David Coulthard hatte eigentlich erwartet, einen Platz in den Top 10 zu holen

DTM 2010

— 03.07.2010

Coulthards Mysterium mit neuen Reifen

David Coulthard verlor mit neuen Pneus an Grip - Im Rennen wird er "nichts Verrücktes versuchen" - Flug aus Valencia gestrichen, deshalb kein Starttraining

Nicht nur bei Audi hätte man sich heute mehr vom Qualifying erwartet als am Ende dabei herauskam. Auch David Coulthard dachte eigentlich, dass er einen besseren Startplatz holen würde als den 13. Rang. "Ich war ein bisschen überrascht", bestätigt der Schotte.

Der Grund: "Gestern am Freitag bin ich einen Satz Reifen vom letzten Rennen gefahren und ich schien die ganze Zeit über gut in Form zu sein. Ich dachte: 'Okay, kein Problem, ich habe die Strecke kennengelernt'. Und heute Morgen habe ich wieder mit einem alten Satz angefangen und habe mich immer noch gut gefühlt, was die Rundenzeiten anging."

Sein Mysterium begann aber, als er im Training am Vormittag einen neuen Satz Reifen aufzog. "Ich schien an Grip zu verlieren, was ein bisschen seltsam war", berichtet Coulthard. "Das Auto ist mehr gerutscht und ich konnte keine bessere Zeit fahren. Und im Qualifying gibt man Vollgas, da hat man vier Satz neue Reifen. Ich bin immer 48,7, 48,8 gefahren und ich konnte das letzte Bisschen nicht mehr herausholen."

Der Mercedes-Pilot hatte eigentlich erwartet, in die Top 10 fahren zu können. "Es sollte nicht sein", sagt er Schulter zuckend. "Morgen ist ein neuer Tag, ich fahre raus, versuche diesmal einen besseren Start zu machen und meine Reise fortzusetzen."

Die Starts waren bisher nicht gerade Coulthards Stärke. Und eigentlich wollte er hier in der Pause nacharbeiten. Für den Montag nach dem Valencia-Grand-Prix hatte sein Mücke-Team eigentlich ein Starttraining in der Nähe von Berlin angesetzt - doch daraus wurde nichts. "Mein Flug von Valencia wurde gestrichen. Ich habe dann den nächsten Flug genommen und in Madrid den Anschluss nach Berlin verpasst. Ich war schon um 05:30 Uhr am Flughafen von Valencia, der Flug sollte um 07:20 Uhr gehen, ich war also überpünktlich. Dann haben sie den Flug gestrichen", berichtet er.

"Der nächste Flug sollte um 08:30 gehen, aber er ist erst um 09:00 Uhr losgeflogen. Bis ich dann in Madrid war, habe ich den Anschluss nach Berlin verpasst. Der nächste Flug ging dann um 14:00 Uhr und damit natürlich zu spät für das Starttraining. Denn wir hatten den Flugplatz nur bis 17:30 Uhr zur Verfügung - also keine Übungen. Egal, wir haben es zumindest versucht. Im Kopf habe ich Starts trainiert, aber nicht in Echt", erklärt er schmunzelnd.

Grundsätzlich geht Coulthard davon aus, dass er im Rennen etwas besser sein sollte als in der Qualifikation. "Aber Überholen ist hier sehr schwierig. Auch wenn du in der Abluft von jemand anderem fährst, da weiß ich nicht, was du groß machen kannst", erklärt er. Deshalb will er von Startplatz 13 aus auch nicht "irgendetwas Verrücktes versuchen."

"Ich möchte einfach einen guten Start hinlegen und werde hoffentlich das Rennen beenden", blickt er voraus. "Denn wenn ich ein Rennen nicht beende, so wie beim letzten Mal, warum sollte ich mir die Mühe machen? Da könnte ich genauso gut daheimbleiben, wenn ich einen Unfall haben will. Ich bin sicher kein aggressiver Typ, mein Ziel ist, die Rennen zu beenden."

Und auch wenn es wieder so heiß sein sollte, wäre das für Coulthard kein Problem. "Je heißer, umso besser. Das ist etwas, was mir gefehlt hat, als ich mit dem Rennsport aufgehört hatte. Ich war physisch und mental nicht mehr gefordert", begründet er. "Nach einem Geschäftstag wäre ich mental müde, aber körperlich nicht. Und was ich im Rennsport immer geliebt habe, war das großartige Gefühl, körperlich und mental erschöpft zu sein. Ja, es ist heiß im Auto, ich schwitze, aber das ist gut. Da hat man das Gefühl, dass man etwas Schwieriges macht. Ich hoffe, dass es morgen heißer ist und dass sie mich aus dem Auto hieven müssen..."

Coulthard hätte sich zwar selbst mehr erhofft, doch er freute sich ehrlich über die Pole-Position für seinen Markenkollegen Ralf Schumacher. "Es ist schön zu sehen, dass Ralf eine große Last von den Schultern gefallen ist. Die vergangenen Jahre waren recht schwierig für ihn. Aber ich denke, dass er hier auch im vergangenen Jahr schnell war, aber dann hatte er ein Problem mit der Anzahl der Runden. Das ist also eine Strecke, die seinem Fahrstil entgegenkommt und ich finde, das ist für die DTM eine tolle Geschichte. Er hat einen bekannten Namen und das ist alles sehr positiv", sagt er, fügt aber schmunzelnd an: "Es könnte allerdings durch die Tatsache untergehen, dass Deutschland gerade im Fußball gewonnen hat..."

Fotoquelle: xpb.cc


Weitere DTM Themen

News

Neue Struktur bei BMW: Schnitzer und MTEK verlassen DTM

News

Top 10: Die ältesten DTM-Sieger der Geschichte

News

Die Mercedes-DTM-Stars feiern in Sindelfingen

News

Timo Glock lobt Mick Schumacher: "Er hat beste Chancen"

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.