Timo Scheider gilt als absoluter Zandvoort-Sepzialist

DTM 2010

— 13.08.2010

Audi will zu "gewohnter Stärke" zurückfinden

Nach einem enttäuschenden Rennergebnis auf dem Nürburgring peilt Audi in Zandvoort die Trendwende an: Die Titelverteidiger wollen zu alter Stärke zurückfinden

19 Punkte beträgt der Rückstand von Mattias Ekström als bestem Audi-Fahrer in der DTM-Tabelle auf Spitzenreiter Bruno Spengler. Verloren aber gibt Audi den Kampf um den vierten DTM-Titel in Folge zur Saisonhalbzeit in den Niederlanden noch lange nicht, zumal Ekström nur drei Punkte zum zweiten Tabellenplatz fehlen. "Es werden für die sechs Siege in den ausstehenden Läufen noch 60 Punkte vergeben", betont Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. "Wir werden alles daransetzen, in Zandvoort wieder siegfähig zu sein und Boden in der Meisterschaft gutzumachen."

Zu den vordringlichsten Aufgaben zählte nach dem Lauf am Nürburgring die Analyse der optimalen Nutzung der Reifen. Denn bei der vergangenen Veranstaltung erlebte Audi extreme Schwankungen, die vor Ort selbst den versiertesten Ingenieuren Rätsel aufgaben. Auch in Zandvoort wird es vor allem darauf ankommen, das Potenzial der in der DTM vorgeschriebenen Einheitsreifen optimal zu nutzen, zumal der Wind an der Nordsee immer wieder Sand auf den Dünenkurs und seinen aggressiven Asphalt weht und so für permanent wechselnde Bedingungen sorgt. Die Bodenhaftung verändert sich dadurch ständig.

Bisher kam Audi mit diesen Verhältnissen gut zurecht: Bei vier der sechs Starts seit dem werksseitigen Comeback im Jahr 2004 siegte ein Audi A4 DTM in Zandvoort. Zuletzt dreimal in Folge holte ein Audi-Pilot den besten Startplatz. Im Kontrast dazu steht die Bilanz der bisherigen Saison: Ein Sieg und zwei Pole-Positions trotz guter Fahrzeug-Performance sind eine magere Ausbeute für die Marke, der 2009 als erstem Automobilhersteller in der Geschichte der DTM ein Titel-Hattrick gelang.

Im Kampf um den DTM-Titel 2010 sind die für alle Teilnehmer einheitlich vorgeschriebenen Reifen längst zum entscheidenden Thema geworden. Denn vor einem Jahr setzte die DTM mit ihren Herstellern weltweit ein Zeichen: Um die Budgets zu entlasten, wurde die Technik der DTM-Fahrzeuge eingefroren. Seit dem 17. August 2009 gilt in der DTM ein Entwicklungsstopp. Nur ein Faktor ist in diesem Jahr neu: Dunlop entwickelte für die Saison 2010 eine neue Reifengeneration, die den einzigen Unterschied ausmacht - denn die Autos sind gegenüber dem Vorjahr unverändert und den Technikern der Hersteller und Teams weitgehend die Hände gebunden.

Timo Scheider kehrt auf eine seiner Lieblingsstrecken zurück

Mattias Ekström ist mit 23 Punkten auf Rang fünf der bestplatzierte Audi-Pilot in der Tabelle. Damit hat der Schwede nach fünf Rennen nur einen Punkt weniger auf seinem Konto als im Jahr 2007, in dem er seinen zweiten DTM-Titel holte. Timo Scheider liegt sechs Punkte hinter Ekström auf dem sechsten Tabellenrang. Der Champion der vergangenen beiden Jahre verspürt nach einem schwierigen Saisonstart einen Aufwärtstrend: An den vergangenen drei Rennwochenenden steigerte sich der Rheinländer stetig und wurde am Nürburgring von Platz acht startend Vierter.

Damit war Scheider in der Eifel zum ersten Mal in diesem Jahr bester Audi-Fahrer. Mit dem Circuit Park Zandvoort verbindet der 31 Jahre alte Profi besondere Erinnerungen: Dort startete Scheider vor sieben Jahren zum ersten Mal in der DTM von Platz eins. Vor drei Jahren führte er im Qualifying sogar ein Audi-Quintett an. Im Rennen belegte er damals Rang vier, ein Jahr später wurde er Zweiter. Nur ein Sieg fehlt dem DTM-Champion der beiden Vorjahre an der Nordsee noch.

Audi-Stimmen vor dem Lauf in Zandvoort:

Wolfgang Ullrich (Audo-Motorsportchef): "Der Lauf in Zandvoort ist in den vergangenen Jahren immer eine Veranstaltung gewesen, bei der unsere Autos sehr gut funktioniert haben, und der Kurs liegt auch unseren Fahrern sehr gut. Nach dem Wochenende am Nürburgring konzentrieren wir uns voll darauf, in Zandvoort ein gutes Mannschaftsergebnis abzuliefern. Wir wollen dieses Rennen für uns entscheiden, um die zweite Saisonhälfte entsprechend positiv angehen zu können."

Hans-Jürgen Abt (Teamchef): "Wir sind immer sehr gern nach Zandvoort gekommen, weil wir immer wussten, dass unser Auto dort gut funktioniert. Diesmal müssen wir weiter an unserer Leistung arbeiten. Wenn uns das gelingt, ist auch Zandvoort eine der verbleibenden Top-Strecken für uns im Kalender. Aber speziell in Zandvoort wird sich zeigen, ob wir zurückfinden zu unserer Performance. Wir müssen es mit aller Kraft und Engagement angehen und versuchen, Mercedes so viele Punkte wie möglich wegzunehmen, damit die Meisterschaft weiter spannend bleibt."

Ernst Moser (Teamchef Phoenix): "Wir freuen uns sehr auf Zandvoort. Das war bisher für Phoenix immer ein gutes Pflaster. Wir konnten bereits Podiumsplätze einfahren und sogar die erste Pole-Position eine Jahreswagens in der DTM. Mit diesem Ansporn reisen wir auch diesmal an. Beide Fahrer sind voll motiviert, um die beiden vergangenen Rennen vergessen zu machen. Dort wollen wir wieder richtig angreifen."

Arno Zensen (Teamchef Rosberg): "An Zandvoort habe ich gute Erinnerungen. Da hat übrigens unser heutiger Teammanager Kimmo Liimatainen für uns in der Formel 3 seinen damaligen Teamkollegen Gary Paffett besiegt, der in jenem Jahr immerhin Meister geworden ist. Ich freue mich auf Zandvoort. Es ist ein Dünenkurs mit einer tollen Atmosphäre und man kann nach dem Geschehen sogar den Strand genießen. Hoffentlich erreichen wir ein Ergebnis, das dem Team Rosberg endlich Punkte einbringt."

Mattias Ekström: "Zandvoort wird interessant. Dort war ich immer stark. Umso gespannter bin ich, was uns in diesem Jahr in den Niederlanden gelingen wird. Eines ist jetzt schon sicher: Ich will die sportliche Revanche!"

Oliver Jarvis: "Den Lauf am Nürburgring will ich möglichst schnell vergessen. Ich freue mich definitiv sehr auf Zandvoort. Das Rennen im Vorjahr war großartig. Die Anlage zählt zu meinem Lieblingsstrecken. Wir wollen unbedingt ein tolles Rennergebnis und ich kann es kaum erwarten, dort zu fahren. Und vielleicht hänge ich noch ein paar Tage dran und mache ein bisschen Kite-Surfing auf der Nordsee."

Katherine Legge: "Ich liebe Zandvoort. Der Streckenverlauf ist schnell und flüssig. Für uns Fahrer bedeutet der Kurs einen Adrenalinrausch. Ich kann es kaum erwarten, dort zu starten. Zudem ist es eines der nicht in Deutschland ausgetragenen europäischen Rennen. Das ergibt ein ganz anderes Gefühl."

Miguel Molina: "Leider kenne ich diesen Kurs noch nicht. Es ist eine ganz schön schnelle Strecke. Natürlich hoffe ich auf ein gutes Ergebnis. Schon im Training und im Qualifying geht es um ordentliche Ergebnisse. Ich will möglichst viel Erfahrung sammeln, um meine Lernphase erfolgreich fortzusetzen."

Alexandre Prémat: "Diesen Kurs mag ich besonders gern. In der DTM und in der Formel 3 sind mir sehr schöne Ergebnisse gelungen. Auf Punkte hoffe ich dort in jedem Fall, vielleicht können wir sogar wieder um einen Podiumsplatz kämpfen. Ich werde für Audi und für das Team Phoenix alles tun, um ganz weit nach vorn zu kommen."

Mike Rockenfeller: "Nach dem punktelosen Ergebnis am Nürburgring ist es schön, dass wir nur zwei Wochen später in Zandvoort starten. Was für eine tolle Strecke! Sie macht unheimlich Spaß. Das Team Phoenix war in der Vergangenheit dort oft stark. Ich freue mich, zum ersten Mal für dieses Team dort am Start zu sein. Ich versuche, eine gute Leistung zu zeigen. Die Strecke sollte uns liegen und ich bin sehr zuversichtlich."

Timo Scheider: "Zandvoort war schon immer und ist bis heute eine meiner Lieblingsstrecken. Dort habe ich auch zum ersten Mal in der DTM die Pole-Position geholt. Ich habe also nur positive Erinnerungen. Leider fehlt mir noch immer der Sieg. Es wäre schön, wenn dies am nächsten Rennwochenende der Fall sein könnte. Darauf arbeiten wir hin. Ich komme mit einem sehr guten Gefühl vom Nürburgring, zum einen, weil mir in der Eifel eine relativ gute Leistung gelungen ist, zum anderen, weil Zandvoort eine meiner liebsten Strecken im Kalender ist."

Martin Tomczyk: "Zandvoort ist eine tolle Strecke. In den vergangenen Jahren habe ich mich immer sehr wohl gefühlt auf diesem anspruchsvollen Kurs. Wir haben mit verschiedenen Bedingungen zu kämpfen - mit Sand und mit Wind, der dort sehr extrem ist. Wenn aber alles funktioniert und das Auto gut abgestimmt ist, ist der Kurs ganz toll zu fahren und verlangt dem Fahrer einiges ab."

Markus Winkelhock: "Zandvoort zählt zu meinen Lieblingsstrecken. Erstens ist es eine Audi-Strecke. Unser Auto sollte dort ganz gut funktionieren. Zweitens fühle ich mich dort persönlich wohl. Deshalb hoffe ich, dass ich dort mehr Glück habe als zuletzt am Nürburgring. Ich wünsche mir, dass dort ein Aufwärtstrend für uns beginnt."

Fotoquelle: xpb.cc

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