Timo Scheider zeigte seinen Gegnern heute endlich wieder einmal den Auspuff

DTM 2010

— 21.08.2010

Spengler geschlagen: Pole für Scheider!

Timo Scheider sicherte sich in Zandvoort vor Paffett und di Resta die Pole-Position - Bruno Spengler nach Platz sieben: "Noch alles möglich!"

Der bisher so dominante DTM-Spitzenreiter Bruno Spengler eröffnete seinen Titelkonkurrenten heute in Zandvoort die Chance, den Grundstein für das Aufholen von Punkten zu legen, denn der Mercedes-Pilot kam nicht über den siebten Platz hinaus. Ausgerechnet Timo Scheider (Audi) nutzte die Gunst der Stunde am besten und sicherte sich die Pole-Position.

Gary Paffett, Paul di Resta (beide Mercedes), Miguel Molina (Audi) und der zuletzt oft gebeutelte Scheider sicherten sich die Teilnahme am Top-4-Shootout, in dem Scheider als Erster eine Bestzeit von 1:31.590 Minuten vorlegte - obwohl seine Runde nicht ganz fehlerfrei war. Darauf konnte niemand mehr kontern - auch nicht Paffett, der sich gleich im ersten Sektor auf der Bremse einen Fehler leistete und in der Folge nur noch um die erste Startreihe kämpfte.

Erleichterung bei Scheider

"Langsam geht es wieder aufwärts im Leben. Es ist ein schönes Gefühl, zurück zu sein", jubelt der Polesetter, der in dieser Saison mit den neuen Reifen und seinem neuen Renningenieur zunächst Abstimmungsprobleme hatte. Dass er nun auch seinen ersten Saisonsieg anvisiert, versteht sich von selbst: "Morgen will ich gewinnen - wollte ich in Zandvoort schon immer mal! Wir brauchen eine gute Strategie, einen guten Start und saubere erste Runden. Ich habe ein gutes Gefühl."

Paffett ("Ich habe viele Fehler gemacht") warf die Bestzeit schon auf den ersten Metern weg, gewann aber das Duell um die erste Startreihe gegen di Resta um 77 Tausendstelsekunden. Rückstand auf Scheider: 0,696 Sekunden. Vierter wurde Überraschungsmann Molina, der in Q3 ausgerechnet seinen Markenkollegen Mattias Ekström hinausgekegelt hatte. "Es überwiegt eher der Ärger", murrt Ekström, auf Spenglers schlechtes Abschneiden angesprochen. "Ich habe zwei Fehler gemacht - zwei zu viel!"

Spengler rätselt indes über sein frühes Ausscheiden: "Bis Q3 war alles gut", spricht der Gesamtleader die Positionen drei und eins in Q1 und Q2 an, "aber dann hat sich irgendwas am Auto geändert. Wir müssen analysieren, warum es in Q3 nicht mehr gut ging, denn ich habe eigentlich nur einen kleinen Fehler gemacht. Vielleicht war ein Reifensatz nicht ideal." Geschlagen gibt er sich trotzdem nicht: "Vom siebten Platz ist alles möglich."

Schumacher bis Q3 recht flott

Gemeinsam mit ihm waren auch Oliver Jarvis (6./Audi) und Ralf Schumacher (8./Mercedes) ausgeschieden. Letzterer schöpfte seine Möglichkeiten gut aus und kann mit der vierten Startreihe durchaus leben: "Im letzten Run hatte ich keinen Grip, deshalb war das eine sehr schlechte Rundenzeit. Aber Platz acht ist nicht das Ende der Welt." In Q2 hatte er den Cut für die Top 8 um gerade Mal 15 Tausendstelsekunden geschafft.

Leidtragender dieser knappen Entscheidung war Mike Rockenfeller (Audi), der sich vor seinem Markenkollegen Martin Tomczyk und Jamie Green (Mercedes) einreihte. Green hatte sich ursprünglich mehr erwartet, ist im Nachhinein aber nicht unzufrieden, denn: "Mit dem 2008er-Mercedes war hier nicht mehr drin." Zwölfter wurde Markus Winkelhock, unmittelbar vor Alexandre Prémat (Audi), der zweimal neben der Strecke gesehen wurde.

Im hinteren Bereich gab es keine nennenswerten Überraschungen. Der zweite Formel-1-Star im Feld, David Coulthard (Mercedes), wurde jedoch nur 17. und Vorletzter. Allzu enttäuscht ist er deswegen nicht: "Zandvoort ist halt eine schwierige Strecke, daher überrascht mich dieses Ergebnis nicht. Das gehört zum Lernprozess dazu." Der Schotte wird morgen im Sandwich zwischen Katherine Legge (Audi) und Congfu Cheng (Mercedes) starten.

Fotoquelle: xpb.cc

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