Peter Mücke stieg am Schleizer Dreieck wieder in seinen Ford Capri

DTM 2010

— 28.06.2010

Teamchef Mücke: Saisoneinstand als Fahrer

Peter Mücke war 30 Jahre nach dem historischen Doppelsieg wieder auf dem Schleizer Dreieck unterwegs - Ganze Familie an der Naturrennstrecke im Einsatz

Motorsport ganz in Familie mit Rollentausch - so gestaltete sich der "Ausflug" von Mücke Motorsport am vergangenen Wochenende (26./27. Juni) zum Schleizer Dreieck - der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands. Der Chef des unter anderem in der DTM engagierten Rennstalls, Peter Mücke, absolvierte auf der Berg-und-Tal-Piste in Thüringen seinen Saisoneinstand als Fahrer. Im rund 450 PS starken Ford Capri RS 3100 (3,4 Liter Hubraum, Baujahr 1974) sorgte der 63-Jährige bei Demonstrationsfahrten von Formel- und Tourenwagen im Rahmen des 5. Sparkassen Classic Grand Prix des AMC Schleizer Dreieck für Begeisterung.

Das war so ähnlich wie fast genau vor 30 Jahren, als Peter Mücke mit seinem Zastava ein historischer Doppelsieg gelungen war - in einem Lauf zur DDR-Meisterschaft und anschließend im Rennen um den Pokal für Frieden und Freundschaft der damaligen sozialistischen Länder. "Ein Doppelsieg war bis dahin noch keinem Fahrer sowohl bei den Tourenwagen als auch bei den Formel-Rennern gelungen", erinnert sich Mücke.

"Und die Unterstützung der mehr als 100.000 Zuschauer war einfach genial, zumal ich im Pokallauf einen harten Kampf um den Sieg mit einem tschechischen Fahrer hatte", sagt der seit 1973 aktive Rennfahrer, der in seiner Karriere mehr als 500 Siege feierte, dabei unter anderem elfmal DDR-Meister (4x Rundstrecke, 7x Autocross), dreimal Autocross-Europameister und zuletzt 2002 als erster Deutscher Niederländischer Meister der Youngtimer Trophy im Ford Escort BDA und Ford Capri wurde.

Seinen jetzigen Auftritt auf dem Schleizer Dreieck betrachtet Peter Mücke als Dankeschön an die Fans passend zum Jubiläum seines Doppelsieges, als Verneigung vor den Organisatoren von damals und heute sowie vor einer Rennstrecke, "wie man sie nirgendwo anders findet". Und der Berliner gerät ins Schwärmen, wenn er von seinem Fahrerlebnis auf der Piste in Thüringen spricht. "Es war sensationell mit dem Capri dort unterwegs zu sein - auf einer tollen Naturrennstrecke mit einem Anblick und einem Schwierigkeitsgrad, den kein anderer Kurs bieten kann. Es hat einfach riesigen Spaß gemacht." Und Peter Mücke fügt hinzu: "Ich mag diesen Basis-Motorsport genauso wie den knallharten professionellen Motorsport, wo jedes Detail stimmen muss, um erfolgreich zu sein."

Dass dem ebenso bei den Fahrten seines Vaters im Capri ist, dafür sorgt Stefan Mücke. Der Sportwagen-Pilot und Aston-Martin-Werksfahrer war auf dem Schleizer Dreieck Teamchef und Renningenieur zugleich. So wie immer, wenn sein Vater Peter selbst ins Lenkrad greift. Der gelernte Kfz-Mechaniker Stefan, der zur seinen Zeiten als Mercedes-Pilot in der DTM auch im Team seines Vaters fuhr und heute noch Berater des Rennstalls ist, bereitet den Ford Capri immer perfekt vor. Und Mücke Senior hält sich auch genau an das, was der 28 Jahre alte Junior ihm vorgibt. "Die Datenauswertung ist unbestechlich und Stefan zeigt mir, wo ich Verbesserungsbedarf habe." Ein eingespielter Rollentausch also, der reibungslos funktioniert.

Dies wurde auf dem Schleizer Dreieck nun noch um eine Facette bereichert. Denn Annette Heinecke, die Lebensgefährtin von Stefan Mücke, feierte ihre Premiere hinter dem Lenkrad eines Renntourenwagens. Sie war begeistert nach ihrem Einsatz im Ford Escort BDA RS 1800 (2 Liter Hubraum, rund 280 PS, Baujahr 1977). "Ich war höllisch aufgeregt vor der ersten Runde. Doch dann hat es großen Spaß gemacht. Ein geniales Gefühl", sagte sie.

Und Stefan Mücke zeigte sich zufrieden mit seinen beiden "Schützlingen": "Sowohl mein Vater als auch Annette haben sich von Einsatz zu Einsatz gesteigert und ihre Rundenzeiten verbessert. Das war schon sehr gut."

Und vielleicht der Beginn einer neuen Rennsport-Karriere? "Lieber nicht", waren sich Stefan und Peter Mücke einig, "nachher haben wir noch in der eigenen Familie starke Konkurrenz, zumal Annette ja schon verdammt schnell im Rennkart unterwegs ist. Aber Spaß beiseite: Wir wollten ihr einfach mal die Möglichkeit geben, in einem richtigen Rennauto zu sitzen und selbst zu erfahren, was wir dort machen", erläuterte Peter Mücke. "Und es ist gut zu wissen, dass die Familie es versteht, es gut findet und den Motorsport, den wir machen, lebt. Von daher war das für uns alle eine tolle Erfahrung."

Fotoquelle: Roland Hanke


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