Wolfgang Ullrich und Timo Scheider: Platz vier war das beste Audi-Ergebnis

DTM 2010

— 08.08.2010

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Der Favorit strauchelte: Timo Scheider wurde auf dem Nürburgring als bester Audi-Pilot Vierter, Polemann Mattias Ekström nur Siebter

Vor knapp einem Jahr feierte Audi beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring einen souveränen Vierfacherfolg. Dieses Mal mussten sich die Titelverteidiger in der Eifel vor 86.000 Zuschauern (am Wochenende) mit den Plätzen vier und sieben begnügen. Erstmals in dieser Saison war Timo Scheider bester Audi-Pilot. Als Vierter verpasste der zweifache DTM-Champion nur knapp sein erstes Podiumsergebnis des Jahres. Nicht nach Wunsch verlief das Rennen für Mattias Ekström, der sich am Samstag noch überlegen die Pole-Position gesichert hatte. Der Schwede fiel am Start auf den siebten Platz zurück und konnte sich anschließend nicht mehr verbessern.

Seine Teamkollegen Oliver Jarvis und Martin Tomczyk, kamen auf den Plätzen elf und 13 ins Ziel. Auch sie hatten Probleme mit der Performance. Tomczyks Audi A4 DTM wurde zudem durch zwei Kollisionen in der Anfangsphase des Rennens in Mitleidenschaft gezogen. Bester Fahrer eines Vorjahres-A4 war Mike Rockenfeller auf Platz neun. Miguel Molina und Katherine Legge belegten die Plätze 14 und 15. Markus Winkelhock wurde bereits in der ersten Kurve eliminiert. Alexandre Prémat rutschte in der achten Runde von der Strecke, als er Oliver Jarvis außen überholen wollte und dabei übersehen wurde.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Das war ein sehr enttäuschendes Rennen für uns - das schlechteste, das wir in diesem Jahr abgeliefert haben, obwohl wir hier mit großen Erwartungen angetreten waren. Der Start war sehr wichtig, aber nicht entscheidend. Wir haben im weiteren Verlauf des Rennens gesehen, dass keines unserer Autos nur annähernd die Performance hatte, die wir erwartet hatten - vor allem nach der starken Qualifying-Leistung von 'Eki' gestern. Wir müssen nun nach vorne blicken, die Dinge sauber aufarbeiten und in Zandvoort in 14 Tagen wieder siegfähig aufgestellt sein. Noch sind in der Meisterschaft 60 Punkte für Siege zu vergeben."

Timo Scheider: "Ich hatte einen guten Start und lag nach der ersten Runde schon auf Platz vier. Danach war es zwischen Jamie (Green), Gary (Paffett) und mir hier und da ein ganz heißer Fight. Dank einer guten Strategie und teilweise gutem Speed konnte ich bis zu einem gewissen Punkt den Kontakt zu Platz drei halten. Doch dann ließ die Performance nach. Ich habe auch einen Fehler gemacht, weil ich einfach zuviel gepusht habe, um dran zu bleiben. Von daher ist Platz vier für meine persönliche Tendenz okay, aber nicht das, was wir uns erwartet haben. Wir müssen analysieren, warum wir die Leistung vom Freitag heute nach dem Regen nicht zeigen konnten. Aufgegeben wird nicht!"

Mattias Ekström: "Das war nicht das, was wir uns erhofft haben. Mein Start war schlecht. Danach konnte ich beim Anbremsen der ersten Kurve nicht richtig herunterschalten. Meine Vorderräder blockierten und ich verlor weitere Plätze. Danach lief eigentlich alles planmäßig. Allerdings waren wir zu langsam."

Mike Rockenfeller: "Platz neun war das Maximum. Maro Engel war schneller. Die Performance war einfach nicht da, und das offenbar fast überall bei Audi. Mein Tempo war im Vergleich zu den anderen nicht so schlecht. Aber es ist enttäuschend, keinen Punkt mitzunehmen. Ausschlaggebend war die schlechte Startposition."

Oliver Jarvis: "Das Rennen war ein Desaster, das ich möglichst schnell vergessen will. Der Start war okay. In der ersten Kurve musste ich weit außen fahren. Danach haderte ich mit dem Auto. Ich verlor zwei Plätze durch Fehler. Dann kam es leider zu einem Kontakt. Ich muss mich bei Alexandre Prémat und beim Team Phoenix dafür entschuldigen. Alex fuhr deshalb leider in die Reifenstapel. Zum zweiten Mal fiel auf dieser Strecke etwas zwischen Alex und mir vor. Es war keine Absicht - ich entschuldige mich dafür. Danach war ich einfach nicht schnell genug."

Martin Tomczyk: "Das war bescheiden! In der ersten Kurve wurde ich umgedreht und mein Auto wurde am Heck beschädigt. Anschließend war ich Vorletzter und musste aufholen. Dann kam ich mit Cheng in der Schikane zusammen und zerstörte mir den vorderen Splitter. Danach ging das Auto überhaupt nicht mehr. Meine Rundenzeiten waren im Nirgendwo. Ich fuhr nur noch das Rennen zu Ende, ohne irgendeine Chance zu haben."

Miguel Molina: "Ein sehr schlechtes Rennen voller Fehler. Es begann schon mit dem Frühstart, für den ich eine Durchfahrtsstrafe erhielt. In der ersten Runde war ich zu vorsichtig. Ich muss aggressiver werden. Da müssen Verbesserungen sichtbar werden."

Katherine Legge: "Das Rennen war eine Katastrophe. Ich produzierte einen Frühstart. Das Tempo war nicht so schlecht, aber es traten Kommunikationsprobleme auf. Mal hörte ich andere Teams, dann gar niemanden mehr. Ich steckte die Funkverbindung ein und wieder aus. Eine Stimme sagte: 'Boxenstopp in dieser Runde'. Es war aber nicht mein Team. Ich kam an die Box, und natürlich stand niemand bereit. Die Boxentafel war danach das einzige Kommunikationsmittel."

Alexandre Prémat: "Mein Rennen war nach einem sehr guten Start leider kurz. Ich lag bereits auf dem achten oder neunten Platz und damit in einer Position, um Punkte zu sammeln. Ich attackierte Oliver (Jarvis) und fuhr neben ihm. Er touchierte mich leicht, weshalb mein Auto beim Bremsen instabil wurde. Dann fuhren wir Seite an Seite durch die Kurzanbindung. Er hat mir keinen Platz gelassen und ich rutschte in die Reifenstapel. Sehr schade."

Markus Winkelhock: "Der Start war ganz okay. Ich habe gesehen, dass Katherine (Legge) vor mir einen Frühstart gemacht hat. Da wusste ich, dass ich schon eine Position gewonnen habe. Susie (Stoddart) hatte einen schlechten Start. Ich habe sie überholt. Vor der ersten Ecke lag ich hinter Martin (Tomczyk), der relativ weit außen fuhr. Ich hätte innen vorbeifahren können. Doch da tat es einen Schlag. Susie Stoddart fuhr mir voll in die Seite. Die vordere und die hintere Aufhängung waren gebrochen. Mein Rennen war gelaufen und zu Ende."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wir sind alle sehr enttäuscht. Ganz klar: Wir hatten uns alle viel, viel mehr erwartet. So schwierig oder so böse kann der Rennsport sein. 'Eki' hat sich sein Rennen beim Start zerstört. Timo (Scheider) fuhr ein ganz gutes Rennen. Alle anderen waren einfach zu langsam. Letztendlich müssen wir weiter an unserem Tempo und am geschlossenen Auftritt arbeiten. Das wird die Aufgabe der nächsten Wochen sein. Wir geben nicht auf. Wir haben noch nicht einmal Saisonhalbzeit. Kopf hoch! Es werden wieder bessere Tage kommen."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Es ist schade, wenn man beim Heimspiel keine Punkte holt. Es war klar, dass es von diesen Startplätzen ohne Wetterkapriolen schwer werden würde. Wir haben unser Bestes versucht. Unser Tempo war einfach nicht hoch genug, um Plätze gutzumachen. Wir sind mitgeschwommen. 'Rocky' fuhr ein fehlerfreies Rennen. Alex (Prémat) hat Pech gehabt. Es ist sehr schade, wenn zwei Markenkollegen zusammenstoßen, noch dazu auf eine so unglückliche Art."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Markus (Winkelhock) wollte sich aus allem heraushalten, lenkte in der ersten Kurve ganz normal ein und wurde dann von Susie (Stoddart) über den Haufen gefahren. Da war sein Rennen vorbei. Sehr schade. Von dieser Position zu starten, ist eben ein Problem. Mit Katherine (Legge) gab es nach dem Frühstart im weiten Verlauf des Rennens Kommunikationsprobleme, die technisch bedingt waren."

Fotoquelle: xpb.cc


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