Gary Paffett will am Norisring wieder in die Siegerstraße einbiegen

DTM 2010

— 01.07.2010

Große Erwartungen vor einem heißen Wochenende

Am Norisring machen sich einige Piloten Hoffnungen auf den Sieg und Topergebnisse: Egal ob Neu- oder Jahreswagen, alle haben Chancen

Das Fieber vor dem Saisonhighlight steigt, und das nicht nur wegen der angekündigten Hitzewelle mit Temperaturen bis 37, 38 Grad. Der Norisring ist etwas Einzigartiges im DTM-Kalender, dort liegt das Feld so eng beieinander wie auf kaum einer anderen Strecke. Und hier haben besonders viele Piloten die Chance auf den Sieg oder ein Topergebnis, egal ob im Neu- oder im Jahreswagen.

Einer, der am Sonntag in Nürnberg wieder auf die Siegerstraße zurückfinden will, ist Gary Paffett. Der Mercedes-Pilot hatte nach seinem Sieg beim Auftakt in Hockenheim ziemlich viel Pech und musste sich in Valencia und am Lausitzring mit ein paar Punkten begnügen. "Ich hoffe darauf, wieder auf das Podium zu fahren und das Rennen zu gewinnen", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Die Grundlage dafür will er schon am Samstag legen. Er will es besser machen als am Lausitzring, wo für ihn schon nach Q2 Schluss. "Zunächst einmal sollte ich eine bessere Qualifikation hinlegen - wie schon bei den beiden Auftaktrennen. Da hat alles prima funktioniert für uns. Wir müssen also versuchen, in Q4 zu landen. Wir wollen in die erste oder zweite Startreihe", kündigt Paffett an. "Von dort aus soll es dann weiter nach vorne gehen. Wir müssen wieder um Podien und Siege kämpfen."

Sein Landsmann Oliver Jarvis dagegen möchte endlich seine ersten Punkte im Audi-Neuwagen holen, nachdem die ersten drei Saisonrennen für ihn extrem unglücklich verlaufen sind. Dabei setzt er seine Hoffnungen in die Tatsache, dass Mercedes in Nürnberg nicht mehr so dominiert. "Es ist alles möglich. Im vergangenen Jahr hätte Timo Scheider fast gewonnen. Solange wir die Reifen zum Arbeiten bringen können wir Punkte holen", sagt Jarvis.

Aber der Engländer glaubt: "Das größte Problem wird sein, wie wir einen neuen Reifen im Qualifying zum Arbeiten bringen." Denn der Asphalt in Nürnberg ist extrem glatt, oft erreichen die Pneus ihr optimales Arbeitsfenster erst in der zweiten schnellen Runde. "Es würde mich nicht überraschen, wenn einige versuchen werden, mehrere Runden am Stück abzuspulen", prophezeit Jarvis.

Titelverteidiger Timo Scheider hatte den Norisring-Sieg schon im vergangenen Jahr vor Augen. Von der Pole-Position weg führte er das Rennen an - bis ihn zwei Runden vor Schluss Jamie Green im Mercedes-Jahreswagen überrumpelte und sich den Sieg schnappte. Greens Auto war damals 20 Kilogramm leichter als die Neuwagen, in diesem Jahr sind die Jahreswagen sogar 25 Kilogramm leichter. Deshalb geht Scheider davon aus, dass die 2008er-Fahrzeuge am Norisring "extrem stark sein werden, so wie in der Lausitz auch. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Hoffentlich schaffe ich diesmal auch die letzten Umläufe auf Platz eins."

Mercedes-Pilot Paffett glaubt, dass die Jahreswagen am Norisring "sogar noch einmal einen Tick stärker" sein werden als am Lausitzring: "Überhaupt bin ich davon überzeugt: Diese Autos werden im gesamten Jahresverlauf sehr schnell sein. Der Norisring sollte ihnen auf jeden Fall entgegen kommen. Eng ist es ohnehin immer, doch dort wird es noch einen Tick enger zugehen, vermute ich."

Im Jahreswagenlager setzt man jedenfalls auf den Gewichtsvorteil. "Die 25 Kilo Differenz und keine Entwicklung bei den neueren Autos während der Saison - da müsste der Norisring theoretisch für uns gut sein", sagt Ernst Moser, der Teamchef des Audi-Phoenix-Teams von Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat. "Dort ist ja Stopp-and-Go, Bremsen, Beschleunigen. Da die 25 Kilo nicht zu haben, ist ein Vorteil. Dann müssen wir sehen, dass wir noch durch das Schöller-S kommen. Wenn wir das hinbekommen, sind wir auch dort ganz weit vorne."

Engel will wieder lächeln

Auch Mercedes-Jahreswagenfahrer Maro Engel will die Chance nutzen und endlich weit vorn landen. Das Auto ist schnell, das hat Kollege Jamie Green zuletzt mit seinem Podiumsplatz am Lausitzring bewiesen. Doch für Engel waren in den ersten drei Rennen die Chancen schon nach der ersten Runde dahin, nachdem er unter anderem von anderen gerammt wurde. Davon hat er jetzt "ein bisschen die Schnauze voll", wie er sagt. Aber nach den vier Wochen Pause hat er jetzt wieder einen freien Kopf und ist motiviert für den Norisring: "Wir wollen wieder zeigen, dass wir schnell sind. Irgendwann kippt die Sache auch einmal und ich kann ein Rennen wieder mit einem Lächeln beenden."

Und auch Neuling David Coulthard rechnet sich Chancen aus, mit dem Mercedes-Jahreswagen ein respektables Ergebnis holen zu können. Er war im vergangenen Jahr als Zuschauer dabei, als Kollege Green gewann. "Wenn es sich nur um heftige Bremsmanöver, Einlenken und Gas geben handelt, dann könnte mir dieser Kurs entgegen kommen", glaubt der Schotte.

Fotoquelle: xpb.cc


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