Mike Rockenfeller kommt mit viel Selbstbewusstsein nach Nürnberg

DTM 2010

— 30.06.2010

Rockenfeller: Mit Rückenwind nach Nürnberg

Nach seinem Le-Mans-Sieg kommt Mike Rockenfeller entspannt nach Nürnberg: Dort hofft er, den Gewichtsvorteil der Jahreswagen für sich nutzen zu können

Zweieinhalb Wochen ist es her, dass Audi-Pilot Mike Rockenfeller seinen bisher größten Erfolg im Motorsport feiern durfte: den Sieg bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans. Nun geht der Arbeitsalltag auch für ihn wieder weiter. Am kommenden Wochenende steht der vierte DTM-Lauf der Saison auf dem Nürnberger Norisring an.

Rockenfeller kommt zum ersten Mal als Le-Mans-Sieger zum Audi-Heimrennen am Dutzendteich - und er ist "natürlich sehr entspannt", wie er bestätigt: "Der Druck war vor Le Mans enorm und jetzt das Rennen hinter sich zu haben und das auch noch als Sieger, ist etwas ganz Besonderes. Das ist ein gutes Gefühl, es gibt Rückenwind und Selbstbewusstsein." Zudem freut er sich, dass er sich jetzt voll und ganz auf die DTM am Norisring konzentrieren kann: "Beim Rennen zuvor am Lausitzring war natürlich schon im Kopf, dass es jetzt nach Le Mans geht und das ist dann manchmal nicht so einfach. Da das jetzt erfolgreich hinter mir liegt, freue ich mich jetzt umso mehr, an den Norisring zu reisen."

Nach dem Sieg in Le-Mans wurde erst einmal gefeiert, dann ging es in die Audi-Werke nach Ingolstadt und Neckarsulm, wo die 24-Stunden-Helden mit dem Siegerauto auftraten und sich bei den Mitarbeitern bedankt haben. Bei Rockenfeller kam dann allerdings auch noch eine Erkältung dazu. "Es ist ja manchmal so, dass man ein bisschen krank wird, wenn der Druck von einem fällt und man Entspannung hat. So war es bei mir." Doch er hat sich die Zeit genommen, die Erkältung ohne Medikamente voll auskuriert und fühlt sich "fit für ein heißes Wochenende am Norisring."

An die erwartete Hitze am Rennwochenende konnte er sich in den vergangenen Tagen schon zu Hause am Bodensee gewöhnen. Damit sollten die hochsommerlichen Temperaturen kein zu großes Problem werden. Und damit vom Auto her auch alles passt, war Audi bei einem speziellen Test auf dem Fluplatz in Cochstedt, wo der Norisring simuliert wurde - jedenfalls so weit wie möglich.

"Die Bodenwellen, die sich ja auch von Jahr zu Jahr verändern, kann man natürlich nicht simulieren", weiß Rockenfeller. "Aber das Streckenlayout kann man natürlich auf einem Flugplatz relativ gut und einfach nachbauen. Das ist ja nicht so kompliziert. Und dadurch kann man schon ein paar Varianten probieren. Es geht um Bremskühlung, um Gegenfahren Abtrieb, Gegenfahren Topspeed, das ist ja immer ein Kompromiss. Und man versucht ja am Norisring, so schnell wie möglich auf der Geraden zu sein, aber trotzdem braucht man auch ein sehr gutes Auto auf der Bremse."

Von daher mache es Sinn, gewisse Dinge auszuprobieren und einen solchen Test zu nutzen, "um noch aussortierter an den Norisring zu kommen", so Rockenfeller. "Auch wenn man das natürlich schon von den Jahren zuvor kennt, ist es trotzdem immer wieder gut, neue Ideen zu probieren und das ist bei einem solchen Test sehr gut möglich."

Der Norisring ist zwar nicht gerade die Lieblingsstrecke des Audi-Jahreswagenpiloten, doch das ändert an seiner Zielsetzung nichts: "Mein Ziel ist natürlich wieder, in die Nähe des Podiums zu fahren. Es war in den letzten Rennen immer relativ knapp, speziell im letzten Rennen mit dem vierten Platz." Am Norisring hofft er, dank der Gewichtsbalance zwischen den 08er- und den 09er-Autos "sehr nah dran" sein zu können: "Es wäre natürlich toll, weil der Norisring immer ein Highlight in der Saison ist. Dort erfolgreich zu sein, wäre etwas Besonderes."

Im vergangenen Jahr hat Jamie Green im Mercedes-Jahreswagen, der 20 Kilo leichter war als die Neuwagen, auf dem Norisring gewonnen. In diesem Jahr sind die Jahreswagen sogar 25 Kilo leichter. Für Rockenfeller ist das "ganz klar ein Vorteil". "Das macht sich auf einer Strecke, die so kurz ist, wo es um Beschleunigung und Bremsen geht, natürlich etwas mehr bemerkbar als auf anderen Strecken, wo dann vielleicht wieder der Entwicklungsvorsprung des 09er-Autos mehr zum Tragen kommt", erläutert er.

Ausgeglichenheit im Feld

Wieviel dieser Unterschied in Zehntelsekunden ausmacht, kann er jedoch noch nicht genau sagen. "Es gibt ja Simulationen, wo man das Gewicht mitkalkuliert. Wenn wir ankommen und das erste Meeting haben, bekommen wir die Simulation gezeigt und wissen dann, wo wir sein müssen. Das wird am Norisring auch wieder so sein", berichtet er. Grob könne man aber sagen, "dass der Entwicklungsschritt vom 08er- auf das 09er-Auto durch die 25 Kilo, die wir weniger haben, weitgehend ausgeglichen wird. Es sieht so aus, dass wir in diesem Jahr auf ein paar Rennstrecken mit dem 08er-Auto die Nase vorn haben sollten und auf ein paar anderen Rennstrecken wieder das 09er-Auto. Es ist sehr ausgeglichen."

Von daher sollte es auf dem Norisring so sein, "dass die Fahrzeuge auf einem sehr ähnlichen Niveau sind. Wahrscheinlich werden wir sehr nah dran sein, vielleicht sind wir etwas schneller. Ich würde mir natürlich wünschen, dass wir mit dem Vorjahresauto die besten Karten haben. Aber ob es so sein wird, bleibt abzuwarten."

Zumal das Gewicht nicht allein entscheidend ist: "Es geht so schnell im Qualifying, ein kleiner Fehler, eine Fehlentscheidung am Setup und man steht eben nicht in den Top 8 und dann wird es für das Rennen schwierig", weiß Rockenfeller. Deshalb konzentriert er sich auch von Rennen zu Rennen neu, obwohl es bisher in dieser Saison für ihn recht gut lief. Eines bringen die Erfolge aber doch mit sich: "Ich bin natürlich schon entspannter. Ich habe nicht den Druck, dass es vorher nicht gelaufen ist und ich in diesem Rennen alles beweisen muss."

Fotoquelle: xpb.cc


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