.2010

Die Audi-Stimmen: "Kurve drei war ein Alptraum"

Während Mike Rockenfeller als bester Audi-Pilot auf Rang vier ins Ziel kam, war für einige seiner Markenkollegen schon in Runde eins Endstation

Mike Rockenfeller war beim dritten Lauf der DTM auf dem EuroSpeedway Lausitz der beste Audi-Pilot. Der 26-Jährige aus dem Audi-Team Phoenix erkämpfte sich vor 79.000 Zuschauern den vierten Platz und machte sich anschließend sofort auf den Weg zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans. Rockenfeller hielt in den ersten beiden Renndritteln dem Druck von Hockenheim-Sieger Gary Paffett stand. Nach dem zweiten Pflichtstopp konnte sich der junge Deutsche von seinem Verfolger absetzen und die Ziellinie schließlich mit vier Sekunden Vorsprung auf den Briten überqueren. Zudem glänzte "Rocky" mit der absolut schnellsten Rennrunde.

Valencia-Sieger Mattias Ekström, der von Position drei ins Rennen gegangen war, wurde kurz nach dem Start von Alexandre Prémat am Heck getroffen und in einen Dreher gezwungen. Der nachfolgende David Coulthard konnte nicht mehr ausweichen. Beim Zusammenprall wurde Ekströms A4 so stark beschädigt, dass der Schwede an der Box aufgeben musste. Auch für Prémat, der die Schuld ganz klar auf sich nahm, war das Rennen vorzeitig beendet.

In die Kollision zwischen Prémat und Ekström wurde zudem Titelverteidiger Timo Scheider verwickelt. Auf Platz 15 zurückgefallen, konnte sich der Deutsche noch in die Punkteränge nach vorne kämpfen. Mehr als Platz acht war für den zweifachen DTM-Champion, der im Warmup am Vormittag mit einer starken Rennsimulation geglänzt hatte, jedoch nicht mehr möglich.

Auch die Fahrzeuge von Martin Tomczyk, Oliver Jarvis und Miguel Molina wurden im Getümmel der Startrunde beschädigt. Tomczyk (Audi-Team Abt-Sportsline) holte als Sechster dennoch seine ersten Punkte des Jahres. Markus Winkelhock (Audi-Team Rosberg) komplettierte nach einem kampfstarken Rennen von Startplatz 15 kommend die Top 10.

Am kommenden Wochenende steht für Audi das 24-Stunden-Rennen in Le Mans auf dem Programm. Die DTM wird am 4. Juli auf dem Norisring in Nürnberg fortgesetzt.

Die Stimmen nach dem Rennen:

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wir haben bereits nach dem Qualifying gesehen, dass wir uns schwer tun werden. Aber was in Kurve drei passiert ist, war ein Alptraum. In der ersten Runde darf so etwas nicht passieren, schon gar nicht unter Markenkollegen. Wir können nur nach vorn schauen und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder vorfällt. Das werden wir sofort angehen. Ein Lichtblick war die Performance von Mike Rockenfeller. Er hat es als bester Audi-Fahrer auf den vierten Platz geschafft und die schnellste Rennrunde gefahren."

Mike Rockenfeller: "Ich hatte einen guten Start und bin gut durchgekommen. Ich war Vierter und Gary lag hinter mir. Dann gab es die Safety-Car-Phase. An ihrem Ende ist Jamie in der vorletzten Kurve extrem langsam gefahren. Es tat sich zu den ersten beiden eine Riesenlücke auf, wir haben sie fast gar nicht mehr gesehen. Das war natürlich ärgerlich. Mit den ersten beiden Reifensätzen musste ich viel kämpfen, denn Gary hing hinter mir und machte viel Druck. Mit dem dritten Reifensatz ging es richtig gut, ich bin Gary davongefahren. Das Team hat eine tolle Leistung erbracht. Beide Boxenstopps waren super. Die Strategie hat gepasst. Es war ein gutes Rennen für mich."

Martin Tomczyk: "Meine Positionen habe ich nur deshalb gewonnen, weil drei Kollegen vor mir aus- oder zurückgefallen sind. Das ist natürlich nicht schön. Ich war heute nicht in der Lage, anzugreifen. Ich konnte nur das Tempo der anderen halten, aber nicht attackieren."

Timo Scheider: "Wir hatten einen normalen Start. Ich kam einigermaßen durch die erste Ecke. Nach Turn 2a haben wir uns eingefädelt auf die Gegengerade. Dann kam Prémat außen vorbeigeschossen und hat innen 'Eki' getroffen, und der wiederum erwischt mich. Damit war ich dann Letzter. Das Auto war beschädigt, aber wir hatten ein gutes Tempo. Einen Boxenstopp habe ich versiebt, indem ich das Auto abgewürgt habe. Beim zweiten Mal hat hinten links etwas geklemmt. Ich habe sieben Leute überholt, das hat Spaß gemacht - jedenfalls bei denen, die ich auf der Strecke überholt habe."

Markus Winkelhock: "Ich kam zu Beginn sehr gut weg und fuhr nach innen. Platz neun bis zur Safety-Car-Phase war ganz okay. Das Tempo war besser als zuvor am ganzen Wochenende. Das Auto hat auch mehr Spaß gemacht. Dieser Schritt gelang uns spät, aber ich gehe mit einem besseren Gefühl nach Hause und zum nächsten Rennen, als wenn unser Wochenende so ausgegangen wäre, wie es begonnen hätte. Die Strategie war nicht perfekt. Ich hätte vor Schumacher sein können. Aber ich bin zufrieden, vom 15. auf den zehnten Platz vorgefahren zu sein."

Oliver Jarvis: "Ich hatte einen erstklassigen Start. Ich fuhr auf der Innenseite in die erste Kurve. Ich war wohl schon Sechster oder Siebter. Aber dann kamen sich 'Eki' und Prémat in die Quere. Sie drehten sich vor mir. Ich musste stehen bleiben, dabei wurde mein Auto am Heck getroffen und die Karosserie beschädigt. Ein Teil schliff am linken Hinterrad. Etwa 200 Meter lang wurde ich von allen überholt, bis das Karosserieteil abbrach. Auch danach war es ein schwieriges Rennen. Das Auto war nicht mehr in der Balance. Ich musste bis zum Schluss kämpfen und war nicht mehr schnell genug."

Miguel Molina: "Der Start war sehr gut. In der dritten Kurve beschädigte ich die Front meines Autos. Ich touchierte einen Gegner. So verlor mein Auto vorn viel aerodynamische Wirkung. Dadurch wurde das Rennen ziemlich schwierig. Das einzige Positive ist am Ende, ins Ziel gekommen zu sein. Jetzt blicke ich positiv nach vorn in Richtung Norisring."

Katherine Legge: "Beim Start konnte ich leider die Ampel nicht sehen. Alle anderen fuhren los, einige von uns starteten verzögert. Dann brach großes Chaos aus. Ich nahm mir vor, es locker anzugehen und einen freien Weg zu finden. Leider sammelten meine Reifen in der Safety-Car-Phase so viel Dreck auf, dass ich in den nächsten zehn bis 15 Runden nichts machen konnte. Es ging also nur noch darum, verlorenen Boden gutzumachen. Im letzten Rennabschnitt waren die Zeiten ganz gut. Wir hätten in allen Rennphasen gut sein müssen, um ein besseres Ergebnis zu erreichen."

Mattias Ekström: "Das war ein sehr kurzes Rennen. Ich hatte einen schlechten Start. Aber nach den ersten Kurven dachte ich, es wäre alles ganz okay. Dann wurde mein Auto am Heck getroffen und ich drehte mich. Ich dachte, das hätte keine großen Konsequenzen, außer, dass mein Auto zum Stillstand kam. Doch dann traf mich auch noch David Coulthard."

Alexandre Prémat: "Das war ein katastrophales Rennen, denn leider gab es in der ersten Runde einen Unfall. Ich entschuldige mich bei 'Eki' und bei Audi. Ich habe gedacht, dass ich alles unter Kontrolle habe. Aber so war es nicht. Das ist schade für ihn, für mich und vor allem für Audi."

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi-Team Abt-Sportsline): "Wir sind alle total enttäuscht. Unser Tempo war nicht so schlecht. Aber wenn man die Fahrer untereinander nicht im Griff hat, tut man sich schwer. Es hilft nicht weiter, wenn unsere beiden besten Autos in der ersten Runde schon weg sind. Wir haben mit Martin noch das Beste daraus gemacht. Er fuhr vom zehnten auf den sechsten Platz. Viel mehr war nicht drin. Timo Scheider fuhr vom letzten noch auf den achten Rang. Er sammelte einen Punkt."

Ernst Moser (Teamchef Audi-Team Phoenix): "Ich freue mich sehr für 'Rocky' und fürs Team, dass wir mit Platz vier den besten Audi-Fahrern gestellt haben. Aber neben dem lachenden haben wir auch ein stark weinendes Auge. Wenn wir uns selbst eliminieren und auch noch eines meiner Autos dabei ist, dann ärgert mich das sehr. Denn das Gesamtergebnis hätte für Audi viel besser sein können."

Arno Zensen (Teamchef Audi-Team Rosberg): "Das Auto von Markus lief erst im Rennen gut. Dafür hat er eine riesige Leistung gezeigt. Er fuhr am Schluss sensationelle Zeiten. Katherine hatte einige Probleme im ersten Renndrittel und war sogar einmal im Kiesbett. Aber auch sie fuhr am Ende gute Rundenzeiten. Sie war konstant schnell. Es hätte mehr drin sein können, wenn sie am Anfang nicht so viel verloren hätte."

Fotoquelle: xpb.cc


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