Timo Scheider: Freude über den ersten Pokal des Jahres sieht anders aus

DTM 2010

— 22.08.2010

Scheider: "Der Fehler geht auf meine Kappe"

Timo Scheider war an diesem Wochenende der schnellste Mann in Zandvoort - Doch nach einem Fehler beim Start reichte es nur zu Platz drei

Es hätte das perfekte Wochenende für Timo Scheider werden können. Der DTM-Champion der vergangenen beiden Jahre stand in Zandvoort zum ersten Mal in dieser Saison auf der Pole-Position und war vor dem Rennen zuversichtlich, am Sonntag auch seinen ersten Saisonsieg einfahren zu können. Doch Scheider würgte seinen A4 beim Start ab und fiel in der ersten Runde um zehn Plätze zurück.

"Zunächst muss ich mich für meinen Fehler entschuldigen, denn es war ausschließlich mein Fehler", so Scheider anschließend. "Der erste Meter war wirklich gut, die Reaktion war da, aber ich habe den Motor nach anderthalb Metern abgewürgt, konnte ihn recht schnell neu starten und habe dann weitergemacht." Paradox: Auf dem rauen Asphalt von Zandvoort war der Grip auf dem ersten Meter einfach zu gut.

Es folgte eine beeindruckende Aufholjagd Scheiders, die ihn letztlich noch auf den dritten Platz führen sollte. "Danach hatte ich ein unglaubliches Auto, es hat sich über das gesamte Rennen perfekt angefühlt", erklärt Scheider. "Die Jungs haben eine gute Strategie mit guten Boxenstopps umgesetzt, danach ging es nur darum, wie verrückt zu kämpfen. Ich denke, wir haben eine gute Leistung gezeigt, hatten einen tollen Speed."

"Das war der Grund, warum wir von Platz zehn aus bis zum dritten Rang zurückgekommen sind", fährt Scheider fort, der aber weiß, dass Platz drei allenfalls ein Trostpflaster ist. "Das war ein Fehler, der auf meine Kappe geht und eigentlich auch nicht zu entschuldigen ist, wenn man von der Pole-Position startet. Aber das sind vielleicht einfach diese kleinen Dinge, die 2010 nicht so leicht von der Hand gehen, wie es in den letzten Jahren der Fall war."

Dritter Platz lässt für die Zukunft hoffen

Doch Scheider riss sich unmittelbar nach seinem Fauxpas wieder zusammen. "In dem Moment war ich verärgert, aber danach war ich vor allem darauf konzentriert, eine gute Leistung zu zeigen. Ich fühlte, dass mein Auto perfekt war und pushte bis zum Ende", so der Titelverteidiger. "Ich habe alles bis zum Fallen der Zielflagge gegeben. Letztendlich hat es zu Platz drei gereicht, mein erster Podestplatz in diesem Jahr. Das gibt mir für die Zukunft ein mehr oder weniger gutes Gefühl."

Nebenbei war Scheider mal wieder schnellster Audi-Pilot, setzte sich kurz nach seinem zweiten Boxenstopp beherzt gegen Markenkollege Mattias Ekström durch und zog davon. "Mir war klar, dass ich mit dem neuen Reifensatz attackieren kann, sollte ich vor Eki bleiben", so Scheider. "Das war mein Vorteil, ich konnte drei, vier Runden attackieren, hatte eine Lücke - und die habe ich ausgenutzt."

Scheider startete in seiner DTM-Karriere in Zandvoort bereits drei Mal von der Pole-Position, nie hat es zum Sieg gereicht. Er zog nach dem Rennen trotzdem ein positives Fazit. "Um ehrlich zu sein war es für mich ein großartiges Wochenende. Es ist ein schönes Gefühl, Leistung zu zeigen und zu wissen, dass wir in der Lage sind, gleichzuziehen. Einfach allen zu zeigen, dass wir nach wie vor da sind, dass wir zurück sind. Ab jetzt müssen wir Fehler vermeiden, ich habe heute einen großen gemacht."

Stichwort Fehler vermeiden: Dies hatte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich bereits nach dem missglückten Rennen auf dem Nürburgring als Devise ausgegeben - und wurde bitter enttäuscht. "Nach dem Rennen auf dem Nürburgring, als wir in der ersten Runde von Platz eins auf Rang sieben zurückgefallen waren, hatte ich gesagt, dass es nicht schlimmer hätte kommen können. Timo hat heute bewiesen, dass es möglich ist", so Ullrich auf der Pressekonferenz nach dem Rennen.

Ullrich: "Es kann jedem passieren"

"Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass die Leistung wirklich gut war", so Ullrich weiter. "Er fuhr die schnellsten Rundenzeiten und war konstant auf einem wirklich hohen Leistungsniveau. Wenn er einen normalen Start hingelegt hätte, hätte das Ergebnis besser sein können."

"Man sieht, dass es passieren kann und es kann jedem Fahrer passieren. Es muss alles genau zusammenpassen, um einen optimalen Start zu machen", weiß der Motorsportchef. "Er hat den Motor abgewürgt - dafür ist der elfte Platz nach der ersten Runde gar nicht so schlecht, aber natürlich absolut unakzeptabel. Derjenige, der sich darüber extrem ärgert, ist derjenige, dem es passiert ist."

Dass es ausgerechnet Scheider passiert ist, der für gewöhnlich besonders gut startet, ärgert Ullrich ganz besonders. "Timo hat bei uns den Ruf, dass er ein sehr konstanter und guter Starter ist. Und jetzt, in einer relativ schwierigen Saison, in der er sich langsam nach vorne gearbeitet hat, gerade an dem Tag, an dem er auf 'Pole' steht, den Start nicht gut zu machen, ist natürlich besonders bitter."

Fotoquelle: xpb.cc

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