Trotz der eher bescheidenen Leistungen kann David Coulthard noch lachen

DTM 2010

— 21.08.2010

Coulthard: Selbstkritik und Galgenhumor

David Coulthard entschuldigt sich beim Mücke-Team für seine schlechte Performance, hat aber dennoch Freude am DTM-Fahren

Genau wie Ralf Schumacher in seinen ersten beiden DTM-Jahren hatte im heutigen Qualifying auch David Coulthard enorm mit der Traditionsstrecke in Zandvoort zu kämpfen. Der ehemalige Formel-1-Star tat sich schwerer als an den vergangenen Rennwochenenden und landete schlussendlich auf dem 17. und vorletzten Startplatz.

"Das Gute ist, dass ich am Start höchstens eine Position verlieren kann", grinst der Mücke-Mercedes-Pilot mit Galgenhumor, vergisst dabei aber, dass neben Congfu Cheng auch Susie Stoddart wegen ihrer Rückversetzung hinter ihm stehen wird. Die Starts waren bisher eine der vielen Baustellen Coulthards, der weiterhin große Schwierigkeiten hat, bei der richtigen Drehzahl den richtigen Kupplungspunkt zu finden.

Bisher größte Herausforderung

Aber auch sonst hatte er sich das DTM-Fahren in Zandvoort leichter vorgestellt: "Ich fahre nicht auf meinem besten Niveau und ich finde es sehr schwierig, mich mit dem Auto auf diese Strecke einzustellen", erklärt er. "Ich glaube, Zandvoort ist meine bisher größte Herausforderung, denn ich gewöhne mich langsam ans Auto - manchmal läuft es ein bisschen besser, manchmal schlechter. Aber was hier so schwierig ist, ist die Bewegung des Autos."

"Wenn ich drinsitze, denke ich mir: 'Fuck, das ist unglaublich!' Im TV sieht man nicht, dass sich das Auto so stark bewegt. Ich komme also an die Box und sage zu meinem Ingenieur: 'Schau dir doch die TV-Bilder in Kurve vier und fünf an!' Aber im TV sieht man nichts, obwohl es sich im Cockpit wie eine Achterbahn anfühlt. Mir kommt im Auto alles so vor, als würde ich 300 Sachen drauf haben. Im TV sieht es aber nur wie 50 aus", grinst Coulthard.

"Dies ist ein Lern-Wochenende für mich. Bisher habe ich keinen guten Job gemacht, aber wenn ich das hier überstehe, dann habe ich den nächsten wichtigen Schritt gemacht", weiß der 39-Jährige. "Es ist eine Frage der Mentalität. Ich bin 20 Jahre Formel gefahren, aber jetzt muss ich mich in einen neuen Bereich bewegen. In der ersten Session konnte ich nicht glauben, wie stark die Jungs die Kurven schneiden und wie viel Sand sie reinschleppen."

Freude am Fahren

Doch bei aller Selbstkritik sieht man ihm an, dass er Spaß an der Sache hat. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sagt er: "Ich hatte heute Morgen unheimlich viel Spaß - bis ich meine Rundenzeit gesehen habe! Die Sache ist die: Wir fahren hier Rennen. Die Leute erwarten von mir, dass ich einen guten Job mache, sonst können sie das Auto auch wem anderen geben. Das ist die einzige Sache, die meinen Spaß trübt, denn ich habe keinen guten Job gemacht."

Dafür entschuldigt er sich beim Mücke-Team, das ihn grandios unterstützt. So fuhr Teamkollege Maro Engel im Freien Training extra vor Coulthard, damit der die Ideallinie studieren konnte. Dass trotzdem nur der 17. Platz draus wurde, "ist meine eigene Schuld", sucht "DC" nicht nach Ausreden und sagt: "Jetzt muss ich halt den nächsten Schritt machen. Heute war das mit meiner Erfahrung das Beste, was möglich war - und das war schockierend!"

Genau wie seine schnellste Runde im Qualifying, in der er auf den letzten Metern noch wertvolle Zeit verschenkte: "Die letzte Kurve war eigentlich die einfachste Kurve für mich, aber als es drauf ankam, habe ich es vermasselt", so Coulthard, der Zandvoort vom Formel-3-Masters 1991 kennt. Aber: "Ich weiß nur noch, dass es damals einen 7.500-Dollar-Siegerscheck gegeben hat. Die Strecke ist ganz ähnlich, aber ich erinnere mich einfach nicht mehr daran..."

Fotoquelle: xpb.cc

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