Timo Scheider will den Bann brechen und am Norisring gewinnen

DTM 2010

— 30.06.2010

Scheiders Ziel: Zwei Runden länger an der Spitze

Im vergangenen Jahr hatte Timo Scheider den Sieg am Norisring schon vor Augen, jetzt reist er mit einem guten Gefühl ins "deutsche Monaco"

Vor einem Jahr sah es so aus, als könne Audi beim Heimrennen am Norisring den Bann brechen und nach sechs Jahren mit Mercedes-Siegen den Triumph wieder nach Ingolstadt holen. Timo Scheider war zwar gesundheitlich angeschlagen, doch er holte sich die Pole-Position und führte das Rennen bis in die Schulssphase an.

Doch dann wurde er zwei Runden vor Schluss von Mercedes-Jahreswagenfahrer Jamie Green überrumpelt, musste auch noch Bruno Spengler und seinen eigenen Markenkollegen Mattias Ekström passieren lassen und wurde am Ende Vierter. "Programmiert waren wir tatsächlich bis zum Schluss auf den Sieg, aber leider hatte das Programm in den letzten beiden Runden einen Fehler", blickt Meister Scheider zurück. "Der Zwischenfall mit Jamie Green war natürlich alles andere, als was wir uns vorgestellt haben. Wir hatten nach der Pole-Position zum ersten Mal seit vielen Jahren den Audi-Sieg in Nürnberg vor Augen."

Dass Audi in den Jahren vor 2009 in Nürnberg das Nachsehen hatte, lag vor allem am Fahrzeugkonzept. Das hat sich erst im vergangenen Jahr geändert. "Die vergangenen Jahre waren halt immer schwierig für uns. Wir hatten in der Vergangenheit ein Topspeed-Problem, weil unser Auto vom Konzept her einfach mehr auf Abtrieb ausgelegt und konstruiert war", bestätigt Scheider.

Seit 2009 sei der A4 aber noch "wesentlich effizienter geworden", begründet er, warum der Norisring-Sieg schon im vergangenen Jahr zum Greifen nah war: "Wir haben deutlich an Topspeed dazu gewonnen, ohne dass wir dabei Abtrieb verlieren. Das bringt und jetzt in die Lage, dass wir wie zum Beispiel im vergangenen Jahr gerade auf langen Geraden schneller sind als der Mercedes."

Mit einem guten Topspeed zu überzeugen, müsse auch "unser Rezept am kommenden Wochenende sein", erklärt der Audi-Pilot: "Der Mercedes ist bekannt für eine gute Traktion, da sind wir vielleicht nüchtern betrachtet noch einen halben Schritt hinten dran. Aber wenn wir den Topspeed-Vorteil, den wir am Anfang der Saison schon gesehen haben, ummünzen können, könnte sich das gut ausgehen."

Auf alle Fälle freuen sich die Ingolstädter schon auf das "deutsche Monaco", das für alle immer ein Highlight ist. "Und was wäre schöner, als jetzt endlich diesen Bann zu brechen und Mercedes in Nürnberg zu schlagen? Und ich persönlich würde natürlich gern meinen Weg zurück auf das Podium oder vielleicht sogar auf die Siegerstraße ganz speziell bei diesem Rennen finden - und die zwei Runden noch anhängen vom vergangenen Jahr", kündigt Scheider an.

Und damit dies nach einem durchwachsenen Saisonstart auch gelingt, haben Scheider und Audi in den vergangenen Wochen hart gearbeitet und sich speziell auf das kommende Wochenende vorbereitet, unter anderem mit einem Test auf einem Flugplatz, wo der Norisring nachgestellt wurde. "Um einfach wirklich so gut vorbereitet anzureisen, damit wir nicht erst die ganzen Trainingssitzungen mit Setup und Einstellung verbringen müssen, sondern damit wir mit einer guten Basis anreisen und uns gleich um Nuancen kümmern können", erklärt Scheider. "Und ich hoffe, dass das so viel gewesen ist, dass es zur Konkurrenzfähigkeit reicht."

Er persönlich reise jedenfalls "wieder mit einem guten Gefühl" nach Nürnberg, betont der Titelverteidiger: "Denn im vergangenen Jahr hatte ich alles andere als gute körperliche Voraussetzungen in Nürnberg, mit einem Virus, 39,5 Grad Fieber und keinem Essen und so. Es hat für die Pole-Position gereicht. Vielleicht können wir das in diesem Jahr mit einem gesunden Timo wiederholen, die Kleinigkeiten kommen zusammen und dann sind wir endlich mal erfolgreich."

Der Audi-Pilot kommt immer "sehr, sehr gern" nach Nürnberg und schwärmt: "Das Ambiente außerhalb der Rennstrecke ist unglaublich schön, das macht eine ganz besondere Atmosphäre." Die Strecke selbst sei wegen ihrer wenigen Kurven allerdings "sehr speziell", berichtet er weiter: "Wir hatten teilweise in der Vergangenheit 15, 16, 17 Autos innerhalb von sieben Zehnteln und du hast einfach auf der Strecke keine Chance, kleine Fehler zu korrigieren, weil du einfach so wenige Kurven hast. Dadurch ist es etwas ganz Spezielles, es werden keine Fehler erlaubt und ich kann nur hoffen, dass ich da wieder auf dem Podium stehe."

Und er hofft, dass Audi von einem weiteren Albtraum wie beim letzten Rennen am Lausitzring verschont bleibt, wo ein zu ungestümes Manöver von Markenkollege Alexandre Prémat ihn und seine drei Abt-Kollegen schon nach wenigen Kurven aller Chancen beraubt hatte. Er selbst könne sich allerdings nur darauf konzentrieren, "am Wochenende wieder schnell im Kreis zu fahren und kann nur hoffen."

Doch eines sei klar, so Scheider: "So etwas darf nicht passieren, unter Teamkollegen schon gleich gar nicht. Wir hoffen, dass es wieder rund läuft. Gerade die Grundigkehre in Nürnberg ist wieder was Spezielles. Es ist wichtig, dass wir die überleben, keine Anbauteile verlieren geschweige denn gröbere Schäden haben."

Fotoquelle: xpb.cc


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