Schneller Schwede: Mattias Ekström konnte im Qualifying glänzen

DTM 2010

— 07.08.2010

Die Audi-Stimmen zur Qualifikation

Die Ingolstädter jubeln über Mattias Ekströms Eifel-Pole, doch das restliche Audi-Lager hatte sich für diesen Samstagnachmittag mehr erwartet

Jubel im Audi-Lager: Mattias Ekström sicherte sich die Pole-Position für das fünfte DTM-Rennen des Jahres auf dem Nürburgring mit einem für DTM-Verhältnisse ungewöhnlich großen Vorsprung. Im entscheidenden Q4 war der Schwede fast vier Zehntelsekunden schneller als der zweitplatzierte Tabellenführer Bruno Spengler. Doch für seine Kollegen lief es nicht so rund.

Zweitbester Audi-Pilot war Rookie Miguel Molina im Jahreswagen als Siebter, Titelverteidiger Timo Scheider musste sich mit Rang acht begnügen. Oliver Jarvis verpasste Q3 um nur eine Tausendstelsekunde und wurde Neunter, Vorjahressieger Martin Tomczyk nur Elfter. Alle drei klagten auf der wärmeren Strecke genauso über fehlenden Grip wie die Audi-Jahreswagenfahrer - Scheider nach Platz zwei in Q2 zudem über Schwierigkeiten beim Schalten in Q3.

Besonders enttäuschend verlief das Qualifying für Mike Rockenfeller, der sich nach einer Bestzeit im freien Training am Vormittag mit Startplatz 13 begnügen musste. Der Le-Mans-Sieger fühlte sich in Q3 von Mercedes-Pilotin Susie Stoddart behindert, die anschließend zu den Sportkommissaren zitiert wurde. Katherine Legge egalisierte mit Startplatz 15 ihre beste Qualifying-Leistung der Saison. Alexandre Prémat und Markus Winkelhock mussten sich mit den Positionen 16 und 17 begnügen.

Stimmen zur Qualifikation:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Das war ein tolles Qualifying von Eki, dem in Q3 und Q4 perfekte Runden gelungen sind. Er nimmt die Dinge im Titelkampf selbst in die Hand - so kennen wir ihn. Mattias hat sich mit Startplatz eins gute Voraussetzungen für das Rennen geschaffen. Und auch die Zuschauer dürfen sich freuen, denn es stehen zwei Meisterschaftsfavoriten ganz vorn. Etwas enttäuschend ist für mich, dass nur Eki vorn dabei ist und es die anderen nicht geschafft haben. Mattias ist nun im Vorderfeld ziemlich alleine. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass er auch das schafft. Er ist sehr motiviert und er bekommt alle Unterstützung von uns."

Mattias Ekström: "Es ist immer schön, die Pole-Position zu holen - aber heute war es etwas ganz Besonderes. Gestern, heute früh und auch zu Beginn des Qualifyings fühlte sich das Auto noch nicht gut an und wir mussten hart arbeiten. Ab dem dritten Qualifying-Segment war mein A4 dann traumhaft zu fahren. Es ist toll, auf Platz eins zu stehen, wenn man sich zuvor lauthals beim Team beschwert hat. Ich konnte den Mechanikern jetzt etwas zurückgeben. Aber das Rennen ist natürlich erst morgen."

Miguel Molina: "Ein recht gutes Ergebnis. Ich kam bis ins dritte Qualifying und wurde am Ende Siebter. Jetzt hoffe ich auf ein gutes Rennen, in dem ich weitere Erfahrungen in meinem Debütjahr sammeln kann. Ich würde mich natürlich darüber freuen, wenn ich wieder Punkte sammeln würde."

Timo Scheider: "Im ersten Qualifying hatte ich etwas Probleme mit der Haftung der Vorderräder. Dann haben wir den Sturz erhöht, was sehr positiv war. Dadurch war die Balance des Autos ganz gut. Mit Platz zwei im zweiten Segment waren wir ordentlich aufgestellt. Zur Spitze fehlte ein Zehntel. Doch dann bekam ich ein Problem, das bereits am Morgen einmal aufgetreten war: Beim Anbremsen der Schikane konnte ich nicht korrekt herunterschalten. Das ist mir in beiden Runden passiert und hat mich viel Zeit gekostet. Platz acht ist enttäuschend. In Q2 haben wir gezeigt, dass wir heute deutlich schneller hätten fahren können. Also eine kleine positive Tendenz, aber kein zufriedenstellendes Ergebnis."

Oliver Jarvis: "Ich bin sehr enttäuscht. Es fiel mir heute wirklich schwer. Ich hatte Glück, das erste Qualifying zu überstehen. Im zweiten Segment sah es besser aus. Ich hatte gedacht, es reicht, aber das war nicht der Fall. Die Balance stimmte nicht. Das Auto reagierte einfach nicht ansatzweise so wie am Morgen im Freien Training. Ich bin etwas unschlüssig, was heute eigentlich schief ging."

Martin Tomczyk: "Es scheint so, dass ich über alle Sessionen hinweg keinen Grip auf der Vorderachse hatte. Ich glaube, das ist ein Phänomen der Reifen. Der Unterschied zwischen Freiem Training und Qualifying war so extrem, dass wir gar nicht wussten, woran wir kurzfristig arbeiten sollten. Es ist enttäuschend, wenn man um die Pole-Position fahren will und dann nur Elfter wird. Es ist, wie es ist. Wir müssen versuchen, für den Sonntag etwas zu finden."

Mike Rockenfeller: "Ich bin von dem Ergebnis einfach enttäuscht, weil so viel möglich gewesen wäre. Zu Beginn von Q3 war die Strecke sauber und wir sind extra früh auf die Strecke gefahren, um eine freie Runde zu erwischen. Dann kam ich in die erste Kurve. Dort stand mir Susie Stoddart voll im Weg. Das kann passieren, war aber für mich absolut enttäuschend. Am Ende, als ich mit dem zweiten Reifensatz unterwegs war, lag viel Dreck auf der Strecke. Es war für mich nicht möglich, schneller zu fahren. Mit Sicherheit hatte auch ich einen kleinen Fehler in meiner Runde. Mit dem ersten Reifensatz wäre viel möglich gewesen. Ich bin zu Susie gegangen. Sie hat sich nicht mal entschuldigt, sondern nur gesagt 'Willkommen in der DTM.' Vielleicht weiß sie nicht, dass ich auch schon vier Jahre hier fahre. Es muss einfach nicht sein, im Qualifying anderen Fahrern die Runde zu zerstören."

Katherine Legge: "Wir sind im Vergleich zum zweiten Freien Training konstant geblieben. Die Hitze hat wohl vor allem die anderen negativ betroffen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Auto und habe mich selbst ebenfalls etwas verbessert. Ich habe allerdings nie eine ganz freie Runde erwischt. Ich musste einmal von der Linie abweichen und sammelte mit meinen Reifen Fremdgummi auf. Deshalb musste ich hereinkommen. Anschließend blieb mir nur noch eine schnelle Runde. Hätten wir durchgängig fahren können, wären wir wohl schneller gewesen."

Alexandre Prémat: "Das war ein enttäuschendes Qualifying. Ich wurde nur Sechzehnter. Im ersten und zweiten Freien Training ist es gar nicht schlecht gelaufen. Mit einem Einzug ins zweite Qualifying hatte ich zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall gerechnet, vielleicht auch mit Q3. Der erste Reifensatz war sehr gut. Dann haben wir nach drei Runden die Reifen gewechselt. Damit baute sich allerdings überhaupt keine Haftung mehr auf. Das Auto untersteuerte stark und ich konnte meinen Fahrstil nicht anpassen."

Markus Winkelhock: "Ein unglaublich schlechtes Qualifying. Wir müssen erst einmal analysieren, was los gewesen ist. Mein Audi A4 DTM hat in beiden Freien Trainings super funktioniert. Im Qualifying war das Auto unfahrbar. Es untersteuerte extrem und hatte eine ganz schlechte Traktion. Ich weiß nicht, wieso sich die Balance so verändert hat."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wir können wahnsinnig stolz sein auf das Ergebnis. Es war absolut wichtig. In so einer Situation kann man sich einfach auf Mattias Ekström verlassen. Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Alles gut gemacht!"

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Die Reifen haben leider nicht so funktioniert, wie wir es im Freien Training am Morgen gelernt hatten. Wir haben die Abstimmung nicht verändert. Deshalb waren wir von Anfang an vollkommen überrascht. Der erste Reifensatz funktionierte bei beiden Autos noch einigermaßen. Danach war plötzlich die Balance nicht mehr okay. Beide Autos untersteuerten sehr stark."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Das Positive zuerst: Katherine ist auf Platz 15 und sie ist nur ganz knapp daran gescheitert, ins zweite Qualifying einzuziehen. Das war ganz ordentlich. Was Markus betrifft: Ich verstehe die Welt nicht mehr. Am Morgen war er Dritter, im Qualifying war sein Auto unfahrbar mit beiden Reifensätzen. Eine Riesenenttäuschung! Wir müssen herausfinden, was überhaupt passiert ist. Teilweise ging es auch anderen so - Martin Tomczyk war am Morgen Zweiter und mittags Elfter. Das gibt mir Rätsel auf."

Fotoquelle: xpb.cc


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