Die DTM bietet Herstellern in manchen Bereichen mehr als die Formel 1

DTM 2010

— 22.07.2010

Was Hersteller in die DTM locken könnte

Die DTM hat zwar nicht die internationale Aufmerksamkeit wie die Formel 1, ist aus wirtschaftlicher Sicht aber teilweise sogar besser als die Königklasse

In beiden Serien wird mit PS-starken Autos mit vier Rädern gefahren, aber dennoch liegen zwischen der DTM und der Formel 1 realistisch betrachtet Welten. Nicht nur im technischen Bereich, sondern auch aus kommerzieller Sicht. Vor allem, was die internationale Aufmerksamkeit angeht. Die Formel 1 ist auf der ganzen Welt bekannt und damit für Hersteller die Plattform schlechthin, um ihren Markennamen zu präsentieren.

Auch innerhalb Deutschlands erreicht die Formel 1 ein wesentlich größeres Publikum als die DTM. Über die Königsklasse wird in so gut wie jeder Zeitung berichtet. Die TV-Übertragungen von 'RTL' sehen durchschnittlich 5,03 Millionen Zuschauer, während die 'ARD' mit der DTM auf durchschnittlich 1,39 Millionen kommt. Auf den ersten Block könnte man damit die einfache Schlussfolgerung ziehen: Wer als Hersteller mittels Motorsport Marken- und Imagewerbung machen will, sollte in die Formel 1.

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn es gibt einige Punkte, die eher für die DTM sprechen. Bei der Überlegung, in welcher Serie man sich engagiert, spielen mehr Aspekte eine Rolle als allein die Reichweite. Gerade bei der derzeitigen Wirtschaftslage muss auch die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmen. Und hier lockt die DTM mit Werbewert zu signifikant günstigeren Kosten. Rund 250 Millionen Euro umfasst ein Jahresbudget in der Formel 1, die DTM ist für gerade einmal ein Zehntel zu haben. Laut 'Sponsors' und 'spiegel.de' plant zum Beispiel BMW mit einem Jahresbudget von 25 Millionen, falls man 2012 in die DTM kommt.

Das ist aber nicht der einzige Aspekt, der die DTM für Hersteller reizvoll machen könnte. "Die DTM ist in mancher Hinsicht besser als die Formel 1", sagt Xander Heijnen, Direktor der Unternehmensberatung Communications & Network und verantwortlich für die Formel-1-Studie 'Formula Money'. Er verweist darauf, dass die DTM eine bessere Plattform biete, um auf der Strecke serienähnliche Produkte zu präsentieren. Auch können in der DTM Vertriebspartner und deren Kunden einfacher in das Renngeschehen eingebunden werden.

Das sind Punkte, die die DTM für BMW interessant machen. Die Bayern wollen sich auf "Produktionswagensport zu signifikant günstigeren Kosten konzentrieren", betont Motorsport Direktor Mario Theissen. Und zwar auf Motorsport mit Fahrzeugen, "wie sie auch unsere Kunden auf der Straße fahren." Deshalb fährt BMW in der WTCC, mit der DTM soll dieser Ansatz noch einmal verstärkt werden.

Um BMW aber endgültig zu überzeugen, muss die DTM mit noch mehr als den oben genannten Punkten locken: mit Internationalisierung. Deshalb wird unter anderem am neuen Reglement gearbeitet, das den Einsatz von DTM-Fahrzeugen auch in so wichtigen Märkten wie der USA und Asien ermöglicht, zum Beispiel durch Kundenteams in anderen Rennserien. Und mit dem Saisonfinale in Schanghai geht man den ersten Schritt, um mit der DTM selbst in Asien zu fahren.

Fotoquelle: xpb.cc


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